22. Juli 2021 / 11:51 Uhr

Bremen? Da war doch was! 96-Stürmer Weydandt und das Wiedersehen mit Werder

Bremen? Da war doch was! 96-Stürmer Weydandt und das Wiedersehen mit Werder

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mit der Jokerrolle in Bremen verbindet Hendrik Weydandt nicht ganz schlechte Erinnerungen...
Mit der Jokerrolle in Bremen verbindet Hendrik Weydandt nicht ganz schlechte Erinnerungen... © Florian Petrow/IMAGO/Sven Simon
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Für die 96-Startelf wird es für Hendrik Weydandt zum Saisonauftakt schon allein wegen der Zerrung, mit der er zuletzt zu kämpfen hatte, nicht reichen. Aber als Joker könnte der 26-Jährige in Bremen zum Einsatz kommen. Und diese Kombination hat sich schon einmal als sehr erfolgreiche erwiesen...

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Das Tor, mit dem für ihn alles begann, fiel in Bremen. Eingewechselt in der 75. Minute, bei seiner Profipremiere am 25. August 2018, die auch der Start in die Bundesliga-Saison war. Werder spielte auf Abseits, der 96-Joker war plötzlich frei und überlistete Torwart Pavlenka – das 1:0 für 96 (Endstand 1:1). Nur eine Minute hatte Hendrik Weydandt da auf dem Platz gestanden. Märchenhaft für einen Fußballer, der eben erst aus Egestorf/Langreder zu 96 gewechselt war.

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Sein Trainer in der 4. Liga hieß Jan Zimmermann. Er hatte Weydandt in der Kreisliga entdeckt und nach Egestorf geholt. Und wie der Fußball so spielt, haben sie ihre alten Rollen wieder eingenommen. Der Trainer und sein Stürmer – jetzt in der 2. Liga. Verbunden mit der 96-Hoffnung, dass der Ratgeber von früher Weydandt wieder in die Spur bringt.

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Denn die vergangene Saison verlief enttäuschend, auch für ihn. Nur vier Törchen erzielte er. Viel zu wenig für die Erwartungen des Vereins, der dem Stürmer einen sehr gut dotierten Vertrag gegeben hatte. Sogar in seiner ersten 96-Saison – in der Bundesliga – hatte er sechsmal getroffen.

Schatzschneider fordert Extrastunden

Warum hat Weydandt den Torinstinkt verloren? 96-Scout Dieter Schatzschneider, noch immer der bislang beste Zweitliga-Torjäger, rät: „Er muss sich 100-prozentig auf seinen Job konzentrieren und alles dafür tun, der alte Henne zu werden. Dazu gehören auch Extrastunden auf dem Trainingsplatz.“

Und wann gäbe es dazu einen besseren Moment, der alte Henne zu werden, als bei der Rückkehr ins Werder-Stadion. Wieder ist es am Samstag der Saisonstart. Wahrscheinlich wird Weydandt auch erneut nur als Joker ins Spiel kommen.

Vor der Generalprobe gegen Magdeburg (2:4) am vergangenen Samstag konnte der 26-Jährige wegen eine Zerrung zehn Tage nicht trainieren. „Das in der Zeit, in der wir intensiv gearbeitet ha­ben“, erläuterte Zimmermann. Weydandt kam erst kurz vor Schluss für sechs Minuten in die Partie. Auch wenn der Trainer überzeugt ist, Weydandt heranzuführen „geht mit Sicherheit sehr schnell“ – für Werder dürfte es keinesfalls für die Startelf reichen.

Hendrik Weydandts Fußballkarriere in Bildern:

Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. Zur Galerie
Hendrik Weydandt (rechts) begann seine Fußballkarriere beim TSV Groß Munzel. ©

In Zimmermanns favorisiertem System ist ohnehin nur Platz für einen Stürmer. Marvin Ducksch ist gesetzt, dazu kommen zwei offensive Außen.

Zimmermann muss eines der größten Pro­ble­me lösen, die 96 die vergangene Saison vermiesten: Die Mannschaft erzielte zu wenig Tore. Mit Genki Haraguchi hat dazu der zweitbeste Torschütze (9 Treffer) den Klub verlassen. Träfe Sebastian Kerk so wie zuletzt in Osnabrück (10 Tore), wäre er der Haraguchi-Ersatz – aber auch nicht mehr. Andere Spieler müssen auch treffen. Sebastian Ernst (7 Tore für Fürth), Sebastian Stolze (6 für Regensburg) sollten ihre Quote auch schon halten.

Und dann sollte eben auch Weydandt seine Quote wieder erhöhen. Zweistellig treffen muss das Ziel sein, auch wenn Schatzschneider darüber schmunzelt: „Heutzutage wird man schon gefeiert, wenn du in der 2. Liga 15 Tore machst. Da hätte ich früher meinen Vertrag zurückgegeben.“