10. Juli 2021 / 17:00 Uhr

Test auf hohem Niveau: 96 mit viel Struktur, aber zu wenig Torgefahr in Bielefeld

Test auf hohem Niveau: 96 mit viel Struktur, aber zu wenig Torgefahr in Bielefeld

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sebastian Stolze (links) kann Bielefeld Nathan de Medina nur mit nicht ganz fairen Mitteln ausbremsen.
Sebastian Stolze (links) kann Bielefeld Nathan de Medina nur mit nicht ganz fairen Mitteln ausbremsen. © Florian Petrow
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96 hat zum Abschluss des Trainingslagers bei Arminia Bielefeld getestet, mit viel Struktur gespielt, aber zu wenig Torgefahr kreiert. Nach überlegener erster Hälfte des Zweitligisten schlugen sich im zweiten Abschnitt auch die "jungen Wilden" gut gegen den Bundesligisten, dennoch gewannen die Gastgeber mit 1:0.

Im Gewerbegebiet in Bielefeld liegt ein grüner Teppich: kurzes, dichtes Gras - ein kostspieliger Hybridplatz. Auf dem Trainingsplatz an der Friedrich-Hagemann-Straße testete Hannover 96 am Samstag gegen den Bundesligisten Arminia Bielefeld. Ein Test auf hohem Niveau, die Mannschaft von Jan Zimmermann ließ den Ball auf dem Flüsterrasen zumindest in der ersten Halbzeit laufen wie bisher noch nicht in dieser Vorbereitungsphase. 

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Der Zweitligist hatte wesentlich mehr Struktur im Spiel, Bielefeld wurde nur mit langen Bällen und nach 96-Ballverlusten gefährlich. „Doofer Ballverlust“, kritisierte der neue 96-Trainer zwischendurch, weil die Spieler sich ein paar zu viele davon leistete.

Bilder vom Testspiel zwischen Arminia Bielefeld und Hannover 96

Neu-Kapitän Marcel Franke (links) begrüßt sein Bielefelder Pendant Fabian Klos. Zur Galerie
Neu-Kapitän Marcel Franke (links) begrüßt sein Bielefelder Pendant Fabian Klos. ©

Besser verstanden sich da schon die beiden 96-Innenverteidiger. Der neue Kapitän Marcel Franke und sein Mannschaftsratskollege Simon Falette hielten Torjäger Fabian Klos in Schach und bauten die Partie nach Zimmermann-Muster auf: geordnet, ruhig und meistens zielstrebig.

Brunner fast mit einem Eigentor

Nach der Pause änderte sich das Bild, weil Franke aus dem Spiel war. Basdas ersetze ihn, prompt entstanden Lücken, die Janni Serra zum Siegtor für Bielefeld nutzte (48.). 96 hatte fast komplett gewechselt – und auch die Partie änderte die Richtung. 

Die erste Hälfte aber hatte 96 bestimmt. Nach schönem Angriff über Sebastian Ernst prüfte Marvin Ducksch Bielefelds Toptorwart Stefan Ortega (2.). Falette hatte die nächste Chance nach Ecke von Sebastian Kerk (14.).

96 stellte Bielefeld für zu, aus Verzweiflung passte Cedric Brunner von der Mittellinie zurück auf Ortega – fast ein Eigentor (24.). Kurz vor Schluss hatte Maina den Treffer auf dem Fuß, aber ihm sprang der Ball zu weit weg (88.).


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In der Pause hatte Zimmermann nach acht Einheiten in den vergangenen sechs Tagen neun Spieler ein- und ausgewechselt. Allein fünf von den Neuen kamen aus dem eigenen NLZ, in puncto Körperlänge war 96 klar unterlegen.

Besonders deutlich war das zu sehen, wenn Linksverteidiger Jan-Erik Eichhorn (1,62 Meter) gegen den Bielefelder Bryan Lasme (1,96 Meter) ins Duell musste. Aber Hannovers Talent wehrte sich gut, ihm unterlief nur ein Rückpassfehler, aber Lasme scheiterte am inzwischen ebenfalls eingewechselten Marlon Sündermann (85.) 

Bielefeld, nun mit dem neuen Stürmer Serra (früher 96-Jugend) profitierte zwar zunächst von den vielen Wechseln, aber die Gäste fingen sich wieder – vor allem nach Entlastungen über Linton Maina. Der Flügelstürmer startete mehrere erstklassige Sololäufe über links, in der 67. Minute gelang so fast der Ausgleich nach einer Maina-Kombination mit Philipp Ochs. Für den Ausgleich reichte es aber nicht mehr.