01. November 2019 / 08:06 Uhr

Süßes oder Saures: 96-Trainer Mirko Slomka braucht gegen Sandhausen einen Sieg

Süßes oder Saures: 96-Trainer Mirko Slomka braucht gegen Sandhausen einen Sieg

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Steht unter Druck: 96-Coach Mirko Slomka.
Steht unter Druck: 96-Coach Mirko Slomka. © Florian Petrow
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Hannover 96 will seine Heimflaute am Freitagabend gegen den SV Sandhausen beenden - und das ist auch notwendig, wenn Mirko Slomka Trainer bleiben will. Der Coach steht unter Druck, gibt sich aber gelassen.

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Halloween wird immer beliebter, der schaurig-schöne „Fei­er­tag“ gibt Gruselfans den Kick. Ei­nen Tag danach droht ein anderer Gruselkick – für Hannover 96. Gegen Sandhausen muss am Freitagabend (18.30 Uhr) der erste Heimsieg im sechsten Anlauf her. Für Mirko Slomka gilt: Es gibt Süßes oder Saures.

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An Sandhausen haben Fans aus Hannover eigentlich schöne Erinnerungen. 2017 machten die 96-Profis dort den Aufstieg perfekt, mitsamt Partystimmung und Ekstase. Die Situation vorm Wiedersehen heute: eher bedrückend. 96 wartet weiter auf den ersten Saisonsieg in der eigenen Arena. Der Heimfluch zieht seine Bahnen durch Hannover, irgendwo im Nebel des Tabellenmittelfelds zieht unscharf ein Abstiegsgespenst vorbei. Auch beim Blick auf die Tabelle bleibt die Gänsehaut nicht aus für 96-Fans: Der Erstligaabsteiger steht auf Platz 14.

Bilder vom Vormittagstraining von Hannover 96 (30. Oktober 2019)

Vormittagstraininng von Hannover 96 am 30. Oktober 2019 Zur Galerie
Vormittagstraininng von Hannover 96 am 30. Oktober 2019 ©

Slomka wischt Jobdruck beiseite

Nur ein Sieg garantiert, dass Slomka sicher weitermachen darf in seiner alten, neuen Heimat. Schon bei einem Unentschieden könnte es eng werden für den Cheftrainer. Die zweite Amtszeit in Hannover lässt noch zu wünschen übrig. Slomka wischt den Jobdruck noch beiseite: „Ich habe keine Sorge.“

Tatsächlich blitzen das Potenzial der Mannschaft und Slomkas Idee immer wieder auf, doch ein großes Punktepolster brachte das bisher nicht ein. Jedenfalls nicht groß genug, um den 96-Ansprüchen zu genügen. Da hilft auch Slomkas Optimismus nicht. „Die Favoritenrolle war eigentlich immer eher auf unserer Seite, was ich auch logisch finde, wenn wir zu Hause spielen“, sagt Slomka über die maue Heimbilanz. Er hofft weiter auf Besserung: „Wir sollten in der Lage sein, hier diese Dominanz auszuspielen.“


Das sind die restlichen Spiele von Hannover 96 in der Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nach der Corona-Zwangspause:

28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) Zur Galerie
28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) ©

Zuschauer-Minusrekord droht

Heute soll es besser werden und erfolgreicher. Richtig schön dürfte der Tag nach Halloween trotzdem nicht werden. Stichwort Gruselkick: Sieben Grad und Regen sind angesagt für das Abendspiel gegen den Fußballzwerg. 96 rechnet mit nur 25 000 Zuschauern – das wäre Minusrekord in dieser Saison. Und: Sandhausen ist vor allem mit Mauertaktik erfolgreich. In elf Saisonspielen gab es nur elf Gegentore, das ist der drittbeste Wert der Liga für den Tabellendreizehnten. „Sie stehen gut in der Defensive. Ein sehr unangenehmer Gegner“, bestätigt Slomka. Aber vielleicht ist es genau der richtige Aufbaugegner.

Denn 96 würde mit einem Sieg gegen den Fußballzwerg einen riesigen Sprung in der Tabelle machen, zumindest vorerst. Bis zu den Samstagspielen stünde Slomkas Team voraussichtlich auf Rang sechs oder sieben.

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Moudachirou Amadou (Abwehr): 31 Spiele ©

KSC-Remis soll Mut machen

Das 3:3 zuletzt in Karlsruhe soll Mut machen dafür – trotz des bitteren Endes mit dem Ausgleichstor in der fünften Minute der Nachspielzeit und dem kuriosen Box-Gelb-Rot für Torwart Ron-Robert Zieler. „An die Offensivleistung sollten wir anknüpfen“, sagt Slomka.

Für das richtige Heimgefühl lässt er seine Profis für das Abschlusstraining am Freitagmorgen schon mal in der Arena ackern. Das ist eher ungewöhnlich. Am Abend wird’s dann ernst. Der sechste Heim-Anlauf wird entscheidend. Für 96 gibt es Süßes oder Saures.