20. November 2020 / 10:50 Uhr

"So dumm sind wir nicht": 96-Trainer Kenan Kocak über das Spiel in Würzburg 

"So dumm sind wir nicht": 96-Trainer Kenan Kocak über das Spiel in Würzburg 

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kenan Kocak will mit Hannover 96 erneut in Würzburg gewinnen - dieses Mal in der Liga.
Kenan Kocak will mit Hannover 96 erneut in Würzburg gewinnen - dieses Mal in der Liga. © Florian Petrow
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Im DFB-Pokal hat es schon funktioniert, am Sonntag soll es nun auch endlich in der 2. Bundesliga klappen: ein Auswärtssieg für Hannover 96. Und wieder geht es zu den Würzburger Kickers. Auf der PK vor der Partie warnte Trainer Kenan Kocak allerdings davor, die Schwere der Aufgabe zu unterschätzen.

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Wenn nicht in Würzburg, wo dann? Hannover 96 sehnt den ersten Auswärtssieg in der 2. Bundesliga herbei, am Sonntag um 13.30 Uhr soll er endlich gelingen. Mut machen müsste der Mannschaft von Kenan Kocak, dass sie bei den Kickers in dieser Saison bereits erfolgreich gewesen ist: In der 1. Runde des DFB-Pokals bezwangen die Roten den Aufsteiger mit 3:2.

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Seither haben die Franken allerdings zweimal ihren Trainer gewechselt. Nicht nur deswegen warnt der Coach von Hannover 96 vor der Aufgabe beim doch recht abgeschlagenen Schlusslicht, das nach sieben Spieltagen erst einen Punkt auf der Habenseite verbuchen konnte, warnen. Kocak sprach unter anderem über...

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… den Verlauf der Länderspielpause:

„Wir hatten einige, die zu ihren Nationalmannschaften gereist sind, einige Angeschlagene. Wir haben einige Nachwuchsspieler hochgezogen, um sie zu sehen, aber auch um, überhaupt effektiv trainieren zu können. Wir haben täglich versucht, uns weiterzuentwickeln. Die Jungs haben wie immer gut gearbeitet, gut mitgezogen. Der Test gegen Wolfsburg hat mir sehr gut gefallen. Da war einer für den anderen da, sie haben sich als Truppe unterstützt. Ich bin zufrieden mit den letzten Tagen.“

… die gastgebenden Kickers:

Es bestehe immer die Gefahr, dass man den Gegner unterschätze, wenn man zum Schlusslicht fährt und im Pokal dort schon gewonnen hat. Aber: „So dumm und so naiv sind wir nicht, um in diese Fallen zu tappen. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe.“ Würzburg habe mit viel Pech schon einige Punkte liegen lassen. „ Wir dürfen uns nicht von der Tabellenkonstellation oder von dem, was geschrieben wird, blenden lassen.“

… den Erfolg im DFB-Pokal:

Der Sieg im Pokal sei überhaupt nicht hilfreich. „Das ist mittlerweile eine ganz andere Mannschaft, seitdem ist in Würzburg sehr, sehr viel passiert. Sie haben neue Spieler dazubekommen, einen neuen Trainer. Das kann man gar nicht mehr mit dem vergleichen.“

… die personelle Situation:

„Duckschi trainiert voll mit, bei Henne Weydandt sieht man in den Sprints manchmal, dass er noch mit angezogener Handbremse unterwegs ist. Wir hoffen, dass das bis zum Spiel aus dem Kopf ist.“ Definitiv ausfallen werden Linton Maina und Timo Hübers. „Hübi hat eine Stauchung im Knie. Wie lange das dauern wird, wissen wir nicht.“ Vielleicht kann er Anfang oder Mitte nächster Woche schon wieder mittrainieren.

Re-LIVE: PK vor dem 96-Spiel in Würzburg

… den Zustand von Jaka Bijol:

„Er ist gesund, aber natürlich auch müde vom Spiel und den Reisestrapazen. Wir müssen schauen, wie weit wir diese Müdigkeit bei ihm rauskriegen. Es bringt nichts, ihn aufzustellen, wenn er die geistige und körperliche Frische nicht hat.“ Natürlich habe das Trainerteam einen Plan B im Hinterkopf.

… die Startelfchance von Patrick Twumasi:

„Wir haben noch zwei Einheiten vor der Brust. Ohne im Detail zu wissen, wie die Spieler von ihren Nationalmannschaften zurückgekehrt sind, ist es noch zu früh, dazu etwas zu sagen. Wir haben von vornherein gesagt, dass uns jeder Tag hilft, in denen er im Mannschaftstraining dabei ist. Er hat voll mitgezogen, ich bin mit seinem Fleiß sehr einverstanden. Er trainiert sehr gut, wir sind einen deutlichen Schritt vorangekommen.“

… Auf und Ab bei Florent Muslija:

„Er ist ein junger Spieler, ein hochtalentierter Spieler, der ungemein viele Qualitäten mit sich bringt. Das Problem ist, dass er seine Qualitäten nicht Woche für Woche auf den Platz bringt. Daran gilt es, mit ihm zu arbeiten. Der Junge muss lernen, dass seine Qualität zwar unbestritten ist, aber dass die auch nur zum Tragen kommt, wenn er eine gewisse Konstanz reinbekommt. Das geht nur durch harte Arbeit und die richtige Mentalität. Wenn er jede Woche abrufen könnte, was in ihm steckt und was er uns im Training zeigt, dann ist er ein Wahnsinnsunterschiedsspieler in der 2. Bundesliga.“

… die Schwäche bei eigenen Standards:

„Die Kritik ist komplett berechtigt. Das wissen wir auch, dass wir da Nachholbedarf haben. Bei Standards ist es wie im Leben: Man muss da sein, wenn es drauf ankommt. Wir müssen da noch mehr die Gier in der Box haben. Aber auch da bin ich sehr optimistisch.“