03. Januar 2021 / 18:15 Uhr

Perfekter Start ins neue Jahr: Ducksch und Twumasi führen 96 zum Sieg gegen Sandhausen

Perfekter Start ins neue Jahr: Ducksch und Twumasi führen 96 zum Sieg gegen Sandhausen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marvin Ducksch, Sei Muroya und Valmir Sulejmani feiern das 1:0.
Marvin Ducksch, Sei Muroya und Valmir Sulejmani feiern das 1:0. © picture alliance/dpa
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Hannover 96 hat das erste Spiel des neuen Jahres hochverdient mit 4:0 gewonnen. Beim Sieg gegen den SV Sandhausen machten vor allem die Offensivspieler Marvin Ducksch und Patrick Twumasi auf sich aufmerksam, die jeweils einen Doppelpack schnürten.

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Nach seinem Tor zum 3:0 gab Marvin Ducksch ein Zeichen. Er lief in der 52. Minute zur Trainerbank, umarmte Zeugwart Servet Kaya, rief laut „Fünf“ und streckte alle Finger seiner linken Hand aus. 96 gewann am Ende nur mit vier Toren Differenz. Ein 4:0 gegen Sandhausen, Ducksch erzielte Saisontreffer fünf und sechs, bereitete ein Tor vor.

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Drei Torbeteiligungen von Ducksch, dazu der doppelte Torschütze Patrick Twumasi: Full House vor leerer HDI-Arena. 96 startete mit einem ordentlichen Blatt ins neue Jahr. Ob das für die Aufholjagd in der 2. Liga reicht, steht auf einem anderen Papier. Darüber, gab der 96-Trainer Kenan Kocak vor, habe er sich „keine Gedanken gemacht“.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem SV Sandhausen

Sandhausens Julius Biada (links) trifft vorbei an Michael Esser - doch das Tor zählt nicht. Zur Galerie
Sandhausens Julius Biada (links) trifft vorbei an Michael Esser - doch das Tor zählt nicht. ©

"So einen Start habe ich mir gewünscht"

Man darf dies dem Trainer abnehmen oder nicht. Glaubhaft versicherte Kocak: „So einen Start habe ich mir gewünscht.“ Aber ein Start wofür? Intern plant 96 die Jagd nach einem neuen treffsicheren Stürmer und über eine bessere Position für den Aufstiegskampf. Das 4:0 und die dominante Art und Weise des Sieges lässt sich als Signal an die Liga werten. Die Verpflichtung eines Torjägers wäre ein weiterer Anhaltspunkt, dass 96 es den Hamburgern, den Kielern, den Fürthern und den Bochumern an der Spitze der Tabelle schwieriger machen möchte als 2020.

Sandhausen erwies sich als einfach gestrickter Partner, um die Stürmer und den zaudernden Mittelfeldspieler Jaka Bijol aufzubauen. Bijol schickte Sei Muroya mit einem ferngesteuerten Flugball zur Torchance, Ducksch verwertete den Nachschuss zum 1:0 (23. Minute). Der Ausgleich von Julius Biada (29.) zählte nicht, weil Alexander Esswein den perplexen Timo Hübers zuvor gefoult hatte. Sandhausen fiel sonst nichts ein, als die Bälle ins 96-Zentrum zu steuern, wo Bijol die Verzweiflungsschläge per Kopf in die andere Richtung schickte. Die Partie nahm bis zum 3:0 ausschließlich Kurs auf das Sandhausen-Tor.

Twumasi ist nach seiner Einwechslung sofort zur Stelle

Twumasi feierte sein 96-Tordebüt, Ducksch legte erst vor (48.) und vier Minuten später mit dem 3:0 nach. „Danach hatten wir eine Phase, da wollen wir eine Klammer setzen“, sagte Kocak. Seine Mannschaft ließ sich plötzlich in der eigenen Hälfte festtackern. Unnötig, aber verständlich nach der klaren Führung. Twumasi hatte schließlich genug, und weil er niemanden sah, der sich sonst anbot, erzielte er trocken das 4:0 (89.) – wie im Training.

Weder Trainer noch Mannschaft haben nun offenbar was dagegen, wenn ein neuer, verlässlich treffsicherer Spieler dazukäme. „Wenn man sieht, wie unsere Chancenverwertung bisher war, tut uns ein neuer Stürmer vielleicht auch gut“, sagte Ducksch. Der 26-Jährige weiß so gut wie seine Kritiker, dass er in dieser Saison doppelt so viele Tore hätte erzielen können.

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Kommt noch ein neuer Stürmer oder nicht?

Trotz der doppelten Stürmertreffer ließ auch Kocak das Transferfenster für den 96-Angriff geöffnet. „Ducksch hatte letztes Jahr auch Konkurrenz und hat seine Tore gemacht“, sagte Kocak. „Die Ideen hatten wir vor diesem Spiel und haben wir auch nach diesem Spiel. Es muss nicht sein, aber wenn etwas auf dem Markt passiert, von dem wir denken, das hilft uns weiter, werden wir reagieren.“

Die Frage wird nun sein, wie seine Mannschaft reagiert nach dem klaren Resultat. Zwei Siege in Folge gab es noch gar nicht in dieser Saison. Am nächsten Sonntag muss Hannover nach Darmstadt, wo der Top-Transferkandidat Serdar Dursun stürmt. Bis dahin wird es wohl noch einige Signale geben in die eine oder in die andere Richtung.