16. November 2021 / 07:52 Uhr

Potenzial ungenutzt: Wann findet der 96-Coach die richtige Position für Ernst?

Potenzial ungenutzt: Wann findet der 96-Coach die richtige Position für Ernst?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sebastian Ernst ist noch nicht zum erhofften Denker und Lenker im Spiel von 96 geworden.
Sebastian Ernst ist noch nicht zum erhofften Denker und Lenker im Spiel von 96 geworden. © Florian Petrow
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Sebastian Ernst ist zu 96 zurückgekehrt, um im Zentrum für kreative Impulse zu sorgen. Allerdings spielt der 26-Jährige mal hier, mal da, sein großes Potenzial bleibt ungenutzt. Coach Zimmermann scheint noch nicht die richtige Position für ihn gefunden zu haben.

Er spielt eigentlich immer, wenn er nicht verletzt ist – und nichts anderes hatte man nach seiner Verpflichtung erwarten dürfen. Als einen „wichtigen Baustein unserer Mannschaft fürs nächste Jahr“, stellte ihn der damalige Sportdirektor Gerhard Zuber vor. Trotz des Aufstiegs mit Greuther Fürth in die Bundesliga kehrte Sebastian Ernst zu Hannover 96 zurück. Dem Klub, „bei dem ich die meiste Zeit meines Lebens gespielt habe“.

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Nur in Regensburg fiel er kurzfristig mit einer Magen-Darm-Geschichte aus. In Düsseldorf krachte er allerdings heftig mit Andre Hoffmann zusammen. Der Ex-96er kam ins Krankenhaus, aber auch mit Prellungen erfreulicherweise relativ glimpflich davon.

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Ernst hatte es dabei auch in Nacken und Rücken erwischt, aber er hielt 70 Minuten durch. In der vergangenen Woche pausierte er beim Training, am Dienstag mischte er wieder voll mit. Jetzt stellt sich die Frage – findet der 96-Trainer für den 26-Jährigen auch die richtige Position?

Ihm ergeht es ähnlich wie dem zu Union Berlin gewechselten Genki Haraguchi. Der Japaner wurde auch oft auf den Positionen herumgeschoben. Defensives und offensives Mittelfeld, mal recht, mal links – Haraguchi wie Ernst können viel, was nicht immer ihr Vorteil ist.

Ernst fremdelt noch auf dem Platz

Gedacht war Ernst als kreatives 96-Zentrum. Er trägt ja auch die Rückennummer 10, die er von Haraguchi übernehmen durfte. Erhofft hat sich 96 auch eine ähnliche Torquote wie beim Japaner, der in der vergangenen Saison neun Tore erzielte.

Doch nicht nur da hapert’s noch bei Ernst. Er fremdelt, hat seinen Platz noch nicht gefunden. Er soll ja die finalen Pässe in die Schnittstellen spielen und auch selbst treffen. Die Fakten aber: Ein Tor beim 3:0 in Kiel und zwei Assists – da ist Luft nach oben.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Sportchef Marcus Mann fordert etwa von Ernst, häufiger aus größerer Entfernung aufs Tor zu schießen. Dazu müsste er allerdings in die entsprechende Position kommen. Ernst gehört ins Zentrum, wo er zuletzt in Düsseldorf in der Mittelfeldraute auch begann. Obwohl angeschlagen, gewann er zusammen mit dem Düsseldorfer Matthias Zimmermann die meisten Zweikämpfe aller Spieler.

Ernst läuft viel und kämpft leidenschaftlich, ist aber nicht effektiv. Er ist noch nicht der entscheidende Baustein. Bei ihm liegt noch viel Potenzial brach, das 96 besser nutzen sollte.