02. März 2022 / 20:26 Uhr

Gegner eine Nummer zu groß: 96 unterliegt RB Leipzig mit 0:4, Traum geplatzt

Gegner eine Nummer zu groß: 96 unterliegt RB Leipzig mit 0:4, Traum geplatzt

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der 96-Schreck: Christopher Nkunku (rechts, gegen Luka Krajnc) schießt RB Leipzig ins Halbfinale.
Der 96-Schreck: Christopher Nkunku (rechts, gegen Luka Krajnc) schießt RB Leipzig ins Halbfinale. © IMAGO/Eibner
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Aus im Viertelfinale: 96 ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden, gegen Bundesligist RB Leipzig gab's eine 0:4-Niederlage. Christopher Nkunku brachte die Gäste früh mit einem Doppelpack in Führung (17., 22.), Konrad Laimer machte in der zweiten Halbzeit (67.) den Deckel drauf, André Silva legte nach (73.).

Die Fans waren bereit - es war wieder Leben im Stadion. Die Menschen trauen 96 offenbar wieder etwas zu, sogar gegen scheinbar übermächtige Gegner wie Bundesligist Leipzig. Wenn 25000 Zuschauer aus Corona-Schutzgründen schachbrettartig wie gestern verteilt werden, wirkt es sogar fast, als wäre die HDI-Arena voll besetzt. Die Stimmung war entsprechend überdurchschnittlich. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, sangen die Fans. Doch den Reisevorschlag konnte die 96-Mannschaft annehmen. Die lange nicht erlebte Fußballfest-Atmosphäre beflügelte sie nicht genug. Der Red-Bull-Klub zieht nach dem 4:0-Sieg ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.

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Den ersten Rückschlag musste 96 schon vor dem Anstoß verkraften. Bei Abwehrchef Julian Börner gibt’s einen Coronafall in der Familie. Der Führungsspieler muss nach dem Hygienekonzept isoliert werden. Schon früh im Spiel zeigte sich, wie sehr er seiner Mannschaft fehlte. Börner ist der Lautsprecher, der die Kommandos brüllt und sein Team ordnet. Das hätte es dringend gebraucht.

Bilder vom Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen Hannover 96 und RB Leipzig

Gaël Ondoua nimmt Leipzigs Dani Olmo den Ball ab. Zur Galerie
Gaël Ondoua nimmt Leipzigs Dani Olmo den Ball ab. ©

Der Plan von Trainer Christoph Dabrowski war dann auch schnell erkennbar. Leipzig sollte sich mit dem Ball austoben. 96 wartete auf Konterchancen, auf Umschaltmomente mit den schnellen Stürmern Maximilian Beier, Linton Maina und Sebastian Kerk. Nur gab’s bei 96 selbst zu schnell einen Kurzschluss. Die Mannschaft fing sich einen Konter zum 0:1. Maina verlor links am Leipziger Strafraum den Ball. In der aufgerückten und unsortierten Defensive hatte der spanische Nationalspieler Dani Olmo viel zu viel Platz. Er steckte die Kugel zu Christopher Nkunku durch, der sich zwischen Sei Muroya und Marcel Franke durchsetzte und an Torwart Ron-Robert Zieler einschob (17.).

Früher Rückstand ist Gift für 96

Der frühe Rückstand war Gift für 96 und ein Aufputschmittel für RB. Noch stärker wirkte das 0:2, das viel zu flott nur fünf Minuten später fiel. Und zwar wieder durch Nkunku - und wieder nach einem leichten Ballverlust. Diesmal verdaddelte Mark Diemers den Ball, Josko Gvardiol spielte einen perfekten Pass in den Lauf von Nkunku. Der Franzose umkurvte Zieler, legte sich den Ball aber zu weit vor. Franke kam sinnfrei herangeschlittert als wäre er auf einer Bobbahn, rutschte auch prompt an Ball und Pfosten vorbei in Aus. Für Nkunku war es ein Leichtes, nochmal einen Haken zu schlagen und dann den Ball ins leere Tor zu schieben (22.). 

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Nkunku ist der Mann, vor dem sich zurzeit alle Gegner zu Recht fürchten. Er ist der Spieler der Saison in Leipzig. In Bochum hatte ihn Trainer Domenico Tedesco am Sonntag geschont und nur für die letzten halbe Stunde eingewechselt. Nkunku machte dennoch das 1:0-Siegtor. Am Mittwoch schoss er 96 aus dem Pokal - das nennt man dann wohl einen einen Lauf. 

Bis zur Halbzeit war Dabrowski Team chancenlos und deutlich unterlegen. Zur zweiten Hälfte rafften sie sich aber noch mal auf. Weiter unterstützt vom Publikum, das noch nicht bereit war, den Fußballabend abzuhaken. Leipzig verwaltete den Vorsprung. 96 begehrte tapfer auf und versuchte Druck aufzubauen. Ohne allerdings zu wirklichen Torchancen zu kommen.

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Trotzdem wurde jede im Ansatz gelungene Aktion gefeiert. Es war ein wenig, als wäre die Zuschauer aus jahrelanger Quarantäne entlassen worden. Nachteil des nun zwangsweise mutigen 96-Spiels - Leipzig hatte viel Platz zum Kontern. Konrad Laimer zog den Stecker mit dem 3:0 (67.). André Silva machte es es dann bitter mit dem 4:0 (73.).

96 hat nicht enttäuscht, aber die Mittel reichen eben nicht aus gegen eine Spitzenmannschaft wie Leipzig. Die Fans standen jedenfalls bis zum Schluss zu ihrer Mannschaft, Pfiffe gab’s keine. Ein gutes Zeichen, dass sie 96 auch künftig wieder was zutrauen.

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