24. Mai 2021 / 13:51 Uhr

"Alte Liebe" 96 statt 1. Liga: Sebastian Ernst kehrt als Fürther Aufstiegsheld nach Hannover zurück

"Alte Liebe" 96 statt 1. Liga: Sebastian Ernst kehrt als Fürther Aufstiegsheld nach Hannover zurück

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jubel auf dem Rathausbalkon: Sebastian Ernst (Mitte) feiert mit seinen Fürther Teamkollegen Havard Nielsen (links) und Paul Seguin (rechts).
Jubel auf dem Rathausbalkon: Sebastian Ernst (Mitte) feiert mit seinen Fürther Teamkollegen Havard Nielsen (links) und Paul Seguin (rechts). © IMAGO/Zink
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Hannover 96 darf sich auf einen Aufstiegshelden freuen. Sebastian Ernst feierte mit seinem Klub SpVgg Greuther Fürth die Rückkehr in die Bundesliga. Er selbst wird aber in der kommenden Saison weiter in der 2. Liga spielen - bei seinem Heimatverein 96.

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Herzschlagfinale mit Happy End: Das letzte Spiel von Sebastian Ernst für die SpVgg Greuther Fürth geriet zum perfekten Abschied. Wegen der gleichzeitigen Niederlage von Holstein Kiel gegen den SV Darmstadt 98 schafften die Kleeblätter durch einen 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf den direkten Aufstieg. Danach hatte es noch zur Halbzeit überhaupt nicht ausgesehen. Fürth lag in Unterzahl zurück, Kiel führte. Doch während Holstein den eigenen Vorsprung noch verspielte, drehten Branimir Hrgota (53.), Julian Green (69.) und Dickson Abiama (83.) die Party in der Trolli-Arena.

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Mittendrin im Fürther Jubel: Mittelfeldstratege Ernst, der nur ein Saisonspiel gelb-rot-gesperrt verpasste und mit sieben Toren und sechs Assists erheblichen Anteil an der starken Saison des Tabellenzweiten hatte. Doch statt Bundesliga-Abenteuer mit den Franken heißt es für Ernst in der kommenden Saison: 2. Liga mit Hannover 96, das die Spielzeit auf einem enttäuschenden 13. Platz abschloss.

Sebastian Ernst auf den Spuren von Huszti, Zieler und Co.: Die "verlorenen Söhne" von Hannover 96

<b>Sebastian Ernst:</b> Das Eigengewächs, von 2006 bis 2016 bei 96 ausgebildet, stand unter Tayfun Korkut bereits ein paar mal im Profikader, als eine Syndesmosebandverletzung den Spielmacher zurückwarf. Korkuts Nachfolger Michael Frontzeck schickte Ernst zurück zu den Amateuren, es folgte der Wechsel nach Magdeburg in die 3. Liga. Zur Galerie
Sebastian Ernst: Das Eigengewächs, von 2006 bis 2016 bei 96 ausgebildet, stand unter Tayfun Korkut bereits ein paar mal im Profikader, als eine Syndesmosebandverletzung den Spielmacher zurückwarf. Korkuts Nachfolger Michael Frontzeck schickte Ernst zurück zu den Amateuren, es folgte der Wechsel nach Magdeburg in die 3. Liga. ©

"Es ist eine Entscheidung für Hannover 96"

Schon seit zweieinhalb Monaten steht fest, dass der gebürtige Neustädter Ernst in seine Heimat zurückkehrt - nun tut er das tatsächlich als Aufsteiger. Trotz der schon damals realistischen Aussicht, mit Fürth in der Bundesliga zu spielen, entschied sich Ernst für eine weitere Zweitligasaison. Der 26-Jährige kommt ablösefrei, bei 96 hat er für drei Jahre zugesagt. "Alte Liebe" statt neues Abenteuer also.



"96 ist der Klub, bei dem ich die meiste Zeit meines Lebens gespielt habe. Es ist eindeutig eine Entscheidung für Hannover 96 und keine gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth. Es ist Ehrensache, dass ich dort natürlich bis zum letzten Tag alles geben werde", sagte Ernst im März.

Gesagt, getan: Beim Fürther Aufstieg half er bis zum Schluss kräftig mit, nun soll er bei 96 den schmerzhaften Abgang von Genki Haraguchi kompensieren. Der wiederum wagt den Sprung in die Bundesliga - den Ernst mit Fürth hätte gehen können.

Ernst spielte zehn Jahre für 96, wurde dann aussortiert

Ernst ist ein typisches Beispiel für einen der vielen Spieler, die bei 96 verkannt wurden. Geboren in Neustadt am Rübenberge, kickte er zwischen 2006 und 2016 bei 96. In der Bundesliga schaffte er es nur auf die Bank, spielte einmal im DFB-Pokal. Als es nach seinem Durchbruch aussah, stoppte ihn eine Verletzung. Ernst ging den Umweg über den 1. FC Magdeburg und die Würzburger Kickers, ehe er 2017 in Fürth landete und sich dort zum Leistungsträger mauserte.

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Nun will er bei den Roten als gereifter Profi durchstarten. Sportchef Gerhard Zuber freut sich, "dass wir mit Sebastian Ernst einen Spieler für uns gewinnen, der sich zu 100 Prozent mit Hannover 96 identifiziert". Und einen, der weiß, wie man aufsteigt. Vielleicht gelingt ihm das ja auch eines Tages mit 96.

tk