17. März 2019 / 20:07 Uhr

Hannover 96: Kramer, der Kandidat für Kind-Kritiker

Hannover 96: Kramer, der Kandidat für Kind-Kritiker

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der neue Chef des e.V., Sebastian Kramer.
Der neue Chef des e.V., Sebastian Kramer. © Maike Lobback/IG ProVerein 1896
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Nach Matthias Herter ist nun der zweite Kandidat für die Nachfolge von Martin Kind als Vereinsboss bekannt. Die von den Kind-Kritikern bei Pro Verein 1896 unterstützten Aufsichtsratskandidaten um Carsten Linke gehen mit Sebastian Kramer ins Rennen.

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Opposition, nein, das sei so negativ besetzt. So wollen die fünf Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat beim Hannover 96 e. V. nicht genannt werden. Mitgliederkandidaten, das klingt besser, meinte zuletzt Nathalie Wartmann, die ebenfalls bei der Wahl am 23. März in der Swiss-Life-Hall antritt. Die fünf Kandidaten Wartmann, Carsten Linke, Ralf Nestler, Jens Boldt und Lasse Gutsch gaben gestern auch bekannt, wer ihr Kandidat für den Vorstandschef-Posten werden soll: Sebastian Kramer, 42 Jahre, wird kandidieren, als möglicher Nachfolger von Martin Kind.

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Erst die Aufsichtsräte, dann der Vorstand

Der Klubchef wird nach mehr als 20 Jahren an der Vereinsspitze nicht antreten. Die Vorstandswahl wird nach der Aufsichtsratswahl am 23. März „etwa drei bis vier Wochen dauern“, glaubt beispielsweise „Fußballgott“ Carsten Linke. Linke fuhr gestern mit Kramer zum TV-Auftritt beim NDR. Kramer, einer von zwei aktuellen 96-Aufsichtsräten, die Kind-kritisch sind, wird damit der Rivale des Meravis-Geschäftsführers Matthias Herter.

Zwei Lager

Herter wird unterstützt von den Kandidaten Tina Voß, Sandra Wallenhorst, Karsten Surmann, An­dreas Kuhnt, Michael Dette. Die Truppe um den Pokalhelden Surmann sieht sich als „Kandidaten der 17 Abteilungsleiter“. Eine Gruppe liegt eher auf Kind-Linie (Herter), die andere auf Kurs der Initiative Pro Verein 1896, die für den Erhalt der 50+1-Regel kämpft und die Rückgabe der Markenrechte an den Verein fordert.

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Wer ist der Kandidat Kramer?

Zehn Jahre arbeitete er ehrenamtlich als Fanbeauftragter bei 96, 2004 war er Mitbegründer sowie Vorstandsvorsitzender des früheren Fan-Dachverbandes Rote Kurve. Er engagierte sich unter anderem als Jugendtrainer in der Wedemark. Kramer arbeitet in der Personalabteilung bei Continental. 2016 wurden er und Nestler bei Hannover 96 e. V. in den Aufsichtsrat gewählt.
Pro Verein 1896 veröffentlichte gestern eine Mitteilung mit und über Kramer. Darin bezeichnet sich der 42-Jährige als Brückenbauer. „Brücken zwischen den Generationen und den heute getrennten Fraktionen und Sparten, zwischen Breiten-, Leistungs- und Profisportlern. Brücken zu den Fanklubs und Fans, die in einer eigenen Fanabteilung eine Heimat im Verein finden sollen. Brücken in die Stadt und die Region. Brücken aber auch zu den Investoren und Sponsoren, die sich bei Hannover 96 ebenso wohlfühlen sollen wie die Mitglieder“, erklärte Kramer.