16. November 2021 / 13:14 Uhr

Suche nach stabiler 96-Achse: Börner und Hinterseer aber weiterhin fraglich

Suche nach stabiler 96-Achse: Börner und Hinterseer aber weiterhin fraglich

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wieder auf dem Trainingsplatz - aber am Freitag auch in der Startelf? Julian Börner (links) und Lukas Hinterseer.
Wieder auf dem Trainingsplatz - aber am Freitag auch in der Startelf? Julian Börner (links) und Lukas Hinterseer. © Florian Petrow
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Über eine stabile Achse verfügt 96 nach wie vor nicht. Es würde schon helfen, wenn Julian Börner am Freitag gegen Paderborn wieder mitwirken könnte. Der Einsatz des Innenverteidigers scheint jedoch genauso fraglich wie der von Lukas Hinterseer.

Es kann ja nicht falsch sein, von den obersten Fußballlehrern der Nation zu lernen. „Eine Achse war Jogi Löw und mir auch bei der Nationalelf immer wichtig“, hat Hansi Flick mal gesagt. Diese geht nicht nur bei Flick „immer von hinten nach vorne, beginnend mit Torwart, Innenverteidiger, Sechser“, davor ein zentraler Mittelfeldspieler und ein Stürmer. Bei den Bayern wären das vorne Thomas Müller und Robert Lewandowski. So eine goldene Achse hat der 96-Trainer natürlich nicht zur Verfügung. Jan Zimmermann wäre schon froh, wenn seine Achse nicht ächzen und schlingern würde.

So aber wird aus der 96-Klapperkiste kein Rennwagen. Das geht beim Torwart los. Martin Hansen vertritt den mindestens bis Jahresende verletzten Ron-Robert Zieler. Der Däne zeigt sich als eher wacklige Nummer eins. Tore in Regensburg und gegen Aue gehen auf seine Kappe. In der Spieleröffnung patzt Hansen auch zu oft, seine Bälle landen gern mal in Höhe Mittellinie im Seitenaus. Eine Alternative hat Zimmermann allerdings nicht, solange Zieler fehlt.

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Am besten besetzt ist 96 auf der Achse beim Innenverteidiger. Julian Börner ist der beste Zweikämpfer der Mannschaft, er gewann fast 70 Prozent seiner Duelle. In der 2. Liga ist er damit der zweitbeste. Der 30-Jährige fehlte zuletzt in Düsseldorf wegen einer Muskelverletzung. Am Montag trainierte Börner immer noch nicht komplett mit der Mannschaft. Der Mentalitätsanführer droht am Freitag (18.30 Uhr) gegen Paderborn weiter auszufallen.

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Als defensiver Mittelfeldspieler hat sich Gaël Ondoua gegen Tom Trybull durchgesetzt. Beim 26-Jährigen wechseln sich gute und schwache Phasen ab – damit ist Ondoua ein Sinnbild für die Mannschaft. Er muss seine Ausschläge verringern.

Kerk taugt als Kraftzentrum

Vor Ondoua hat sich Sebastian Kerk als Kraft­zen­trum bewiesen. Der beste 96-Torschütze (vier Treffer in der Liga) war an sechs der nur zehn 96-Tore beteiligt. Auf den 27-Jährigen scheint Verlass zu sein. Kerk spielt in dem Bereich zwischen vorderem Mittelfeld und Angriff – als „Neuneinhalb“, wie es Sportchef Marcus Mann beschreibt.

Ganz vorn ist 96 überhaupt nicht auf Achse. Der Platz ist frei, es fallen zu wenig Tore, das ist eines der Hauptprobleme. Vorgesehen als Torgarant war Lukas Hinterseer als Ersatz für Marvin Ducksch. Möglich, dass der 30-Jährige Rost angesetzt hat. Er traf bei sechs Startelfchancen noch nicht.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Hinterseer fehlte in den letzten drei Partien (inklusive DFB-Pokal) verletzt, trainierte am Montag auch noch teilweise abseits des Teams. Unklar, ob der Österreicher ein Thema für die Partie gegen Paderborn wird. Zimmermann müsste sich dann entscheiden: Bisher brachte der Trainer Hinterseer immer von Anfang an, solange er fit war – und moderierte alle Zweifel weg. Bleibt es dabei?

Am besten harmonierte Maximilian Beier mit Kerk in der Sturmspitze, beispielhaft beim 3:0 im Pokal gegen Düsseldorf. Beier hatte auch eine Woche ausgesetzt, war aber am Dienstag wieder voll dabei. Seine Lieblingsposition ist die Sturmspitze, Zimmermann könnte ihn aber wieder von der Achse nehmen und nach außen versetzen. Hendrik Weydandt wäre als Achsenstürmer dagegen weniger geeignet. Lange Bälle auf Weydandt kloppen, damit er die dann per Kopf ablegt, ist eine allzu berechenbare Spielidee.

Klar scheint: Mit einer zu kurzen, wackeligen Achse wird 96 nicht ins Rollen kommen. Es bleibt Zimmermann aber auch nicht mehr viel Zeit, den richtigen Dreh zu finden.