20. Februar 2022 / 15:39 Uhr

3:0 am Millerntor: Kämpferisches 96 verdient sich die Punkte beim FC St. Pauli

3:0 am Millerntor: Kämpferisches 96 verdient sich die Punkte beim FC St. Pauli

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ekstase pur: Hannover 96 feiert das 3:0 durch Sebastian Stolze.
Ekstase pur: Hannover 96 feiert das 3:0 durch Sebastian Stolze. © imago images/Hübner
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Ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf: Hannover 96 bezwingt den FC St. Pauli am Millerntor verdient mit 3:0 und baut damit seine starke Serie gegen die Hamburger aus.

Was für ein Spiel von Hannover 96 am Millerntor! Die Roten bezwingen den FC St. Pauli am 23. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga völlig verdient mit 3:0 (1:0). 96 startete vor 10000 Zuschauern mit einer Veränderung zum 2:2 vergangene Woche gegen Darmstadt: Für den aufgrund seiner fünften gelben Karte gesperrten Gaël Ondoua begann Dominik Kaiser.

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Das Spiel begann mit gutem Tempo, beide Teams wollten schnell nach vorne spielen. 96 presste früh, Maximilian Beier und Cedric Teuchert liefen hoch an, das Mittelfeld ging griffig in die Zweikämpfe. Doch die großen Torchancen ließen sowohl die Roten als auch der FC St. Pauli vermissen. Mehr als Halbchancen oder unpräzise Abschlüsse waren in der ersten halben Stunde nicht drin.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen dem FC St. Pauli und Hannover 96

Beim Aufwärmen richten Spieler und Staff von 96 einen besonderen Gruß an ihren verletzten Kollegen Sebastian Ernst. Zur Galerie
Beim Aufwärmen richten Spieler und Staff von 96 einen besonderen Gruß an ihren verletzten Kollegen Sebastian Ernst. ©

96-Offensive wird zielstrebiger

Doch das 96-Angriffsspiel wurde nun zielstrebiger. Teuchert (29.) hatte den ersten Warnschuss auf das Tor von Keeper Nikola Vasilj abgegeben. In der 38. Minute hatte Sebastian Kerk die Riesenchance, auf 1:0 zu stellen. Kerk leitete von rechts selbst ein, spielte den Ball auf Mark Diemers am linken Strafraumeck, der den umlaufenden Niklas Hult bediente, welcher den Ball butterweich auf Kerk am zweiten Pfosten flankte. Die Flanke hätte der 27-Jährige nur noch ins kurze Eck drücken müssen, stattdessen köpfte er St. Paulis Vasilj an, der zur Ecke klärte.

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Lange ärgern brauchte sich Kerk über seine vergebene Großchance nicht. Nach seinem Eckball kam Teuchert auf der Gegenseite an den Ball, ließ seinen Verteidiger stehen und legte dann von der Grundlinie quer auf den Startelf-Rückkehrer Kaiser, der aus kürzester Distanz einnetzte (40.). Kaiser rechtfertigte nicht nur damit seine Startelf-Nominierung, Trainer Christoph Dabrowski bewies jedenfalls ein gutes Händchen. Vorlagengeber Teuchert hätte kurz vor der Pause gar auf 2:0 erhöhen können, doch obwohl er allein auf weiter Flur war, konnte Vasilj mit einem starken Reflex die Großchance zunichte machen.

Hohes Tempo nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel machte 96 dort weiter, wo es vor der Pause aufhörte: Kerk (48.) prüfte Vasilj aus der zweiten Reihe, den Flatterball wehrte der Torhüter des FC St. Pauli zur Ecke ab. Zwei Eckbälle später sprang der Ball von Julian Börners Knie knapp neben den Torpfosten (49.). Nur eine Minute später war der Innenverteidiger wieder mit vorgerückt, gab quasi den Linksaußen, doch sein riskanter Volley nach Flanke verpasste das Ziel dann doch bei Weitem.

Nach dieser starken Anfangsphase im zweiten Durchgang, in der auch der FC mit viel Schwung agierte und so 96 Räume ermöglichte, kamen die Kiez-Kicker nach einem Eckball von Leart Paqarada fast zum Ausgleich, doch Ron-Robert Zieler tauchte ab und entschärfte den Kopfball von St. Paulis Top-Torjäger Guido Burgstaller (52.). Das Tempo der Partie blieb enorm hoch, Chancen gab es auf beiden Seiten.

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Stolze setzt den Deckel drauf

Nur fünf Minuten nach Zielers Rettungstat zog Teuchert über rechts nach vorn, nahm den mitlaufenden Beier in der Mitte mit. Dessen Schuss aus zentraler Postition konnte Vasilj nicht weit genug zur Seite abwehren, so dass der heranstürmende Kerk sehenswert per Lupfer über den Schlussmann zum 2:0 abstauben konnte.

Die Partie ging weiter hin und her, Tempo und Einsatzbereitschaft blieben hoch. In der 72. Minute dann der Knockout für die Hamburger: Nach einer Flanke in den Strafraum bleibt der Ball rund acht Meter vor dem Tor liegen, Sebastian Stolze sagte danke und schob zum 3:0 ein. Es war sein erster Liga-Treffer für 96.

Was den Hamburgern in der in der 68. Minute noch (zurecht) verwehrt blieb, gab es dann in der 77.: Nach einem Börner-Foul an Daniel-Kofi Kyereh zeigte Schiedsrichter Bastian Dankert auf den Punkt. Burgstaller trat an, der schwache Schuss wurde von Zieler pariert. Doch die Freude über den gehaltenen Elfer wehrte nicht lang, da sich der Video-Schiedsrichter mit einiger Verzögerung meldete. Zieler hatte seine Torlinie zu früh verlassen. Der Starfstoß wurde wiederholt, Kyereh trat dieses Mal an - und nagelte die Kugel so unter die Latte, dass der Ball von der Linie aus dem Tor sprang. Es war nicht der Tag des FC St. Pauli an diesem Sonntag, Hannover 96 hingegen konnte seine starke Bilanz beim "Lieblingsgegner" ausbauen: Seit sechs Spielen ist Hannover am Millerntor ungeschlagen (vier Siege, zwei Remis).