31. Juli 2019 / 11:23 Uhr

Exklusiv! 96-Stürmer Marvin Ducksch im Interview: "Ich messe mich nicht an Toren"

Exklusiv! 96-Stürmer Marvin Ducksch im Interview: "Ich messe mich nicht an Toren"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Einblicke in die Seele des neuen 96-Stürmers: Marvin Ducksch im SPORTBUZZER-Interview.
Einblicke in die Seele des neuen 96-Stürmers: Marvin Ducksch im SPORTBUZZER-Interview. © imago images / Sportfoto Rudel
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Worauf kommt es Marvin Ducksch an? Darüber hat der neue Hannover 96-Stürmer mit dem SPORTBUZZER gesprochen. Ein Straßenfußballer, der Vertrauen braucht - und für den Tore gar nicht elementar ist. 

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Marvin Ducksch, es war Ihr 96-Debüt gegen Stuttgart, Einwechslung in der 61. Mi­nute. Wie hat sich das angefühlt?

Top! Mir tun jedes Spiel und jede Minute gut. Du holst dir im Training Fitness, aber die richtige Fitness bekommst du in den Spielen. Ich versuche im Training alles zu geben, um jetzt am Wochenende vielleicht schon von Anfang an zu spielen – um dann zu zeigen, was ich kann.

Es deutet viel auf zwei Stürmer hin gegen Regensburg. Wie wichtig ist es für Sie, nach so einem gebrauchten Jahr wie in Düsseldorf Vertrauen zu spüren?

Ich brauche das. Und ich werde das mit Leistung zu­rückzahlen! Letztes Jahr habe ich wenig Vertrauen bekommen, deswegen habe ich mir diese Chance hier in Hannover bewusst ausgesucht und wollte sie ergreifen. Die Gespräche mit 96 waren gut, ich habe dieses Vertrauen sofort gespürt. Das möchte ich gern zurückgeben.

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Es wäre Ihr erster Startelfeinsatz seit langer Zeit. Machen Sie sich Druck?

Ich habe mir abgewöhnt, mir selber Druck zu machen. Das hat mich immer nur runtergezogen. Ich weiß, was ich für Qualitäten habe und dass ich mit einem klaren Kopf der Mannschaft helfen kann. Das möchte ich zeigen.

Im Trainingslager hat Mirko Slomka Ihre unberechenbaren und „schlauen Bewegungen“ gelobt. Sind die geplant oder Instinkt?

Eine Mischung aus beidem! Ich bin Straßenfußballer. Wenn ich Urlaub habe, zocke ich immer mit meinen Jungs auf dem Bolzplatz oder in der Soccerhalle. Das steckt einfach in mir, das kriegt man aus mir nicht raus. Ich liebe Fußball einfach. Da läuft man nur rauf und runter und hat einfach Spaß am Fußball. Diesen Spaß versuche ich auf den Platz mitzunehmen. Ich weiß, es sieht in manchen Phasen des Spiels so aus, als ob ich keinen Bock habe – aber das ist nicht so. Ich mache das bewusst so, um auf den einen richtigen Mo­ment zu warten.

Die schönste Profizeit hatten Sie in Kiel mit 25 Toren. Liegt Ihnen die 2. Liga besonders gut?

Ich glaube, selbst wenn wir da Bundesliga gespielt hätten, wäre es ein besonderes Jahr für mich geworden. Da hat einfach alles funktioniert, ich habe auch nach Verletzungen viel Vertrauen be­kom­men, habe immer versucht, das mit Leistung zurückzuzahlen. Wir hatten eine Supermannschaft und einen Super-Teamgeist – und ich glaube, das steckt auch hier in dieser Mannschaft. Da sehe ich schon kleine Parallelen.

Marvin Ducksch: seine Karriere in Bildern.

Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. Zur Galerie
Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. ©

Das erste Training von Marvin Ducksch bei Hannover 96

Training: Marvin Bakalorz und Marvin Ducksch. Zur Galerie
Training: Marvin Bakalorz und Marvin Ducksch. ©

Haben Sie sich ein Torziel gesetzt?

Gar nicht, das mache ich nicht. Ich messe mich nicht an Toren. Ich versuche einfach, der Mannschaft mit Leistung zu helfen. Egal, ob das eine Vorlage ist oder einfach nur ein blinder Laufweg, um die Schnittstelle für ei­nen anderen aufzumachen. Das reicht mir vollkommen aus.

Wie ist das Verhältnis zu Mirko Slomka?

Sehr gut. Ich habe schon ein, zwei Gespräche geführt. Mit dem Trainer, mit Jan Schlaudraff. Sie haben mir gesagt, dass wir Zeit haben. Ich habe hier für drei plus ein Jahr unterschrieben. Deswegen mache ich mir keinen Druck, sie machen mir auch keinen. Jetzt muss ich ganz fit werden, da bin ich auf ei­nem richtig gu­ten Weg.

Was ist der Weg für 96 in dieser Saison?

Wir sagen nicht, dass wir unbedingt aufsteigen müssen. Ich persönlich möchte es unbedingt, dafür werde ich auch alles tun und will die Mannschaft mitreißen. Aber wir haben keinen Druck – und wenn es klappt: umso schöner.

Es wird Ihr erstes Heimspiel gegen Regensburg. Wie groß ist die Vorfreude?

Sehr groß, dafür bin ich hierhergekommen. Bisher habe ich hier immer nur als Gegner gespielt, mit Dortmund mal, mit Düsseldorf auch … Aber ein Tor geschossen habe ich nie. Das habe ich mir für den richtigen Mo­ment aufbewahrt. (lacht) Jetzt bin ich ein Teil von diesem Klub.