05. November 2021 / 09:18 Uhr

"Mittel noch nicht gefunden": 96-Coach Zimmermann muss sich jetzt beweisen

"Mittel noch nicht gefunden": 96-Coach Zimmermann muss sich jetzt beweisen

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Druck für 96-Trainer Jan Zimmermann (rechts) wird nicht kleiner.
Die Druck für 96-Trainer Jan Zimmermann (rechts) wird nicht kleiner. © Florian Petrow
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Eine Handschrift von Jan Zimmermann ist nach wie vor nur bedingt zu erkennen. "Wir haben noch nicht das Mittel gefunden, mit dem wir spielen wollen, um Stabilität nach vorne zu bekommen", weiß auch 96-Sportchef Marcus Mann. Der Trainer muss sich nun in der Krise beweisen.

Ohne Krisen geht’s nicht, wer wüsste das besser als die Leute bei Hannover 96. Der Lieblingsspruch von Profichef Martin Kind lautet dazu – der Charakter und die Klasse zeigen sich nicht bei Sonnenschein, sondern wenn es regnet. Und da tropft es gerade so richtig durchs Dach. „Die Entwicklung ist kritisch“, sagt Kind.

Für Jan Zimmermann heißt das – er muss nun beweisen, dass er ein guter Trainer im Profifußball sein kann. Die Zweifel daran sind in den vergangenen Wochen gewachsen. Zum Trainersein gehören nämlich nicht nur gute Analysen im Nachhinein. Es ist vielmehr die Aufgabe, die Fehler abzustellen.

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Aber noch herrscht das Prinzip Hoffnung, das bei Zimmermann vor allem darauf beruht, dass die Bälle mal ins Tor fliegen. Er zählt die Chancen auf, die 96 in den diversen Partien hatten – und folgert: Wenn wir die genutzt hätten...

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Nur leider sind Chancen keine Tore – und es gibt auch noch immer keine Punkte dafür. „Die guten Phasen besser ausnutzen“, das ist das Credo des Trainers. Ein anderer Plan wäre, die schlechten Phasen zu minimieren. Wenn es denn überhaupt eine Spielidee gibt, mit der die Mannschaft ausreichend ausgestattet wäre.

Handschrift noch nicht zu erkennen

Eine Handschrift des Trainers ist jedenfalls nicht zu erkennen, das bestätigt sogar der Sportchef. „Aufgrund der Spiele, die mal gut, mal schlecht sind“, sei das schwierig, sagt Marcus Mann. „Wir haben noch nicht das Mittel gefunden, mit dem wir spielen wollen, um Stabilität nach vorne zu bekommen.“

Da darf man mal kurz durchatmen – es sind doch bereits zwölf Spieltage vorbei, von 34. Wie lange wird es denn wohl noch dauern? Beim Blick auf die Tabelle – mit einem Punkt vor dem Abstiegsrelegationsplatz 16 – kann die Antwort nur heißen: Es wird höchste Zeit.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

In den letzten fünf Ligaspielen gab’s keinen Sieg, zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Dazwischen blitzte das 3:0 ge­gen Düsseldorf im DFB-Pokal auf. Das Schöne am Fußball sei, dass man es auslegen könne, wie man wolle, meint Zimmerman und legt los: „Ich nehme es positiv und sage, von den letzten fünf Halbzeiten wa­ren vier gut.“ Die letzte allerdings, die zweite gegen Aue, war eine Katastrophe. 96 soll nun bei der DFL den Antrag gestellt haben, Punkte ausschließlich nach guten Halbzeiten zu verteilen und die 45-Minuten-Tabelle einzuführen.

Nimmt man Zimmermanns Aussagen auf der Pressekonferenz, dann klingt es, als wolle er die Brisanz der Lage herunterspielen. Fast alle Mannschaften schafften es nicht, Kontinuität reinzubekommen, sagt er, „wir schaffen es noch ein bisschen weniger“. Auch auf Schalke herrsche ja nach zwei Niederlagen Un­ru­he. „Positiv und bei sich bleiben“ will Zimmermann und dafür sorgen, „Kontinuität und eine klare Linie reinzubekommen“.

Der 42-Jährige weiß je­doch schon, „es ist meine Verantwortung, die Jungs in gute Verfassung zu bringen“. Jetzt gelte es „kleine Schritte“ zu machen und Ergebnisse zu holen. Schon am Samstag in Düsseldorf wünscht sich Kind, „dass wir gewinnen, um Ruhe zu bekommen“.