19. Januar 2022 / 20:25 Uhr

Faustdicke Überraschung! 96 fegt Gladbach aus dem Stadion – und zieht ins Viertelfinale ein

Faustdicke Überraschung! 96 fegt Gladbach aus dem Stadion – und zieht ins Viertelfinale ein

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Große Freude nach Kerks verwandeltem Elfmeter: Hannovers Spieler bejubeln das 2:0 gegen Gladbach.
Große Freude nach Kerks verwandeltem Elfmeter: Hannovers Spieler bejubeln das 2:0 gegen Gladbach. © Swen Pförtner/dpa
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Die nächste Sensation im Achtelfinale des DFB-Pokals ist perfekt! Hannover 96 zeigte am Mittwochabend eine überragende Leistung gegen Borussia Mönchengladbach – und gewann auch in der Höhe hochverdient mit 3:0. Wie schon in Runde zwei avancierte Maximilian Beier mit einem Doppelpack zum Matchwinner. 

Geisterspiele sind ja sowieso nicht schön, aber manchmal ist es besonders bitter. Man muss sich nur mal kurz vorstellen, was da am Mittwochabend los gewesen wäre, wenn nicht nur 500 VIP-Gäste, sondern 50.000 Zuschauer das zauberhafte Pokalspiel von 96 gegen Gladbach hätte sehen dürfen. Es war ein Fußballfesttag mit einem sensationellen Ergebnis. Fast schon leicht spielte der Zweitligist das 3:0 heraus und steht im Viertelfinale am 1. oder 2. März. „Ein Abend, der in Erinnerung bleiben wird“, schwärmte der überragende Ron-Robert Zieler. 

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96 hätte das Stadion jedenfalls früh hinter sich gebracht. Hendrik Weydandt, überraschend in die Startelf rotiert, legte fein in den Raum für den startenden Maximilian Beier - und der Pokal-Beier schlug wieder zu. Perfekt und unhaltbar für Torwart Yann Sommer abgeschlossen - das 1:0 schon der vierten Minute. Bereits in der Runde zuvor hatte Beier mit zwei Toren gegen Düsseldorf zum 3:0-Sieg beigetragen. Ärgerlich war’s nicht nur für die Gladbacher, sondern auch für fast alle Fotografen, die sich bis auf einen Kollegen in Erwartung von Borussen-Treffern hinter dem 96-Tor positioniert hatten. Tja, dumm gelaufen.

Bilder vom Achtelfinale des DFB-Pokals zwischen Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach

Sebastian Kerk hebt ab - gerade hat er das 2:0 für 96 erzielt. Zur Galerie
Sebastian Kerk hebt ab - gerade hat er das 2:0 für 96 erzielt. ©

Dabrowskis Plan geht voll auf

Vielleicht hatte sie die 96-Aufstellung verunsichert. Trainer Christoph Dabrowski verzichtete anfangs auf die beiden Januar-Tranfers Mark Diemers und Cedric Teuchert. „Belastungssteuerung“, das Zauberwort des Trainers zur Erklärung Neben Weydandt rückte Dominik Kaiser ins Team. „Sie haben ihre Aufstellung gerechtfertigt“, sagte Dabrowski. Gladbachs Trainer Adi Hütter erkannte darin einen klugen Schachzug. Dabrowski wolle wohl die Standardschwäche seiner Elf ausnutzen durch den kopfballstarken Weydandt. 

Doch das sollte nicht das einzige Problem der Gladbacher bleiben. Lars Stindl etwa blieb harmlos. „Wir kommen nicht in die Zweikämpfe, das zieht sich schon durchs ganze Jahr“, meinte der Ex-96-Kapitän.

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Kerk von harmlosen Gladbachern überrascht

„Es gab wenig Gegenwehr“, zeigte sich Sebastian Kerk überrascht. 96 spielte ruhig und sicher - und kam vor allem über den blitzschnellen Beier zu vielen guten Konter-Situationen - die nur nicht alle clever zu Ende gespielt wurden. 

Beier hatte dann auch Anteile am zweiten Tor. Seinen Schuss blockte Nico Elvedi mit dem Arm ab. Schiedsrichter Florian Badstüber übersah es, wurde jedoch vom Videokollegen aus Köln zum Spielfeldrand geschickt und entschied auf Elfmeter. Kerk machte es besser als zwei Leverkusener Schützen am vergangenen Samstag. Sommer hielt da beide. Sommer war zwar leicht dran, konnte das Tor aber nicht verhindern (36.).

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Satte Millionen-Einnahme für 96

2:0 gegen den vermeintlich übermächtigen Bundesligisten - schon zur Halbzeit schien es gelaufen. Gladbach hatte bis dahin zwar auch Chancen, aber 96 hatte Zieler. Für eine Pokalüberraschung braucht es einen überragenden Torhüter - den hatte 96.

Hütter reagierte, nahm die lustlosen Topstürmer Alassane Alea und Marcus Thuram vom Platz, brachte Breel Embolo und Denis Zakaria. Besser wurde es dadurch nicht - 96 stieß immer wieder wie mit dem Messer in die anfällige Defensive der Favoriten. Auf Beiers 3:0 nach einem perfekten Konter (51.) hätte 96 noch weitere Treffer draufsatteln können. „Oh, wie ist das schön“, sangen die Glücklichen, die dabei sein durften. Ein wunderbarer Fußballabend, ein Trainer, der sagt, „Träumen ist erlaubt“ angesichts der ausgedünnten Konkurrenz, eine satte Millionen-Einnahme im Viertelfinale - hoffentlich dann wieder vor Fans.

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