08. Juni 2021 / 09:14 Uhr

Teil 1 des Talente-Checks: Haben Lührs, Cepele und Lamti das Zeug zum 96-Profi?

Teil 1 des Talente-Checks: Haben Lührs, Cepele und Lamti das Zeug zum 96-Profi?

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jan Zimmermann hat die Talente bei 96 im Blick: Yannik Lührs (oben), Ramen Cepele (Mitte) und Marc Lamti (unten) hoffen auf den Sprung zu den Profis.
Jan Zimmermann hat die Talente bei 96 im Blick: Yannik Lührs (oben), Ramen Cepele (Mitte) und Marc Lamti (unten) hoffen auf den Sprung zu den Profis. © Florian Petrow/Getty Images/Uwe Paesler
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Wir machen den großen Talente-Check bei Hannover 96. Welche Talente haben das Zeug zum Profi? Im ersten Teil unserer Mini-Serie geht es um Yannik Lührs, Ramen Cepele und Marc Lamti.

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Zwar hatte sich schon Ex-Coach Kenan Kocak die Talenteförderung auf die Fahnen geschrieben, diese Pläne füllte er nach 96-Geschmack aber zu selten mit Leben. Selbst als die Ergebnisse zum Saisonende hin unwichtiger wurden, gab es wenige Chancen für Akademie-Spieler. Das soll anders laufen mit Jan Zimmermann als Trainer, der Chef gibt den Weg vor: „Wir wollen noch gezielter auf Nachwuchstalente aus der eigenen Akademie setzen, diese im Profiteam fördern und einbauen“, sagt Martin Kind. Wir sagen, welche jungen 96-Spieler Zimmermann besonders im Blick haben wird.

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Yannik Lührs (17) ist einer davon. Der Innenverteidiger ist ein Talent mit den richtigen Werten – 1,90 Meter groß, ein echter Hannoveraner. Das klingt vor allem nach dem bevorstehenden Abgang von Timo Hübers vielversprechend. Er wurde gerade erstmals zum Lehrgang des U18-Nationalteams eingeladen. Für die Profis fehlt es an körperlicher Robustheit und Handlungsschnelligkeit – noch. Doch er kann den Sprung schaffen.

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Cepele kam von Inter Mailand

Ein weiteres Talent im Abwehrzentrum kommt mit internationalem Flair: Ramen Cepele (18) ist bereits albanischer A-Nationalspieler, das sagt was aus. Er kam von Inter Mailand an den Maschsee. Cepele ist taktisch gut geschult mit hohem Spielverständnis, auch ihm fehlt es eher an körperlicher Widerstandsfähigkeit. Zimmermann kann ihn dennoch sofort fördern. Der Weg in den Profikader wäre frei.



Der Dritte im Abwehrverbund ist Marc Lamti (20). In Leverkusen trainierte der 1,96-Meter-Mann regelmäßig bei den Profis mit und ist tunesischer A-Nationalspieler. Noch-Sportdirektor Gerhard Zuber holte Lamti zum Nulltarif mit geringem Risiko als potenziellen Durchstarter nach Hannover. Bei 96 wird dessen Entwicklung aber nicht nur positiv gesehen. Größe und Passspiel passen. Lamti sei bei der körperlichen Härte aber zu weit weg von Profiniveau, sagen Kritiker. Christoph Dabrowski, Coach der zweiten Mannschaft, sieht das anders: „Er braucht schon noch ein bisschen, Intensität ist ein Thema. Aber wenn du ihn vernünftig aufbaust, hat er fußballerisch auf jeden Fall das Potenzial.“

Dabrowski wirbt für mehr Geduld

Bei den Akademie-Verantwortlichen hat Zimmermann sich bereits erkundigt, wie es um die Talente steht. Er ist als Hannoveraner ohnehin gut informiert, auch weil Noch-Klub Havelse in derselben Liga spielt wie die 96-Reserve. Die Talente dürfen sich also Hoffnungen machen, oben ranzurücken. „Du brauchst als Trainer auch Mut, einen 18-, 19-Jährigen mal einzubauen“, weiß Talentecoach Dabrowski – und dann Geduld. „Man muss ihnen dann zugestehen, dass sie nicht sofort die Liga auseinandernehmen oder auch mal an einem Gegenspieler abprallen – ohne sie direkt in eine Schublade zu stecken“, wirbt der Trainer der Reserve. Gut möglich, dass das genau das Kocak-Problem für die Talente war.