14. September 2019 / 10:45 Uhr

96-Trainer Slomka mit Grönemeyer-Geist: "Zeit, dass sich was dreht"

96-Trainer Slomka mit Grönemeyer-Geist: "Zeit, dass sich was dreht"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mirko Slomka will gegen Bielefeld drei Punkte holen.
Mirko Slomka will gegen Bielefeld drei Punkte holen. © Florian Petrow
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96-Trainer Mirko Slomka zitierte Herbert Grönemeyer auf der Pressekonferenz am Freitag und macht Ergebnis-Druck. Gegen Bielefeld soll unbedingt ein Sieg her.

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Das „Sekundenglück“ klingt noch eine Woche nach in der HDI-Arena. Inzwischen erneuerte eine holländische Firma jenen abgerockten Rasen an der Stelle, wo Herbert Grönemeyers Bühne gestanden hatte. Der 96-Trainer Mirko Slomka hört an der Seite des Ex-96-Trainers André Breitenreiter gut zu. „Da gibt’s ein schönes Lied: Es wird Zeit, dass sich was dreht“, erinnert sich Slomka.

Vor 13 Jahren hatte Grönemeyer damit die WM in Deutschland angesungen. Slomka drehte den Text auf die 96-Situation vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld (13 Uhr). Hannover steht auf Platz zwölf in der 2. Liga, zwei Unentschieden in den Heimspielen, zuletzt ein 0:3 in Hamburg. Bevor halb Hannover deshalb am Rad dreht, beschwor Slomka den Geist Grönemeyers: „Es wird tatsächlich Zeit, dass sich was dreht auf dem Platz, von der Dominanz, die wir von unserer Mannschaft erwarten.“

Die torreichsten Spiele von Hannover 96 seit der Jahrtausendwende:

Deutliche Niederlage, hoher Sieg oder ein packendes Unentschieden: Hannover 96 hat in diesem Jahrhundert schon viel erlebt. Wir haben die torreichsten Spiele der Roten seit der Jahrtausendwende zusammengetragen.  Zur Galerie
Deutliche Niederlage, hoher Sieg oder ein packendes Unentschieden: Hannover 96 hat in diesem Jahrhundert schon viel erlebt. Wir haben die torreichsten Spiele der Roten seit der Jahrtausendwende zusammengetragen.  ©
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"Leidenschaft und Kampf"

Viele Textzeilen passen in der Tat ausgezeichnet auf die sportliche 96-Situation. Ein Lebenszeichen sandte die Mannschaft in Wiesbaden, das gegen Fürth (1:1) und in Hamburg wieder erlosch. „Wer jetzt nicht lebt, wird nichts erleben“, be­ginnt Grönemeyer seinen Nummer-eins-Hit von 2006. Was für 96 bedeutet: Wer jetzt nicht zu Hause siegt, erlebt nix mehr in dieser Saison.

Der Trainer erwartet viele Erlebnisse gleichzeitig. Er sprach von „Leidenschaft und Kampf“, von „spielerischen Akzenten“ und „Anlaufen“ des Gegners. Freitagnachmittag trainierte Slomka noch geheim Angriffe in Ballbesitz, nachdem er tags zuvor noch die Balljagd als Schwerpunkt ausgewählt hatte. Der Ballbesitz, sagte er, sei sogar „in der Mannschaft implementiert“. Gesehen haben die Fans davon bisher selten etwas.

„Die Sekunden sind ge­zählt, die Hoffnung übergroß“, fährt Grönemeyer fort im Text. Die Hoffnungsträger, die in letzter Sekunde kamen, sollen bei 96 den Rhythmus bestimmen. Nun schwächelt Dennis Aogo aber nach einem Magen-Darm-Infekt, sein Einsatz steht noch auf der Kippe. Stellt man sich 96 tatsächlich als Popsong vor, wäre Aogos Part das Herzstück des Liedes, der Refrain.

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Slomka muss improvisieren

Über den zweiten Mittelfeldmann Marc Stendera kann Slomka sagen: „Es ist einen Versuch wert. Aber nur Spieler auf dem Platz zu haben, die nur 60, 70 oder 80 Minuten können, ist auch schlecht.“

Der Dirigent muss also immer noch improvisieren, obwohl er sich selbst dazu sehr wenig Zeit lässt. Sportdirektor Jan Schlaudraff stellte am Freitag noch einmal klar, dass nach dem Ungleichgewicht zwischen den am Freitag bekannt gewordenen exakten Ausgaben (2,18 Millionen Eu­ro) und Einnahmen (23,9 Millionen) keine großen Stücke vom Himmel zu erwarten sind. „Wir können nicht sagen: Alle, die da sind, funktionieren gleich auf Knopfdruck“, erklärte Schlaudraff.

Die Transferknöpfe hatte der Manager mit wenig Mitteln drücken müssen. Dennoch sei der aktuelle Kader „in der Lage, Spiele zu gewinnen und oben mitzuspielen“. Grönemeyer ist es ge­wohnt, immer oben zu spielen. Alle letzten elf Alben standen auf Platz eins der deutschen Charts. Damit aus 96 noch in dieser Saison ein Hit wird, muss die Mannschaft am Samstag das Ding gegen Bielefeld drehen. Die Kulisse von fast 40 000 findet Slomka schon mal „fantastisch“. Grönemeyer hatte auch nur 3000 mehr.

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Mirko Slomka trainierte von 1989 bis 1999 verschiedene Jugendmannschaften von Hannover 96. Hier gibt er nach einem Spiel Dortmunds Edwin Boekamp die Hand. Zur Galerie
Mirko Slomka trainierte von 1989 bis 1999 verschiedene Jugendmannschaften von Hannover 96. Hier gibt er nach einem Spiel Dortmunds Edwin Boekamp die Hand. ©

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