13. Oktober 2020 / 09:28 Uhr

"Kommt völlig kaputt zurück": 96-Sportdirektor Zuber sauer wegen Jaka Bijol

"Kommt völlig kaputt zurück": 96-Sportdirektor Zuber sauer wegen Jaka Bijol

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Begeisterung über die mögliche Einsatzzeit von Jaka Bijol in der derzeitigen Länderspielphase sieht anders aus als bei 96-Sportdirektor Gerhard Zuber (eingeklinkt).
Begeisterung über die mögliche Einsatzzeit von Jaka Bijol in der derzeitigen Länderspielphase sieht anders aus als bei 96-Sportdirektor Gerhard Zuber (eingeklinkt). © imago images
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Die Begeisterung bei den Verantwortlichen von Hannover 96 über die aktuelle Länderspielpause hält sich in Grenzen. Simon Falette steckt nach positiven Corona-Fällen in Guineas Nationalteam in Quarantäne, und der Slowene Jaka Bijol könnte nach fünf Halbzeiten in sieben Tagen entkräftet zurückkehren.

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Der Fall ist so kurios wie so viele Fälle während der Corona-Krise: Hannover 96 fischte nach einem für die 2. Bundesliga eher überqualifizierten Verteidiger und bekam Simon Falette. „Ein guter Fang“, findet Fredi Bobic, Chef von Eintracht Frankfurt, wo Falette herkommt.

Am Tag der Unterschrift musste 96 Falette schon wieder von der Angel lassen. Der Linksfuß zog vor einer Woche in ein Hotel in Faro mit dem Nationalteam Guineas. Fünf Landsleute wurden nach obligatorischen Abstrichen positiv getestet. Trotzdem spielte Guinea mit Falette am Samstag gegen Kap Verde und rumpelte sich ein 2:1 zurecht.

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Das für Dienstag geplante Spiel gegen Gambia sagte Guinea ab. Am Montag hockte Falette im Hotel in Frankfurt und wartete in Quarantäne auf das Resultat seines vierten Abstrichs innerhalb einer Woche. Drei Tests waren bisher negativ, ist es der vierte auch, kehrt er am Dienstag mit dem Auto nach Hannover zurück. 96 hofft, dass Falette am Mittwoch trainieren kann.

Drei Länderspiele in einer Woche?

Bei Falette kann die Story noch gut ausgehen, weil er früher nach Hannover zurück­kehrt als gedacht. „Bei Jaka Bijol ist es noch schlimmer“, findet 96-Sportdirektor Gerhard Zuber. Normalerweise würde jeder sagen: Läuft doch gut für Bijol. Sloweniens Trainer Matjaz Kek setzte den neuen 96-Sechser vergangenen Mittwoch 45 Minuten gegen San Marino ein.

„Das hat er so gut ge­macht, dass er gegen das Kosovo dann noch mal 90 Minuten gespielt hat“, ärgert sich Zuber, „und das hat er dann wieder gut gemacht. Dann wird er wohl noch mal 90 Minuten spielen.“ Slowenien gewann mit 1:0 beim Kosovo, wo Florent Muslija verkraftbare sechs Minuten Einsatzzeit bekam. Aber Bi­jol?

Der Mittelfeldspieler wird am Mittwoch in Chisinau wohl erneut gegen das Nationalteam aus Moldau ackern müssen. In einem Land, das aktuell aus Sicht der Bundesregierung zu den Corona-Risikogebieten zählt.

Kocak und Bijol haben Kontakt

Fünf Halbzeiten innerhalb von sieben Tagen hätte Bijol dann in den Knochen, dazu den Rückflug nach Hannover. „Der kommt doch völlig kaputt zurück“, sagt Zuber, „der könnte für uns gar nicht spielen.“ Bis Sonntag wäre es tatsächlich knapp. 96-Trainer Kenan Kocak hat Kontakt zu Bijol.

Eventuell bekommt 96 es noch hin, dass die Slowenen den neuen 96-Leuchtturm im Mittelfeld schonen. In der Länderspielpause wird kaum jemand geschont, der sich auf Reisen befindet. Muslija beispielsweise fliegt am Dienstag nach Griechenland, am Mittwoch steht das nächste Duell in der Nations League an.

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