09. September 2019 / 08:17 Uhr

Mit Waldemar Anton als "wilde Acht": Wie Hannover 96 seine neue Mitte sucht

Mit Waldemar Anton als "wilde Acht": Wie Hannover 96 seine neue Mitte sucht

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Das mögliche neue 96-Trio im Mittelfeld: Marc Stendera, Dennis Aogo und Waldemar Anton (von links).
Das mögliche neue 96-Trio im Mittelfeld: Marc Stendera, Dennis Aogo und Waldemar Anton (von links). © imago images / eu-images / Florian Petrow
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Eine Schwachstelle bei Hannover 96 in den ersten Spielen war die Mittelfeldzentrale. Trainer Mirko Slomka plant auf der Position nun eine Umstellung mit zwei Neuen und mit Waldemar Anton in ungewohnter Rolle.

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Die Frage stellen sich seine Trainer seit Jahren: Auf welcher Position ist der 96-Waldi der stärkste Anton? Auch der aktuelle Coach Mirko Slomka probierte es aus, aus dem Innenverteidiger einen defensiven Mittelfeldspieler zu machen. Im letzten Test vor Saisonstart gegen Groningen war das. Nachher erklärte Slomka das Experiment für ge­schei­tert: Dem 23-Jährigen habe es in der Schaltzentrale an Organisationstalent ge­man­gelt.

„Du hast die Rolle zentral vor der Abwehr, du musst die Zügel in der Hand haben", erklärte Slomka, der nun eine neue Idee für Anton hat. Im Test gegen Bremen (0:1) ließ Slomka endlich das Wilde in Waldi auf den Gegner los.

Das ist Waldemar Anton: Bilder seiner Karriere

Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. Zur Galerie
Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. ©
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Antons Stärken kommen weiter vorne noch mehr zur Geltung

Anton war gegen Groningen ungestüm vorgeprescht, als wolle er jedem Stöckchen höchstpersönlich nachjagen. Das soll aber nicht seine Aufgabe gewesen sein. Er sollte lenken, organisieren, kommandieren und andere arbeiten lassen. „Waldi, das funktioniert so nicht“, sagte Slomka nachher.

Antons früherer Förderer Daniel Stendel hatte ihm eine individuelle Verteidigungstaktik antrainiert: schnell zufassen im Zweikampf, das wurde Antons Stärke, deshalb wurde er U21-Nationalspieler. Slomka wollte gegen Bremen wissen, wo 96 diese Stärke am besten nutzt. Die Antwort: noch weiter vorn, im Mittelfeld, auf der sogenannten „Acht“, und nicht auf der „Sechs“.

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Balance gesucht - TÜV gegen Werder als Erfolg

Slomka sucht für 96 ohnehin eine Balance im Mittelfeld, die in Hamburg (0:3) mit Marvin Bakalorz, Edgar Prib und Genki Haraguchi verloren ging. 96 holte Dennis Aogo fürs zentrale Mittelfeld als denjenigen, der die Zügel festhalten soll. Aogo schickt die Kollegen nun in die Zweikämpfe. Gegen Bremen waren das der zweite Neue, Marc Stendera, auf der rechten Mittelfeldseite und Anton auf der linken. Salopp ausgedrückt: Auf dieser Po­si­tion wurde Waldi endlich wildi.

Ob Slomka die enthemmte Balljagd mit dem offensiveren Anton schon am Samstag gegen Bielefeld wagt, ist offen. Gegen Bremen half diese Variante teilweise. Anton störte Werder derart früh in der Bremer Hälfte, dass kaum ein geordneter Angriff zustande kam. Die nachvollziehbare Idee, bei früher Balleroberung näher am Bremer Tor zu sein, war erkennbar. Nur machten Miiko Albornoz (links vorne) und Marco Stefandl (rechts vorne) zu wenig draus.

Anton als "wilde Acht" funktioniert nur mit starker Mitte

Intern wertete 96 die erste Hälfte im Mittelfeld-TÜV gegen Bremen als Erfolg, als klare Steigerung gegenüber dem 0:3 in Hamburg. Eine weitere Erkenntnis: Auf der „wilden Acht“ funk­tio­niert Anton nur, wenn die neue Mitte sonst personell stark besetzt ist. Mit Niklas Tarnat (Sechser) und Marvin Bakalorz klappte die Variante nicht so gut wie mit Aogo und Stendera.

In Antons Bundesliga-Karriere stehen viele gute Spiele im Mittelfeld, etwa in den ersten Saisonspielen nach dem Wiederaufstieg un­ter André Breitenreiter. Mit Anton, Bakalorz und Pirmin Schwegler in der 96-Mitte holte Breitenreiter in den ersten fünf Saisonspielen elf Punkte. Mit dieser Ausbeute wäre 96 in der 2. Liga aktueller Zweiter. Als Zwölfter sucht 96 nach dem Fehlstart nun nach einer neuen Mitte, die eine ähnliche Serie hinlegen kann wie die Mannschaft damals.

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