17. Juli 2019 / 16:52 Uhr

Kind beim NP-Anstoß: "Zuber würde ich empfehlen, über seinen Arbeitsplatz nachzudenken"

Kind beim NP-Anstoß: "Zuber würde ich empfehlen, über seinen Arbeitsplatz nachzudenken"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Profichef Martin Kind und NP-Moderator Christoph Dannowski.
96-Profichef Martin Kind und NP-Moderator Christoph Dannowski. © Rainer-Droese
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Bei der Kult-Talkrunde "Anstoß" in der Nordkurve diskutierten unter anderem HSC-Trainer Martin Polomka und 96-Profichef Martin Kind die vergangene Abstiegssaison und die Mission Wiederaufstieg. Dabei gab es auch deutliche Worte.

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Neue Saison, neue Liga, neue Spieler, neuer Trainer, neuer Manager bei Hannover 96 – und neue Besetzung in der Nordkurve beim NP-Fußballtalk in Hannovers Fußballkneipe Nordkurve. Sturmikone Dieter Schatzschneider ist aus persönlichen Gründen nicht mehr Teil des Podiums. „Schade“, findet 96-Profichef Martin Kind. Gerd Bohnsack übernahm den Part des erfahrenen Fußball-Experten. Den Abstieg hatte er schnell erklärt: „Die Außenverteidiger sind ja nicht einmal hinter die Abwehr gekommen, aus dem Mittelfeld kam nichts, da kann der beste Stürmer nichts machen.“

Aber darum sollte es in erster Linie nicht gehen. Sondern um die Frage: Wie steigt 96 wieder auf?

„Mit Mentalität“, meint HSC-Trainer Martin Polomka. „Mit Teamgeist“, sagt Bohnsack. Mit gutem Management, hofft Martin Kind. „Markus Krösche hätte ich sofort genommen“, sagt er zum ersten Manager-Kandidaten. Unter den Bewerbern „war auch Jan dabei“. Sportdirektor Jan Schlaudraff „lebt Hannover, war und ist 96er, ist intelligent, entscheidungsfähig, ein Mann mit einer starken Kraft und einem starken Willen“, sagt Kind. „Andere Manager bilden dann oft ihre Ich-AG. Aber er ist kein pflegeleichter Typ. Er weiß, was er will.“

Impressionen vom ersten "Anstoß"-96-Talk der Saison 2019/20.

Impressionen vom ersten Anstoß-96-Talk der Saison 2019/20. Zur Galerie
Impressionen vom ersten "Anstoß"-96-Talk der Saison 2019/20. ©

Ein guter Trainer hilft 96 bei der Mission Wiederaufstieg

Ein guter Trainer hilft natürlich auch. „Mirko Slomka hat gelernt, er hat sich verändert, hat hier eine Riesenchance, für sich selbst, auch für 96.“ „Naja“, meint Bohnsack über Slomka, „ein bisschen mehr Bescheidenheit täte der Sache gut“. Sein Idealbild sei eher Ewald Lienen. Nun also Slomka. „Er war ja häufiger auch Winter im Gespräch“, sagte NP-Experte Andreas Willeke. „Hannover ist sozusagen seine letzte Bastion.“

Schlaudaff und Slomka „arbeiten im Moment super zusammen“, beobachtet Kind, „aber in Krisen zeigt sich, wie gut die Zusammenarbeit ist.“ Zur großen Krise sollte es möglichst nicht kommen, dafür soll die Qualität im Kader sorgen. Die Neuen kamen in der Bewertung gut weg, besonders Cedric Teuchert, Sebastian Jung und Marcel Franke. „Jan hat das gut vorbereitet“, sagt Kind. „Alle Transfers kann man positiv einordnen. Wenn 80 Prozent der Spieler performen, ist das eine gute Quote.“

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Polomka verteidigt Breitenreiter

Die Quote in der Abstiegssaison war eher umgekehrt. Polomka verteidigte seinen Freund, den 96-Ex-Trainer André Breitenreiter. „André hat es schon in der Winterpause gesagt, der Kader ist nicht gut genug.“ Kind rollte die „Summe der Fehlentscheidungen“ nicht noch einmal auf. „Das war jämmerlich“, sagte Kind. Aus der Breitenreiter/Heldt-Ära ist bei den Entscheidern noch Kaderplaber Gerhard Zuber da, alle anderen wurden abgefunden, auch Trainer Thomas Doll. „Gerhard Zuber würde ich empfehlen, über seinen Arbeitslatz nachzudenken“, sagte Kind. „Den Menschen Doll“, sagte der Chef, „respektiere ich wirklich. Er hat sich nie beklagt. Andere hatten Alibis.“

Kind suchte keine Alibis, was die Frage nach neuen Spielern betrifft. „Eins, zwei oder drei können wir noch holen“, sagte Kind, „aber nur, wenn es im Gesamtpaket Sinn macht.“ Das Ziel Wiederaufstieg formulierte Kind erneut vorsichtiger als noch vor drei Jahren. „Wir wollen aufsteigen“, sagt er, obwohl Stuttgart rein finanziell gesehen klarer Aufstiegskandidat. „Stuttgart steigt auf, 96 geht in die Relegation“, glaubt Bohnsack. Und Kind? „Wir werden Zweiter und der HSV Dritter. Wir werden kämpfen!“ Kampf, das hatten auch Polomka und Bohnsack zu Beginn gemeint, wird ein wichtiger Faktor bei der Mission Wiederaufstieg. Auf ein Neues, 96!