06. März 2022 / 17:51 Uhr

Hannover 96: So erklärt Dabrowski die Dehm-Auswechslung

Hannover 96: So erklärt Dabrowski die Dehm-Auswechslung

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Früh ausgewechselt: Jannik Dehm in Sandhausen.  
Früh ausgewechselt: Jannik Dehm in Sandhausen.   © IMAGO/foto2press
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Beim 1:3 in Sandhausen wechselte Christoph Dabrowski den Verteidiger Jannik Dehm wegen schwacher Leistung noch vor der Halbzeitpause aus. „Ich wollte ihn ein Stück weit schützen“, sagte der Trainer. 

Sandhausen​Darauf achten die Kameramänner in der Bundesliga stets genau. Nimmt ein ausgewechselter Spieler den Handschlag seines Trainers an? Oder verweigert er ihn? Diese Geste sagt eine Menge aus über Frust und Ärger, über die Beziehung zwischen Fußballlehrer und Schüler. Auswechslungen gehören zum Sport, wenn einer keine Leistung bringen kann, muss er raus – so wie Jannik Dehm am Samstag. Hannover 96 spielt in der 2. Liga, in Sandhausen. Da fangen die Kameras eher selten ein, wie ein Spieler reagiert.

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Was kann der Torwarttrainer dafür?

Dehms Auswechslung hatte eine besondere Note. Trainer Christoph Dabrowski hatte ihn rechts in einer Dreierkette eingesetzt, nach dem 0:2 rückte Dehm weiter nach rechts. Aber nichts wollte ihm gelingen. Zweikämpfe, Pässe, Flugbälle – offensiv wie defensiv ging alles schief. Nicht zum ersten Mal übrigens, dass Dehm einen schwarzen Tag erwischte. In der 38. Minute machte Dabrowski dem Treiben ein Ende. Er nahm ihn runter, statt eine Minute länger oder sieben Minuten bis zur Pause abzuwarten. Dehm ging auf Abstand zum Trainer zur Bank, Torwarttrainer Michael Ratajczak hielt ihm die Hand hin – Dehm ignorierte das Trostangebot. Ratajczak schaute ihm verdutzt nach. Was konnte der Torwarttrainer dafür?

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Dabrowski übernahm nachher die Verantwortung für die Herausnahme aus dem laufenden Erste-Hälfte-Verkehr, die einer Höchststrafe gleichkommt. „Jannik ist nicht gut ins Spiel reingekommen. Ich wollte ihn ein Stück weit schützen“, sagte Dabrowski nachher. „Heute war kein guter Tag für ihn.“ Es war auch kein guter Tag für Dabrowski. Die Entscheidung für Dehm statt für Sei Muroya aus taktischen Gründen war dem Trainer selbst auf die Füße gefallen. Nun muss Dabrowski dafür sorgen, dass auch Dehm wieder auf die Beine kommt. „Er hat gezeigt, dass er nach nicht so gute Spielen gestärkt zurückkommt“, sagte der 96-Trainer.

Die Bilanz nach 16 Spielen

Aber wie sieht eigentlich die Stärke aus, die 96 dazu bewegte, Dehm aus Kiel nach Hannover zu holen. Er kennt die 2. Liga, ist einsatzwillig und ein intelligenter Bursche. Einer der besten rechten Verteidiger der Liga, hatte Manager Marcus Mann geschwärmt. Dies bestätigte Dehm nur ansatzweise. In seiner Bilanz stehen vergurkte Flanken, Blackouts in der Defensive, null Torgefahr und keine Torvorlage in 16 Spielen. Der schnelle Muroya, Hannovers aktuell einziger Nationalspieler, spielt auch keine herausragende Saison. Immerhin bereitet der Japaner drei Tore vor. Nächster Versuch: gegen Nürnberg, mit Muroya.

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