12. Juli 2021 / 07:45 Uhr

"So macht Linton Spaß": Bringt Maina dauerhaft Schwung ins Spiel von 96?

"So macht Linton Spaß": Bringt Maina dauerhaft Schwung ins Spiel von 96?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Linton Maina sorgt beim Test in Bielefeld für einige Gefahrenmomente aufseiten von 96.
Linton Maina sorgt beim Test in Bielefeld für einige Gefahrenmomente aufseiten von 96. © Florian Petrow
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Nicht nur 96 steigerte sich beim 0:1 in Bielefeld im Vergleich zu den vorherigen Tests, auch Linton Maina präsentierte sich deutlich verbessert. "So macht Linton Spaß und so wird Linton auch in seine Situationen kommen", lobte Trainer Jan Zimmermann. Eine komplette Hälfte auf diesem Niveau ist aber noch nicht drin.

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Jeder gönnt es ihm, weil jeder ahnt, wie inspirierend ein guter Linton Maina für Hannover 96 sein kann. „Klasse, Linton! Geh, Linton! Gut, Linton!“, riefen die Ersatzspieler zu jeder Aktion des schnellen Dribblers. Davon zeigte Maina einige: In der 88. Minute beim Test auf dem Hybridrasen des Bielefelder Trainingszentrums hatte er am Samstag das 1:1 auf dem Fuß. Der Ball sprang ihm davon, 96 verlor 0:1, es klappt nicht alles.

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Toreschießen bleibt ein Problem, trotz des ordentlichen Tests beim Bundesligisten Arminia. 96 kommt in Schwung, das gilt auch und besonders für ­Maina. „Mit dem Ergebnis können wir nicht so zufrieden sein, dass wir kein Tor geschossen haben, macht uns auch nicht wirklich glücklich“, sagte Trainer Jan Zimmermann. „Das ist nicht gut, aber erklärbar.“

Bilder vom Testspiel zwischen Arminia Bielefeld und Hannover 96

Neu-Kapitän Marcel Franke (links) begrüßt sein Bielefelder Pendant Fabian Klos. Zur Galerie
Neu-Kapitän Marcel Franke (links) begrüßt sein Bielefelder Pendant Fabian Klos. ©

Nach acht Trainingseinheiten in den fünf Tagen zuvor in Rotenburg „hat mir die Spielweise gefallen“, fuhr Zimmermann fort und lobte seinen Tempodribbler: „So macht Linton auch Spaß und so wird Linton auch in seine Situationen kommen.“

96 blieb in der ersten Hälfte ohne Tor, auch weil Stürmer Marvin Ducksch nicht richtig reinkam und Sebastian Ernst zwei gute Ausgangspositionen nicht zu Ende brachte. Aber 96 presste früh und effektiv mit einer vermeintlichen Startelf. Nach der Pause erst startete auf dem linken Flügel die Maina-Show in einer sehr jungen Elf mit fünf Spielern, die vor Kurzem noch im NLZ gekickt hatten.

Maina sucht und findet seine Situationen

Nach dem 0:1 durch das frühere 96-Talent Janni Serra (48. Minute) suchte Maina dann seine Situationen – und fand sie. Ein Haken, ein Beinschuss und ab ging die Post. Soli, Doppelpässe, Hereingaben, zwei eigene Chancen: Maina stach heraus wie lange nicht mehr gegen den Bundesligisten. Nach der Erkältung im Trainingslager, wo er sich mit Spray Luft verschaffte, spielte sich Maina in Bielefeld frei.

Der 22-Jährige brauchte aber immer wieder Pausen. Eine komplette Halbzeit hielt er dieses Niveau noch nicht durch. „Das kann keiner im Moment über 90 Minuten, so weit sind wir nicht“, sagte Zimmermann. „Wenn er es über 70 Minuten schafft, finden wir noch einen, der es die letzten 90 Minuten zu Ende spielen kann.“

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Im vierten Test ein 0:1 gegen einen Erstligisten klingt nicht nach einer Steigerung. War es aber. Beim 0:2 gegen St. Pauli und beim 1:0 gegen Viktoria Berlin wirkte die Mannschaft gehemmt. Beim 1:1 gegen Paderborn wurde es besser, in der ersten Hälfte gegen Bielefeld dominierte 96 mit einer potenziellen Startelf. Mit den „jungen Wilden“ in der zweiten Hälfte war 96 die wesentlich kreativere und flinkere Mannschaft.

Die vielen taktischen Einheiten im Trainingslager spiegelten sich gegen Bielefeld wider: Der Spielaufbau von hinten, der Balltransport durchs Mittelfeld. „Eine gewisse Kreativität will ich den Spielern aber lassen“, sagte Zimmermann. Fürs Kreative ist Maina sein Mann.