04. Oktober 2021 / 10:37 Uhr

"Das wird Erfolg haben": 96-Coach Zimmermann bleibt bei Hinterseer entspannt

"Das wird Erfolg haben": 96-Coach Zimmermann bleibt bei Hinterseer entspannt

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Stürmer Lukas Hinterseer wurde auch in Nürnberg kaum in Szene gesetzt, Coach Zimmermann (eingeklinkt) sieht die Mitspieler in der Pflicht.
96-Stürmer Lukas Hinterseer wurde auch in Nürnberg kaum in Szene gesetzt, Coach Zimmermann (eingeklinkt) sieht die Mitspieler in der Pflicht. © IMAGO/Zink
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Torgefahr ging von Lukas Hinterseer in Nürnberg nicht aus, 96-Coach Jan Zimmermann gibt sich aber entspannt und steigt nicht in eine Debatte um eine zweite Sturmspitze ein: "Wenn wir mit dieser Art und Weise, Fußball zu spielen, weitermachen, wird das Erfolg haben."

Lukas Hinterseer war beim 0:0 in Nürnberg vieles, aber nicht torgefährlich. Kein Abschluss kam vom Torjäger aufs Nürnberger Tor. Hinterseer spielt vorne mit, legt ab, „macht viele Bälle fest“. 96-Trainer Jan Zimmermann lobte den Stürmer ja zu Recht deswegen. Ein bisschen Mitleid schwingt da mit bei Zimmermann: „Er hat’s dann einfach auch mal verdient, dass mal ’ne Flanke irgendwie in seine Richtung kommt, damit er mal eine Kopfballchance bekommt. Das ist mit Sicherheit ein Punkt, an dem wir arbeiten müssen.“

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Der Arbeitsauftrag geht weniger an Hinterseer, umso mehr an Spieler wie Jannik Dehm. Der Rechtsverteidiger jagte Flanken über die einzige Spitze hinweg. Sebastian Kerk stieß ein halbes Dutzend Eckbälle auf Kniehöhe vor den ballnahen Pfosten. Hinterseer lauert, aber der Ball kommt nicht seine Nähe. Die Abläufe, die 96 einst mit Marvin Ducksch mehr schlecht als recht verband, passen nicht im 96-Angriff.

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Hinterseer ist ein anderer Typ als der Torschusskönig Ducksch. Der Neu-Bremer schießt im Schnitt pro Spiel fünfmal aufs Tor. Bei Hinterseer stehen in vier Spielen insgesamt fünf Schussversuche in der Statistik. Trainer Zimmermann lobte Hinterseer nach dem Nürnberg-Spiel für sein „sehr gutes Spiel gegen den Ball“. Und mit Ball? Passiert nicht viel. „Wenn man 19 Flanken spielt und oft auch einen freien Fuß hat, da müssen wir schon auch Genauigkeit reinbekommen“, sagte Zimmermann.

Auch zu diesem Thema existiert eine Saisonstatistik: 96 liegt auf Platz drei bei den „erfolglosen Flanken und Eckbälle“ (159). Nur Heidenheim (160) und Düsseldorf (163) liegen häufiger daneben. Umgekehrt gibt es eine Statistik mit der Überschrift „Flankengenauigkeit“: Hier ist Hannover Vorletzter, schlechter ist nur Liga-Schlusslicht Ingolstadt. Bei der Überraschungsmannschaft aus Regensburg fanden 32 Flanken den eigenen Mann, bei 96 nur 19.

Zimmermann steigt nicht in Zweite-Spitze-Debatte ein

Die Passquote in der gegnerischen Hälfte ist bei Hannover hingegen überproportional gut. Hannover gehört zu den Big Five neben Hamburg, Bremen, Düsseldorf und Kiel. Was auch an Hinterseer liegen kann.

Derweil vernachlässigt 96 das Kerngeschäft. „Wir wollten gewinnen, dafür müssen wir ein Tor schießen, das haben wir nicht geschafft“, sagte Zimmermann treffend. Ob Hinterseer Unterstützung bräuchte durch einen zweiten Stürmer? In die Debatte steigt Zimmermann nicht ein: „Wenn wir mit dieser Art und Weise, Fußball zu spielen, weitermachen, wird das Erfolg haben. Ich bin da deutlich entspannter als der eine oder andere Medienvertreter.“