17. März 2019 / 15:23 Uhr

Hannover 96: Torwart-Problem in der Bundesliga-Schießbude?

Hannover 96: Torwart-Problem in der Bundesliga-Schießbude?

Dirk Tietenberg
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Michael Esser (re.) kassierte trotz zahlreicher Paraden bei den letzten sechs 96-Niederlagen aus den letzten sieben Spielen 20 Gegentore. 
Michael Esser (re.) kassierte trotz zahlreicher Paraden bei den letzten sechs 96-Niederlagen aus den letzten sieben Spielen 20 Gegentore.  © imago images / kolbert-press
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Michael Essers Kasten wird zur Schießbude der Bundesliga, trotz überragender Paradenstatistik des 31-Jährigen. Nach dem Augsburgspiel kreidet 96-Trainer Thomas Doll seinem Schlussmann erstmals mindestens einen Gegentreffer an. Horst Heldt plädiert hingegen auf Freispruch für "Bruno". 

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In diesem Jahr war Michael Esser stets der überragende Rückhalt. Sagt auch 96-Trainer Thomas Doll nach dem 1:3 in Augsburg. Aber mindestens ein Gegentor kreidete der Trainer seinem Torwart trotzdem an. Man muss sich aber auch fragen, warum 96 unter Doll immer mindestens drei Gegentore bei Niederlagen kassiert.

Ein Torwartproblem hat Hannover 96 natürlich nicht. Michael Esser hielt in diesem Jahr so viele Schüsse wie kein anderer Bundesliga-Torwart vor ihm. Seine Paraden-Statistik ist überragend, seine Gegentor-Statistik allerdings erschreckend. Seit dem Trainerwechsel von André Breitenreiter zu Thomas Doll sammelte 96 in sieben Spielen fast nur Gegentore (6:20 Tordifferenz) und sechs Niederlagen. Verliert 96 unter Doll, kassiert die Mannschaft immer mindestens drei Gegentreffer. Esser steht bei inzwischen 61 Gegentreffern in der Schießbude der Liga.

Die Spieler von Hannover 96 gegen den FC Augsburg in der Einzelkritik:

Michael Esser: Verzögert nach fünf Minuten den ersten Abstoß, sieht schon nach 30 Minuten gelb für die Aktionen. Einen Flatterball hält er nicht fest, da hilft Anton zum Glück. Dafür hält er stark bei einem Richter-Kracher und gegen Dansos Kopfball aus kurzer Distanz. Beim ersten Gegentor noch machtlos, beim direkten Freistoßtor zum 1:2 aus 25 Metern sieht er nicht gut aus, das 1:3 rutscht ihm dann komplett durch. Note: 5 Zur Galerie
Michael Esser: Verzögert nach fünf Minuten den ersten Abstoß, sieht schon nach 30 Minuten gelb für die Aktionen. Einen Flatterball hält er nicht fest, da hilft Anton zum Glück. Dafür hält er stark bei einem Richter-Kracher und gegen Dansos Kopfball aus kurzer Distanz. Beim ersten Gegentor noch machtlos, beim direkten Freistoßtor zum 1:2 aus 25 Metern sieht er nicht gut aus, das 1:3 rutscht ihm dann komplett durch. Note: 5 ©
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„Bruno ist der letzte, über den man richten sollte.“

Der 31-Jährige erwischte in Augsburg wirklich nicht seinen besten Tag. Nach einer halben Stunde wurde er (viel zu früh) wegen angeblichen Zeitspiels mit der gelben Karte verwarnt. Am 1:1 war er schuldlos. Beim 1:2 verspekulierte er sich beim 30-Meter-Freistoß. Jonathan Schmid schlug keine Flanke wie erwartet, sondern schoss in die ballnahe Ecke, die Esser ihm freigelassen hatte. Abgesehen davon stellte 96 in Linton Maina nur ein kleines Mäuerchen auf statt einer stattlichen Freistoßmauer. Beim 1:3 durch André Hahn flog der Schuss unter Essers Körper ins Tor.

Manager Horst Heldt plädierte bei Esser auf Freispruch: „Bruno ist der letzte, über den man richten sollte.“ Doll sah es anders, zumindest im Spiel in Augsburg: „Michael hält in den letzten Wochen und Monaten überragend, und dann passiert sowas.“ Sowas, wie bei dem Freistoß von Schmid. Generell fand aber vor allem Heldt die Zahl der Gegentore nach Standardsituationen „nicht mehr ertragbar“.

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