30. April 2021 / 06:54 Uhr

"Müssen kommerziell denken": Darum ist Gerhard Zuber noch Sportdirektor bei 96

"Müssen kommerziell denken": Darum ist Gerhard Zuber noch Sportdirektor bei 96

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gewissermaßen ein Sportdirektor auf Abruf bei Hannover 96: Gerhard Zuber.
Gewissermaßen ein Sportdirektor auf Abruf bei Hannover 96: Gerhard Zuber. © Florian Petrow
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Wie die Zukunft von Gerhard Zuber in Hannover aussieht, ist laut Martin Kind "ganz offen. Wir müssen kommerziell denken", betont der 96-Boss. Der Sportdirektor hat einen bis 2023 gültigen Vertrag, eine Trennung würde wie bei Coach Kocak viel Geld kosten. "Außerdem muss man die Alternativen kennen."

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Der vielleicht größte Schwindel unter Trainern und sportlich Verantwortlichen ist dieser immer wieder zu vernehmende Satz: „Es geht doch nicht um mich oder um einzelne Personen. Es geht um … (hier können dann die jeweiligen Vereinsnamen eingesetzt werden) … Hannover 96.“ Gesprochen in dem Fall von Kenan Kocak, nachdem seine Entlassung auf Raten am Mittwoch bekannt gegeben worden war

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Es ging aber auch bei der Trennung um viel Geld und das Bild, das vom Trainer geschaffen werden soll. Kocak will ja schließlich schnell wieder einen neuen Verein finden, was auch im 96-Interesse ist, weil dadurch Geld gespart werden kann.

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Die finanziellen Sorgen in der Folge der Corona-Krise sind auch der Grund, dass Gerhard Zuber noch Sportchef ist. „Wir müssen kommerziell denken“, gibt 96-Chef Martin Kind vor. Zuber hat wie Kocak einen Vertrag bis 2023 unterschrieben.

"Man muss die Alternativen kennen"

Das Prozedere war kompliziert und ein Fall für Arbeitsrechtler. Zuber hatte vor Gericht einen unbefristeten Vertrag erstritten in der Zeit, als er nach der Entlassung seines Chefs Horst Heldt kaltgestellt worden war.

Als Zuber dann nach der Beurlaubung von Jan Schlaudraff zum Sportchef befördert wurde, wurde vor Gericht der unbefristete in einen befristeten Vertrag umgewandelt. Aber auch der gilt noch zwei Jahre, bei 30 000 Euro monatlich sind das 720 000 Euro. Viel Geld für einen Sportchef, dem nicht mehr vertraut wird. 

Kind sagt, die Entscheidung über Zubers Zukunft stehe noch aus. „Das ist ganz offen“, er habe erstmal die Baustelle Kocak abarbeiten müssen. „Außerdem muss man die Alternativen kennen.“

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©

Erstmal soll aber Zuber die Gespräche mit den möglichen Zugängen weiterführen. Kind sieht kein Problem darin, einen quasi abgeschobenen Sportchef mit Wunschspielern verhandeln zu lassen. Zuber habe die Gespräche ja auch begonnen.