08. Januar 2019 / 21:08 Uhr

96-Torjäger Niclas Füllkrug blickt auf 2018 zurück: "Wenn nicht so ein Mist zum Ende passiert wäre ..."

96-Torjäger Niclas Füllkrug blickt auf 2018 zurück: "Wenn nicht so ein Mist zum Ende passiert wäre ..."

Andreas Willeke
Niclas Füllkrug blickt auf ein ereignisreiches Jahr bei Hannover 96 zurück.
Niclas Füllkrug blickt auf ein ereignisreiches Jahr bei Hannover 96 zurück. © imago
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Nach der Knie-Operation kann Niclas Füllkrug derzeit nur auf Krücken gehen. Es geht langsam, aber sicher aufwärts. Lange ging es im Jahr 2018 für den Stürmer von Hannover 96 hingegen rasant bergauf. Elf Tore bis Oktober, alles war gut. Der Ricklinger blickt auf ereignisreiche zwölf Monate zurück.

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Niclas Füllkrug, die wichtigste Frage vorweg nach der Knie-OP – wie geht es Ihnen?

Ganz gut, es geht langsam voran. Ich bin in Hannover, habe täglich zweimal Therapie. Ansonsten kann ich noch nicht viel machen, ich laufe ja nur auf Krücken. Der Knorpelschaden ist behoben, das wächst jetzt nach, damit ist es gut – und damit sollte das Thema auch erledigt sein. Eine Prognose kann man erst stellen, wenn man weiß, wie das Knie auf Belastung reagiert.

Was bleibt denn von 2018 abseits der Verletzung hängen?

Es war ein torreiches und erfolgreiches Jahr. Ich war bis Oktober der Spieler, der mit elf Toren in 2018 am meisten getroffen hatte. Das Jahr war mega, ich konnte mit großen Spielern mithalten und mich selber weiterentwickeln. Wir hatten sehr viel Spaß mit der Mannschaft. Man sieht jetzt, dass es nicht selbstverständlich war, den Klassenerhalt so souverän zu schaffen. Wenn nicht so ein Mist zum Ende passiert wäre, wäre es das beste Jahr meiner Karriere gewesen.

Sie durften sich berechtigte Hoffnungen machen, erstmals für die Nationalmannschaft berufen zu werden? Sind Sie enttäuscht über den Rückschlag?

Vielleicht wäre die Einladung ja noch gekommen ... Aber ich muss auch ehrlich zugeben, hinten raus haben meine Leistungen und die der Mannschaft nicht mehr in das Bild gepasst. Wir hatten bei uns zu viele Probleme, deshalb hatte ich das auch nicht mehr im Kopf. Aber die Nationalmannschaft bleibt mein größter sportlicher Traum, ich hoffe, dass ich mir den Wunsch noch erfüllen kann.

Niclas Füllkrug - seine Stationen in Bildern

Niclas Füllkrug im Jahr 2010, damals spielte er bereits in der Jugend von ... Zur Galerie
Niclas Füllkrug im Jahr 2010, damals spielte er bereits in der Jugend von ... © Imago
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Am Saisonende hatten Sie 14 Tore erzielt – so viele wie zuvor Fredi Bobic und Didier Ya Konan. Welchen Wert hat das für Sie?

Natürlich einen großen. Ich wollte im letzten Saisonspiel in Leverkusen unbedingt noch mal treffen. Als ich dann in letzter Minute noch mit den 96-Rekordtorschützen gleichgezogen habe, war das was ganz Besonderes für mich. Das war auch mein großes persönliches Ziel für dieses Spiel.

Sie haben sich auch fußballerisch 2018 weiterentwickelt. Zweikampfverhalten, Ballkontrolle – da sind Sie gut vorangekommen.

Ich finde auch, dass ich in diesen Bereichen die meisten Schritte nach vorn gemacht habe. Es war ein entscheidendes Jahr für mich, weil ich meine Leistung verbessern konnte. Ich hoffe, dass ich daran nach der Verletzung wieder anknüpfen kann – und dass es von Anfang an wieder so da ist.

In der Sommerpause hatten Sie ein gutes Angebot aus Gladbach. Sie wären gern gewechselt, sind aber noch lieber hier geblieben und haben Ihren Vertrag verlängert – ist das richtig zusammengefasst?

Ich habe meinen Vertrag ja nicht ohne Grund verlängert mit dem Hintergrund, dass ich hier in Hannover glücklich bin und hier spielen will. Aber dazu gehört auch immer die sportliche Situation, und da wollen und müssen wir wieder in eine andere Richtung gehen. So wie es jetzt ist, hat sich das natürlich keiner vorgestellt bei der Vertragsverlängerung.

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Die aktuelle Saison lief schlecht, Sie haben wenig Vorlagen bekommen, wenig Torchancen und zwei Tore erzielt. Sind Sie sehr unzufrieden?

Es gibt immer Höhen und Tiefen, und in dieser Saison lief es nicht optimal, auch für mich nicht. Ich bin gut in die Saison reingekommen, habe gute Spiele gemacht. Aber irgendwann sind wir alle leistungsmäßig ganz schön abgefallen. Ich bin auch unabhängig von den Fakten – Toren und Vorlagen – nicht zufrieden. Da müssen wir alle besser werden. Und dann kam dazu, dass ich gefühlt vom dritten Spieltag an ein Problem nach dem anderen hatte.

Sie mussten sich ein bisschen durchquälen?

Ob’s der Knöchel war, das rechte oder das linke Knie – immer hatte ich Kleinigkeiten, so dass ich nicht durchgängig trainieren konnte. Ich könnte ja nie ein Spiel locker verpassen, wenn ich weiß, dass es irgendwie geht, weil ich den Fußball so liebe. Das ist mein Charakter. Ich hatte auch für 96 und für mich persönlich etwas Besseres vor, dem wollte ich immer wieder gerecht werden. Ich hoffe, dass wir es als Mannschaft trotzdem hinkriegen und den Abstieg verhindern. Das ist das Einzige, das zählt in dieser Saison.

Die besten Bilder von Anna-Lena Füllkrug, Schwester von 96-Profi Niclas, im Trikot von Hannover 96.

<b>Anna-Lena Füllkrug (Hannover 96):</b> Was der Bruder kann, kann die Schwester schon lange. Anna-Lena Füllkrug schoss die Frauen von Hannover 96 mit einem Viererpack zum Sieg gegen Germania Helstorf. Zur Galerie
Anna-Lena Füllkrug (Hannover 96): Was der Bruder kann, kann die Schwester schon lange. Anna-Lena Füllkrug schoss die Frauen von Hannover 96 mit einem Viererpack zum Sieg gegen Germania Helstorf. ©

Sie sind jetzt der Topstürmer bei 96 – hat Sie das zusätzlich belastet?

Nein, ich bin mit der Rolle gut klargekommen. Dass ich jetzt ausfalle, ist schade. Es ist wichtig für unsere Mannschaft, ein paar Typen zu haben, die Verantwortung übernehmen. Ich drücke weiter die Daumen und werde versuchen, die Mannschaft von außen zu unterstützen, damit wir auf gar keinen Fall absteigen.

Wie wollen Sie helfen?

Ich will in der Nähe der Mannschaft sein, auch mal beim Training vorbeischauen. Wenn ich wieder mobil bin, werde ich auch öfter in der Kabine sein. Ich will eine gewisse Präsenz zeigen, das ist auch wichtig für mich. Das gibt uns allen Energie und Kraft. Wenn einer in der Kabine ist, der ein bisschen Quatsch erzählt, ist das ja auch nicht so schlecht (lacht).

Was muss die Mannschaft in der Rückrunde besser machen?

Wir müssen anders auftreten, wieder unsere Idee klar verfolgen und die auch durchspielen, damit wir auch offensiv wieder gefährlicher werden. Das ist uns abhanden gekommen.

Falls Sie – in welcher Position auch immer – bei der NP-Gala gemeinsam mit ihrer Schwester Anna-Lena auf der Bühne stehen könnten – was würde Ihnen das bedeuten?

Das wäre eine tolle Auszeichnung, wenn wir beide da oben stehen würden. Ich verrate mal was – ich habe ja auch für Anna angerufen.

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