13. Januar 2022 / 12:28 Uhr

3G-Verbot in Rostock: So müssen 96 und Dabrowski in ein besseres Jahr starten

3G-Verbot in Rostock: So müssen 96 und Dabrowski in ein besseres Jahr starten

Dirk Tietenberg und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Anpfiff: Es ist das erste Spiel des Jahres in Rostock und das erste Spiel für Christoph Dabrowski als fester 96-Profitrainer.
Anpfiff: Es ist das erste Spiel des Jahres in Rostock und das erste Spiel für Christoph Dabrowski als fester 96-Profitrainer. © Florian Petrow
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Am Freitag startet 96 in Rostock ins neue Pflichtspieljahr. Das alte? Zum Vergessen. Das 0:3 im Hinspiel war nur einer von vielen negativen Höhepunkten. Beim Geisterspiel an der Ostsee hat Hannover 3G-Verbot. Drei einfache Regeln für ein besseres Jahr 2022.

Nicht grätschen! Bei aller Zuversicht nach dem 2:2 von 96 im Test gegen Werder Bremen waren die „Gegentore ärgerlich“, bemerkte Trainer Christoph Dabrowski. Vor allem die Entstehung der beiden Gegentore erinnern an Fehler des vergangenen Jahres. Beim ersten Treffer rutschen in Gaël Ondoua, Julian Börner und Marcel Franke gleich drei Spieler am Schützen vorbei. „Wir bleiben nicht auf dem Bein, grätschen da ins Leere, beim zweiten Gegentor haben wir einen eigenen Einwurf“, kritisierte Dabrowski.

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Im Hinspiel gegen Rostock kassierte 96 das 0:3 nach eigenem Einwurf, verteidigte vorher ähnlich unkonzentriert. Bei Standards träumen Defensivspieler zu oft, wachen zu spät auf und grätschen. Es gilt die alte Verteidigerregel: Wer runtergeht, hat vorher was verkehrt gemacht. Die Grätsche ist das risikoreichste und schlechteste Mittel, Bälle zu erobern. In der Innenverteidigung greifen Marcel Franke und Julian Börner zu häufig zum letzten Tackling – haben beide nicht nötig, wenn Stellungsspiel und Absicherung gut abgestimmt sind.

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Nicht grübeln! Nach Ballgewinn muss 96 flotter nach vorne kommen und die schnellen Angreifer zielstrebiger in Szene setzen. Tom Trybull und Ondoua brauchten in der Hinrunde zu lange, um Ballgewinne weiterzuleiten. Aber grübeln ist verboten, während der Denkzeit kann sich jeder Gegner auf 96 einstellen. Trybull nimmt generell Tempo raus. Ondoua führte den Ball häufig so lange, bis der Gegenspieler ihm Druck macht.


In Mark Diemers hat sich 96 ein offensiv denkendes und ballsicheres Element von Feyenoord Rotterdam ausgeliehen. Diemers ist flink auf den Füßen, hat den Kopf stets oben und kann das 96-Spiel gegen Rostock gezielter öffnen. Dominik Kaiser ist ebenfalls ein Kandidat, der die schnelle Spielverlagerung draufhat. Nachteil für Kaiser: Unter Druck kann er den Ball nicht so sicher behaupten wie Diemers. Ondoua und Diemers sollen sich die Arbeit im Mittelfeld teilen. Ondoua erobert, Diemers verteilt. Kein Grund zum Grübeln.

Nur Aue trifft seltener pro Chance als 96

Nicht geizen! 96 geizte in der Hinrunde nicht nur mit Toren, sondern auch mit Torschüssen. Nur Ingolstadt und Sandhausen hatten weniger Chancen. Ein Schuss, ein Tor, Hannover? Dann wäre es egal. Aber die Trefferquote ist auch mies: Lediglich jeder 15. Schuss ein Volltreffer, nur Aue trifft seltener pro Chance. Eigentlich unverständlich bei so vielen Offensivkräften im Kader. Lukas Hinterseer traf noch gar nicht, Hendrik Weydandt einmal – beide Stoßstürmer bleiben morgen in Rostock draußen.

Dafür sollen Linton Maina, Maximilian Beier und der neue Stürmer Cedric Teuchert gemeinsam mehr Treffer erzielen. Diemers, Sebastian Ernst und Sebastian Kerk besitzen außerdem eine überdurchschnittliche Schussqualität. Ansatzweise bewiesen hat es bisher allein Kerk. 96 darf nicht mehr so geizig sein mit Schussversuchen: einfach gut zielen und abziehen.