15. März 2021 / 07:44 Uhr

Positiver Corona-Test bei Haraguchi: So geht es jetzt bei Hannover 96 weiter

Positiver Corona-Test bei Haraguchi: So geht es jetzt bei Hannover 96 weiter

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Genki Haraguchi ist der positiv getestete Spieler bei Hannover 96.
Genki Haraguchi ist der positiv getestete Spieler bei Hannover 96. © IMAGO/Zink / IMAGO/Peters
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Am späten Samstagabend wurde Hannover 96 vom positiven Corona-Test eines Spielers überrascht - es handelt sich um Genki Haraguchi. Wie geht es dem Japaner? Wo hat er sich angesteckt? Wie läuft die Quarantäne ab? Der SPORTBUZZER beantwortet alle wichtigen Fragen.

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Sportlich nur noch Mittelmaß, und jetzt wieder ein Corona-Fall mit Quarantäne. „Es ist eine schwierige Saison“, sagt 96-Chef Martin Kind. Die Fragen und Antworten zur neuesten Entwicklung.

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Was ist passiert?

Die 96-Mannschaft musste am Samstagmorgen zum obligatorischen Corona-Test vor dem sonntäglichen Spiel gegen Würzburg antreten. Am späten Abend kam das Ergebnis – Genki Haraguchi ist positiv getestet worden.

So lief es für die Japaner bei Hannover 96:

<b>Hiroki Sakai</b> spielte von 2012 bis 2016 für Hannover 96. Insgesamt kam der Außenverteidiger für die Roten in 102 Spielen zum Einsatz, erzielte dabei zwei Tore und gab vier Vorlagen. Der 30-Jährige machte in Hannover die meiste Zeit einen soliden Job als rechter Verteidiger - zum absoluten Leistungsträger hat es trotzdem nie so richtig gereicht. Heute spielt Sakai in Frankreich bei Olympique Marseille und ist Stammspieler. In der letzten Spielzeit, die wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, ist er mit OM Zweiter geworden.  Zur Galerie
Hiroki Sakai spielte von 2012 bis 2016 für Hannover 96. Insgesamt kam der Außenverteidiger für die Roten in 102 Spielen zum Einsatz, erzielte dabei zwei Tore und gab vier Vorlagen. Der 30-Jährige machte in Hannover die meiste Zeit einen soliden Job als rechter Verteidiger - zum absoluten Leistungsträger hat es trotzdem nie so richtig gereicht. Heute spielt Sakai in Frankreich bei Olympique Marseille und ist Stammspieler. In der letzten Spielzeit, die wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, ist er mit OM Zweiter geworden.  ©

Was folgt daraus?

Die Mannschaft wurde in Hausarrest geschickt, das Spiel gegen Würzburg abgesagt. „Zum Schutz der Spieler und um ein weiteres Ausbreiten der Infektion zu verhindern, ist die Quarantäne unumgänglich“, erklärte Mannschaftsarzt Axel Partenheimer, der auch der Hygienebeauftragte ist.

Wer muss in Quarantäne?

Nicht betroffen sind die verletzten Timo Hübers und Franck Evina sowie Reha-Trainer Dennis Fischer – sie können sich frei bewegen. Auch Sportchef Gerhard Zuber bleibt von der Quarantäne verschont. „Ich bin Kontaktperson Kategorie zwei.“ Er hatte am Freitag einen Termin in Düsseldorf und war Samstag auch nicht im Stadion. Alle anderen Spieler, Trainer Kenan Kocak und ein Physiotherapeut sind als Erstkontakte seit Samstagabend in Quarantäne. Bereits seit vergangenem Mittwoch ist Torwart Michael Esser in Quarantäne – als Erstkontakt eines Familienmitglieds.

Wie schwer hat es Haraguchi erwischt?

„Dem Spieler geht es gut, er hat keine Symptome“, sagt Partenheimer. Der Japaner hat auch nur ein leicht positives Testergebnis. Auch seiner Frau soll es gut gehen.

Weiß man, wo sich Haraguchi angesteckt hat?

Das lässt sich offenbar nicht nachvollziehen. „Ob­wohl wir uns an alle Hygiene- und Sicherheitsvorschriften gehalten haben, gibt es keine Garantie, dass so ein Fall nicht auftritt“, erklärt Teamarzt Partenheimer.

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Wie geht es weiter?

Die Mannschaft und Trainer werden heute erneut getestet. Sind dann alle Ergebnisse negativ, gibt’s bei 96 die kleine Hoffnung, dass die Quarantäne doch wieder aufgehoben werden könnte.

Warum mussten die Auer beim letzten 96-Spiel und die Bayern-Mannschaft nach Corona-Fällen nicht komplett in Quarantäne?

Das entscheiden die jeweiligen Gesundheitsämter – und zwar durchaus unterschiedlich in den verschiedenen Bundesländern. Der Auer Profi Clemens Fandrich und ein Athletiktrainer hatten vor und nach dem PCR-Test offenbar keine Erstkontakte zu anderen Spielern oder Trainern. Die Bayern belegten bei Thomas Müller, dass er sich nicht 15 Minuten ohne Maske mit anderen Kollegen in einem Raum befunden, also keine Kontaktperson der Kategorie eins getroffen habe. Nur Müller musste in Quarantäne. Holstein Kiel und Jahn Regensburg mussten sich jüngst komplett in Quarantäne begeben – genau wie 96 jetzt.

Wie hilft 96 den Profis?

Kurios: Fast genau vor einem Jahr (12. März) war das 96-Team nach dem Positivtest von Jannes Horn schon mal in Quarantäne geschickt worden. „Es fühlt sich ein bisschen an wie bei ‚Und täglich grüßt das Murmeltier’“, sagt Zuber: „Wir schauen jetzt, wem wir Essen liefern, wenn jemand allein lebt.“ Zuber koordiniert auch das Fitnessprogramm. „Wir verteilen jetzt auch die Spinningräder. Wir tragen gerade die Programme zusammen für die Spieler. Die Drähte glühen.“

Wie lange müsste die Mannschaft trainieren, bis sie wieder spielen kann?

„Normalerweise sagt man, du musst so lange trainieren, wie du raus warst. Aber ich glaube nicht, dass die Liga uns viel Zeit geben wird.“ Da hilft es 96, dass Länderspielpause ist. Die Nationalspieler können ihre Nominierung allerdings auch nicht wahrnehmen. Das betrifft Haraguchi, Sei Muroya, Valmir Sulejmani, Florent Muslija, Simon Falette, Jaka Bijol und Niklas Hult.

Das ist der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2020/21 der 2. Bundesliga:

Hannover 96 spielt in der aktuellen Zweitligasaison unter anderem gegen Fortuna Düsseldorf, den HSV und Eintracht Braunschweig.  Zur Galerie
Hannover 96 spielt in der aktuellen Zweitligasaison unter anderem gegen Fortuna Düsseldorf, den HSV und Eintracht Braunschweig.  ©

Welche Partien sind betroffen?

Auch das 96-Spiel am kommenden Freitag in Kiel müsste ausfallen. Die offizielle Absage steht allerdings noch aus. Danach folgt die Länderspielpause. Weiter geht’s dann für 96 am Ostersonntag gegen den HSV (4. April).