19. Juli 2021 / 17:34 Uhr

96-Trainer Zimmermann: Bei Ennali "nicht zu viel auf seine Schultern lasten"

96-Trainer Zimmermann: Bei Ennali "nicht zu viel auf seine Schultern lasten"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Macht Spaß: 96-Talent Lawrence Ennali. 
Macht Spaß: 96-Talent Lawrence Ennali.  © Florian Petrow
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Ist Lawrence Ennali sogar schon ein Kandidat für die Startelf? 96-Trainer Jan Zimmermann bremst zu schnelle Erwartungen an das Offensivtalent. "Wir tun gut daran, nicht zu viel auf seine Schultern zu lasten." Doch auch er hatte gegen Magdeburg "tolle Ansätze, tolle Aktionen" gesehen.

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Es gab wieder diesen Moment, den sich niemand wünscht bei Hannover 96. Das Scheppern nach dem Tritt von Leon Bell war bis in den Oberrang zu hören. Unten lag Linton Maina, klopfte mit der Hand auf den Rasen wie ein Profi, der eine schwere Verletzung befürchtet. Jan Zimmermann musste Maina angeschlagen auswechseln. „Es tut weh“, sagte der 96-Trainer, aber er ging davon aus, dass Maina am Samstag in Bremen spielen könne, ebenso wie der später ausgewechselte Mike Frantz. „Bei beiden war’s ein blödes Foul“ beschwerte sich der Trainer. Offensichtlich folgenlos.

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Die Konsequenz des 2:4 gegen Magdeburg dürfte sein, dass Zimmermann sich Gedanken machen muss, wie es in fünf Tagen in Bremen besser werden soll. Betrachtet er aber die Entwicklung des 19 Jahre jungen Lawrence „Lolo“ Ennali, müsste er das Talent sogar für die Startelf bei Werder in Betracht ziehen. Der echte und der „kleine Maina“ als Tempoflügel bei 96 – das könnte eine spannende Geschichte werden.

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„Noch ist es keine Geschichte“, hatte Zimmermann kurz nach der Beförderung Ennalis zum Profi gesagt. „Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt auch genau hingucke bei ihm.“ Gegen Magdeburg war Ennali erneut ein Hingucker. Wie er mit schnellen Füßen und Ball am Fuß in den Strafraum tanzte, ihn zu Maina legte, der die Chance zum Ausgleich aber vergab (67.). Mit Ennali kam ab der 58. Minute zumindest ein bisschen Schwung in die 96-Angriffe über links.

Zimmermann bremst die Erwartungen

„Der Junge hat eine tolle Entwicklung gemacht“, sagte Zimmermann auch nach dem Magdeburg-Spiel. Aber: „Wir tun gut daran, nicht zu viel auf seine Schultern zu lasten.“ Bisher macht Ennali nicht den Eindruck, als belaste ihn irgendwas. „Tolle Ansätze, tolle Aktionen“ hatte sein Trainer erneut gesehen. Zimmermann lobt, aber er bremst auch zu schnelle Erwartungen an das Talent.

Maina erfüllt die Erwartungen noch nicht komplett, aber damit steht er nicht allein. Ennali allerdings ragte heraus, weil er vorne wirbelte und bereit war, zusätzlich Defensivaufgaben zu übernehmen. Das können nicht alle 96-Spieler von sich behaupten. Zimmermann fand „jetzt auch nicht alles schlecht, weil wir ein Spiel verloren haben – es geht gerade erst los!“ Wann Ennali in der Profiliga Tempo machen darf, ließ Zimmermann noch offen.