29. Juli 2019 / 13:12 Uhr

"Henne allein reicht nicht": 96-Coach Slomka plant Umstellung auf Doppelspitze

"Henne allein reicht nicht": 96-Coach Slomka plant Umstellung auf Doppelspitze

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mirko Slomka will mit Marvin Ducksch und Hendrik Weydandt mehr Durchschlagskraft im Sturm.
Mirko Slomka will mit Marvin Ducksch und Hendrik Weydandt mehr Durchschlagskraft im Sturm. © imago/Nordphoto, Florian Petrow, action press
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Hendrik Weydandt wirkte bei der Auftaktpleite von Hannover 96 in Stuttgart oft verloren als einzige Sturmspitze. Trainer Mirko Slomka erwägt deshalb eine taktische Änderung.

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Es war nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut – so lässt sich der 96-Auftakt beim 1:2 in Stuttgart zusammenfassen. „Die Mannschaft hat einen guten Eindruck hinterlassen“, lobt 96-Chef Martin Kind. „Sie ist intakt, stabil und charakterstark.“ So viel zum Positiven. „Gewisse Probleme“, so meint Kind zum Negativen, „werden Mirko Slomka und Jan Schlaudraff sicher erkannt haben.“

Trainer Slomka hat es auf jeden Fall geschafft, wieder ein Team zu formen. Da wird untereinander mehr gesprochen, die Spieler schlucken nicht still alle Entscheidungen.

"Haben ab der 42. Minute keinen Torschuss mehr abgeben"

„Der Spielverlauf war aber bitter“, ärgert sich Slomka. Hätte Edgar Prib (2.) die lange Ecke anvisiert, wäre 96 wohl in Führung gegangen. Vor der Führung der Stuttgarter häuften sich die 96-Fehlpässe, das 0:2 geht allein auf die Kappe von Torwart Ron-Robert Zieler. Der Anschlusstreffer zum 1:2 war ein Geschenk von Maxime Awoudja.

Slomka hat das größte Problem jedoch auch im Blick: „Fakt ist, dass wir ab der 42. Minute keinen Torschuss mehr abgegeben haben, das müssen wir verändern.“ Dies hat er auch der Mannschaft erklärt.

Die besten Torschützen von Hannover 96 seit 2000 (jeweils für jeweilige Saison).

Saison 2018/19: Hendrik Weydandt - 6 Tore Zur Galerie
Saison 2018/19: Hendrik Weydandt - 6 Tore ©
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Ostrzolek-Platzverweis? "Kann man geben"

96 benötigt mehr Durchschlagskraft im gegnerischen Strafraum. „Wir brauchen Leute, die treffen.“ Slomka plant deshalb fürs erste Heimspiel gegen Regensburg am kommenden Samstag die Umstellung auf zwei Spitzen.

Das hatte er schon ansatzweise in Stuttgart mit der Einwechslung von Marvin Ducksch versucht. Da verpuffte es noch, weil nach der gelb-roten Karte für Matthias Ostrzolek eine defensivere Ausrichtung nötig wurde. „Kann man geben“, meint der Coach zum Platzverweis. Ostrzolek hatte sich permanent mit Santiago Ascacíbar gekabbelt. Der Tritt auf den Fuß des Stuttgarters war dann zu viel.

Die Roten in Noten: Das ist die Einzelkritik vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und Hannover 96

<b>Ron-Robert Zieler:</b> Anfangs stark, dann dieser dicke Bock beim zweiten Gegentreffer, als er sich den Ball selber ins Netz boxt.   Note: 5 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Anfangs stark, dann dieser dicke Bock beim zweiten Gegentreffer, als er sich den Ball selber ins Netz boxt. Note: 5 ©

Haraguchi und Maina enttäuschen

Künftig braucht 96 weniger Fehltritte und mehr Wucht im Angriff. „Vorn allein auf Henne zu setzen, das geht nicht.“ Hendrik Weydandt wird nicht Slomkas einzige Spitze bleiben. „Mit Ducksch und Sebastian Soto haben wir da weitere Möglichkeiten.“

Der aus Düsseldorf geholte Ducksch war noch nicht fit genug für die Startelf, bis zum Regensburg-Spiel könnte er so weit sein. Ebenfalls noch nicht aus einem Dynamitlevel zu sein scheint Marvin Bakalorz.

Slomka war auch „nicht mit allen Spielern zufrieden“, Namen will er nicht nennen. Ganz oben auf der Liste der Enttäuschungen dürfte Genki Haraguchi stehen. Linton Maina fehlte zum Ende hin die Kraft.

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Slomka sieht "gutes Gerüst"

Die Positivliste führt Sebastian Jung an. Wichtig auch Slomkas Entscheidung, Waldemar Anton in die Viererkette zu stellen statt ins defensive Mittelfeld. Anton hat mehr Tempo als Marcel Franke und Felipe, ein notwendiger Sicherheitsfaktor.

Doch grundsätzlich ist die 96-Mannschaft keine Baustelle mehr. „Wir haben ein sehr gutes Gerüst“, meint der Trainer. Auch Kind sieht ein „stabiles Fundament“. Darauf soll punktuell mit weiteren Verstärkungen aufgebaut werden. Slomka glaubt, „dass noch was passiert“, in beide Richtungen – Verkäufe und Einkäufe.

Sollte Walace abgegeben werden, wünscht sich der Trainer einen neuen „Sechser oder Achter“, also einen Mittelfeldspieler, der am besten auch mehr kreative Momente ins 96-Spiel zaubert. Das wäre zumindest nicht schlecht.

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