28. Mai 2021 / 06:41 Uhr

Ron-Robert Zieler kehrt zu 96 zurück - ins Tor, auf die Bank oder auf die Tribüne?

Ron-Robert Zieler kehrt zu 96 zurück - ins Tor, auf die Bank oder auf die Tribüne?

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Ungewisse Zukunft: Ron-Robert Zieler kehrt aus Köln nach Hannover zurück. Und dann?
Ungewisse Zukunft: Ron-Robert Zieler kehrt aus Köln nach Hannover zurück. Und dann? © IMAGO/Eduard Bopp
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Ron-Robert Zieler wird aus Köln zu 96 zurückkehren, das steht fest. "Wir glauben ja, dass er mit der Rolle auf der Bank nicht zufrieden ist", sagt Boss Martin Kind. Ein neuer Verein ist aber nicht in Sicht. Oder bekommt der 32-Jährige unter Neu-Trainer Jan Zimmermann noch einmal eine Chance?

Er war auch mal wieder für Nicht-Kölner im Blickfeld. Ron-Robert Zieler sprang bei der Live-Übertragung des Relegationshinspiels gegen Kiel ins Bild. Auf der Tribüne, da, wo die Kölner Ersatzspieler platziert sind. Sichtlich er­regt, vermutlich über eine Schiedsrichterentscheidung. Auf jeden Fall emotional beteiligt. Diese offensichtliche Verbindung mit dem 1. FC Köln wird aber schon am Samstag nach dem Rückspiel in Kiel getrennt.

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Die Leihe endet, Hannover 96 hat den Torwart nur für ein Jahr an den Rhein verschoben. Der weitere Verbleib in Köln war erhofft worden, scheint aber ausgeschlossen. Der FC hat jetzt Marvin Schwäbe vom dänischen Meister Bröndby Kopenhagen ablösefrei bis 2024 verpflichtet. Als Nachfolger von Zieler, der nach einem Jahr zu 96 zurückkehren soll.

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Davon geht auch 96-Chef Martin Kind aus. „Zieler kommt zurück“, sagt Kind. Diese Aussicht wird jedoch weder Zieler noch die 96-Verantwortlichen besonders fröhlich dreinschauen lassen. „Wir glauben ja, dass er mit der Rolle auf der Bank nicht zufrieden ist und spielen will“, sagt Kind.

50 Minuten Einsatzzeit in Köln

Aber der Vertrag des 32-Jährigen gilt halt noch zwei Jahre, dotiert mit 70 000 Euro pro Monat. Bis Vertragsende summiert sich das auf 1,68 Millionen Euro. In der Kölner Zeit zahlte 96 bereits eine Gehaltsbeihilfe.

Das Zurückholen Zielers war der erste Fischzug des damaligen Sportchefs Jan Schlaudraff, der früher auch bei der Beraterfirma ge­ar­bei­tet hatte, die Zieler vertritt. Der Weltmeister verdrängte unter Trainer Mirko Slomka gleich mal Michael Esser, der daraufhin im Winter nach Hoffenheim floh, im Sommer aber zurück war.

Slomkas Nachfolger Kenan Kocak machte nämlich Es­ser wieder zur Nummer eins und drohte Zieler mit der Degradierung zur Reserve. Der war angesäuert, verkaufte sein Haus und ging nach Köln. Dort spielte er aber nur genau 50 Minuten, ansonsten saß er als Nummer zwei hinter Timo Horn auf der Bank.


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Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) Zur Galerie
Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

Ähnliches droht ihm bei einer Rückkehr. Esser und Martin Hansen stehen beide bis 2023 unter Vertrag. Der 33-jährige Esser hat in den vergangenen Wochen häufiger mal danebengegriffen. Unantastbar scheint er jedenfalls nicht mehr zu sein. Für Zieler könnte das eine Chance eröffnen, aber 96 dürfte seine letzte Option sein. Die beste Lösung wäre, Zieler fände einen neuen Verein.

Eine Tür könnte sich bei den Bayern öffnen. Alexander Nübel, Ex-Schalker und die Nummer zwei hinter Manuel Neuer, dringt auf eine Ausleihe nach Monaco oder Lille. Geben die Bayern Nü­bel nach, brauchen sie einen Neuer-Ersatz. Der Bielefelder Stefan Ortega soll Kandidat sein, aber wohl auch Zieler. Die Lösung wäre der Jackpot sowohl für den Spieler und für 96.

Sollte es aber keine schnelle Entscheidung geben, wird Zieler am 21. Juni zum 96-Trainingsauftakt erscheinen. Der neue Trainer Jan Zimmermann kann sich bis dahin überlegen, was er vom 96-Torwart-Sortiment hält.