04. September 2021 / 10:11 Uhr

Können Beier und Maina liefern? 96-Stürmer Hinterseer braucht für Tore gute Flanken

Können Beier und Maina liefern? 96-Stürmer Hinterseer braucht für Tore gute Flanken

Jonas Szemkus und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Daumen hoch: Lukas Hinterseer zeigt sich beim Training zufrieden mit den neuen Kollegen. In der Liga könnten Linton Maina (kleines Foto oben) und Talent Maximilian Beier (unten) ihm Flanken für Tore liefern.
Daumen hoch: Lukas Hinterseer zeigt sich beim Training zufrieden mit den neuen Kollegen. In der Liga könnten Linton Maina (kleines Foto oben) und Talent Maximilian Beier (unten) ihm Flanken für Tore liefern. © Florian Petrow/IMAGO
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Lukas Hinterseer wird gesetzt sein im Sturm von Hannover 96. Um seine starke Torquote bei den Roten beizubehalten, braucht er allerdings gute Flanken. Diese könnten von Maximilian Beier und Linton Maina kommen. Einiges spricht dafür, dass Trainer Jan Zimmermann sie im nächsten Spiel gegen St. Pauli in die Startelf beordert. 

Bei seinem 96-Debüt im Testspiel gegen Wolfsburg blieb Lukas Hinterseer torlos, fürs Sturmzentrum ist der frühere Hamburger trotzdem gesetzt. Der 30-Jährige soll in Hannover die bessere Version von Marvin Ducksch sein, mit Torgefahr, aber ohne Chancenwucher. Dafür braucht Hinterseer passgenaue Flanken – und 96 Ideen für die Außen.

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Statt Meister in Südkorea zu werden, steigt Hinterseer in Hannover in einer Woche (13.30 Uhr gegen St. Pauli) erst mal im Tabellenkeller der 2. Liga ein. Der Österreicher hatte sich zwar wohlgefühlt in Südkorea, nach dem Wechsel im Januar aber dennoch frühzeitig mit einer Rückkehr geliebäugelt. Die Familie hatte sich mit ins Auslandsabenteuer gestürzt, die Corona-Zeit die Integration aber erschwert.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Erst mit 96 wurde es heiß

Sein grundsätzliches Interesse an der Rückkehr in die Bundesliga hatte Hinterseer deshalb bereits bei Ulsan hinterlegt, da half auch sportlicher Erfolg nichts: Hinterseer verließ den Klub jetzt noch vor Saisonende, während Ulsan in der Liga auf Tabellenplatz eins und im Achtelfinale der asiatischen Champions League stand. Auch 96 hat trotz der aktuell schwierigen Phase noch immer Strahlkraft, das sieht auch der Mittelstürmer so. Schon bevor Hannovers Sportchef Marcus Mann sich meldete, hatte es Anfragen gegeben. Doch erst mit 96 wurde es heiß.

Klingt nach Win-Win-Situation zum Schnäppchenpreis. Hinterseer, nur 150 000 Euro Ablöse teuer, ist kopfball- und abschlussstark, dazu durchsetzungsfähig. Nur dass er sich die Bälle, anders als Sturm-Vorgänger Ducksch, nicht im Mittelfeld abholt. Dafür hat der 30-Jährige die bessere Torquote. Am besten lief es in den beiden Zweitliga-Jahren beim VfL Bochum (2017 bis 2019) – 32 Tore in 62 Spielen. Auch beim Hamburger SV lief es anfangs noch, doch im zweiten Jahr hing Hinterseer im internen Stürmerranking hinter Simon Terodde und Manuel Wintzheimer zurück.

Setzt Zimmermann auf Beier und Maina?

Bei 96 ist er wieder die Nummer eins im Sturm, braucht aber die passenden Vorbereiter. Es spricht einiges dafür, dass Trainer Jan Zimmermann gegen St. Pauli dafür auf Linton Maina und Leihtalent Maximilian Beier setzt. Der 18-Jährige aus Hoffenheim ist nach zwei Kurzeinsätzen auf dem besten Weg, sich in die Startelf zu trainieren, mit Toren, mit dem Fuß, mit dem Kopf und mit einer Torvorlage im Test zum 1:0 gegen Wolfsburg (3:3). Trotz seines jungen Alters ist Beier zielstrebig, hat Tempo und einen gefährlichen Abschluss. Nur die Erfahrung fehlt, 96 soll sie ihm geben. Deshalb die Leihe aus Hoffenheim.

Die Erfahrung hat Maina, leider auch schlechte. Die Qualität besitzt er zweifellos – wenn der 22-Jährige endlich mal fit bleibt. „Er kann der beste Spieler auf seiner Position in der Liga sein. Er muss seine Qualität nur nutzen“, findet sein neuer Mitspieler Gaël Ondoua sogar. Das Zeug, Hinterseer zu beliefern, hat Maina auf alle Fälle. Gegen Darmstadt reichte die Luft auch für 85 Spielminuten – und beim peinlichen 0:4 war Maina einer der besseren 96-Profis. Ein junges Lieferanten-Duo soll den erfahrenen Stürmer bedienen. Eine Strategie, die der nächste Gegner St. Pauli mit Spitze Guido Burgstaller übrigens schon länger erfolgreich verfolgt.