11. Oktober 2021 / 07:56 Uhr

Der 96-Test in Havelse: Gewinner sind nur die, die nicht mitgespielt haben

Der 96-Test in Havelse: Gewinner sind nur die, die nicht mitgespielt haben

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Jan Zimmermann ist mit dem Testspiel in Havelse nicht zufrieden gewesen.
Jan Zimmermann ist mit dem Testspiel in Havelse nicht zufrieden gewesen. © Debbie Jayne Kinsey
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Beim 1:0 im Test in Havelse hat der eine oder andere "seine Chance nicht so genutzt, wie er sie hätte nutzen können", sagte 96-Trainer Zimmermann. Angesprochen fühlen dürfen sich etwa Hendrik Weydandt oder Sebastian Stolze. Gewinner sind eigentlich nur die, die nicht mitgespielt haben.

Der Trend war eher der Freund von Hannover 96, und das betonen Trainer Jan Zimmermann und Manager Marcus Mann zu Recht. Sieben Punkte in vier Spielen vor der Länderspielpause, davon drei ohne Gegentor. Diese Schlüsse darf man ziehen als 96, das so schwierig in die Saison gestartet war. Beim 1:0 in Havelse bremste 96 den Positivtrend aber deutlich aus. Trotz des Standardtores von Mike Frantz war dies ärgerlich für Zimmermann, der Ideen und neue Möglichkeiten testen wollte für das Schalke-Spiel am Freitag.

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Die Startelf beim mutigen Drittligisten hätte auch gegen Schalke auflaufen können. Dagegen stellte der Letzte der 3. Liga eine Dreierkette auf, die ausschließlich aus Außenverteidigern bestand. 96 rasselte sogar gegen die B-Abwehr aus Havelse durch den Schalke-TÜV. „Wir haben Erkenntnisse gewonnen, was wir gegen Schalke mit Sicherheit nicht so machen können“, erklärte Zimmermann nachher deutlich.

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Der eine oder andere habe „seine Chance nicht so genutzt, wie er sie hätte nutzen können“, sagte der 96-Trainer. Namen nannte er nicht. Hendrik Weydandt, der für den angeschlagenen Lukas Hinterseer stürmte, gehört dazu, obwohl er sich noch mehr bemüht hatte als andere. „Er hatte unglückliche Szenen wie alle anderen Offensivspieler auch“, sagte Zimmermann.

Besonders Sebastian Stolze musste sich angesprochen fühlen. Stolze bekam seine Startelfchance für Maximilian Beier, der bis Montag bei der deutschen U20 ist. Auf dem rechten Flügel verschenkte Stolze viele Chancen, er scheiterte mit Dribblings, verlor zu viele Zweikämpfe.

Mittelfeldmotor stottert erheblich

Hinter ihm machte es Jannik Dehm kaum besser. Dehm, eigentlich Stammkraft mittlerweile, hatte bereits beim 0:0 in Nürnberg geschwächelt. Dehm dürfte dennoch den Startplatz behalten, genau wie Linton Maina vorne links. Aber auch Maina brachte wenig Gefährliches zustande. Lawrence Ennali machte es in der zweiten Hälfte nicht viel besser.

Auf dem Prüfstand stand in erster Linie aber Zimmermanns Doppelsechs, von der bisher immer nur ein Mittelfeldspieler anfing. Tom Trybull und Gaël Ondoua sollten in Havelse gemeinsam den 96-Motor antreiben – eine Option für Schalke, mit der Kraft der zwei Kämpferherzen.


Bilder vom Testspiel zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96

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Bilder vom Testspiel zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96 © Debbie Jayne Kinsey

„Es ging darum, das auszuprobieren, es ist klar, dass die Abläufe nicht so gut funktionieren können“, sagte Zimmermann. Aber: „Ein paar Abläufe hätten doch einen Tick besser funktionieren sollen.“

Der Antrieb mit Ondoua, Trybull und Sebastian Ernst lief jedenfalls nicht. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie in Kombination mit Sebastian richtig gut zusammenpassen“, erklärte Zimmermann.

Damit dürften der geschonte Sebastian Kerk, Hinterseer und Beier die Gewinner des Havelse-Spiels sein, obwohl sie nicht mitspielten. „Wir wollten Schlüsse ziehen“, sagte Zimmermann, „und das werden wir machen.“