17. Mai 2019 / 07:23 Uhr

Sagt Thomas Doll schon mal Tschüs? "Wollte mich bedanken für die Zusammenarbeit" 

Sagt Thomas Doll schon mal Tschüs? "Wollte mich bedanken für die Zusammenarbeit" 

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Thomas Dolls Zukunft bei Hannover 96 ist aktuell noch nicht geklärt. 
Thomas Dolls Zukunft bei Hannover 96 ist aktuell noch nicht geklärt.  © imago images / Joachim Sielski
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Vieles deutet darauf hin, dass Hannover 96 den Neuanfang in Liga zwei ohne den bisherigen Trainer Thomas Doll angehen wird. Zum Abschluss der letzten Pressekonferenz hielt er eine Art Abschiedsrede, die Raum für Spekulationen lässt. Nach dem letzten Saisonspiel folgt das entscheidende Gespräch mit Profiboss Martin Kind. 

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Am Ende hat Thomas Doll sein 96-Team doch noch stark gemacht, für die Wunderrettung und den Klassenerhalt hat es trotzdem nicht gereicht. In den vergangenen vier Spielen gab es zwei Siege und ein Remis. Dennoch deutet einiges auf einen Neuanfang in der 2. Liga ohne Doll hin – bei der Pressekonferenz vorm letzten Spieltag (morgen, 15.30 Uhr) in Düsseldorf sagte der Trainer schon mal Tschüs.

Dolls Vertrag gilt auch für die zweite Liga

Als alle Fragen gestellt waren, lehnte sich Doll noch einmal runter zum Mikrofon. „Ich wollte mich noch mal bedanken bei allen für die Zusammenarbeit. Ich hätte mir das natürlich auch anders vorgestellt, dass das ein anderes Ende hat.“ Das klang nach mehr als ein paar Worten zum Abschluss der letzten offiziellen Presserunde in Hannover – auch wenn Doll einen Vertrag für die kommende Saison hat, der für die 2. Liga gilt.

„Es gibt viele, viele Fragezeichen. Alle beschäftigen sich mit dem, was kommt.“ Das gilt für Spieler, den Posten des Sportchefs und auch für Doll. Gut möglich, dass dessen Zeit bei 96 nach dem Düsseldorf-Spiel schon wieder vorbei ist. Der 53-Jährige, der Ende Januar André Breitenreiter auf dem Trainerposten beerbte, hat das große Ziel Klassenerhalt nicht gepackt. Auch wenn Doll daran natürlich nicht allein die Schuld trägt.

Das waren die Sommertransfers von Hannover 96 seit 2010:

Sommer 2019: Niclas Füllkrug (Hannover 96 -> Werder Bremen, 6,3 Millionen Euro) Zur Galerie
Sommer 2019: Niclas Füllkrug (Hannover 96 -> Werder Bremen, 6,3 Millionen Euro) ©
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"Das sage ich nicht nur, weil ich hier Trainer war"

Seine Zeit bei 96 – letztlich eher positiv, urteilt Doll. „In den letzten Wochen habe ich gesehen, dass da was zusammengewachsen ist. Ich habe einen tollen Verein kennengelernt. Das sage ich nicht nur, weil ich hier Bundesliga-Trainer war.“ Doll meint damit zwar die Erstklassigkeit, es könnte aber gut sein, dass er mit dem Satz trotzdem ins Schwarze getroffen hat – „war“.

Nach dem letzten Saisonspiel wird es ein klärendes Gespräch mit Profiboss Martin Kind geben. Es geht um die Zukunft des Trainers. „Ich bin mit dem Präsidenten so übereingekommen, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen“, bestätigte Doll gestern noch einmal. Selbst die Profis fragten schon nach, erzählt er. „Die Jungs fragen mich ja auch: Coach, wie geht es weiter? Denen konnte ich auch nicht mehr sagen. Schauen wir mal, wie das aussieht.“

Doll offen für Weiterbeschäftigung

Auf die Frage, ob die Spieler gern mit ihm weitermachen würden, antwortete Doll locker: „Die, die ich immer aufgestellt habe, bestimmt.“ Den Humor hat er sich behalten. Das Selbstvertrauen ebenso. Doll würde sich die Aufstiegsmission zutrauen, Lust hätte er auch. „Warum nicht?“, sagt Doll. Aber: „Erst mal muss ja generell die Bereitschaft auch vom Verein da sein, dass wir weitermachen.“

Bei der Trainer-Entscheidung wird der neue, noch zu verpflichtende Sportchef mitreden. Noch ist die Position offen. „Es stehen sehr wichtige Entscheidungen an“, weiß Doll, „es kommt sehr viel Arbeit auf den Verein zu.“ Er empfiehlt: „Es ist wichtig, dass der Verein so schnell wie möglich neben Jan (Schlaudraff) einen Sportvorstand installiert. Es müssen ja Gespräche stattfinden, eine Mannschaft zusammengestellt werden.“

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"Jungs holen, die für den Verein brennen"

Für neue Profis sei das Anforderungsprofil klar: „Eine gute Mischung finden zwischen jungen Spielern und erfahrenen“, sagt Doll. Der Klub müsse „Jungs holen, die für den Verein brennen. Damit Hannover 96 wieder in die Bundesliga aufsteigt. Das ist machbar – nicht mit Worten, sondern mit sehr, sehr viel Arbeit.“

Denn eines ist ganz sicher: „Hannover 96 gehört in die Bundesliga.“ Mit oder ohne Doll als Trainer.

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