09. November 2019 / 10:40 Uhr

Wer jetzt Favorit ist: 96-Trainersuche fängt nach Frei-Absage nicht bei Null an

Wer jetzt Favorit ist: 96-Trainersuche fängt nach Frei-Absage nicht bei Null an

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Alexander Frei wird's nicht - Hannover 96 muss sich einen neuen Trainerkandidaten aussuchen.
Alexander Frei wird's nicht - Hannover 96 muss sich einen neuen Trainerkandidaten aussuchen. © imago images / dpa
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Eigentlich hatte Hannover 96 mit Alexander Frei seinen Wunschkandidaten auf den Trainerposten bereits auserkoren - der sagte allerdings ab. Das sind die verbliebenen Kandidaten und ihre Aussichten.

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Hannover 96 hatte sich eigentlich festgelegt auf seinen Wunschkandidaten: Alexander Frei (40), der einstige Dortmunder Stürmerstar und U18-Trainer vom FC Basel, sollte neuer Cheftrainer werden und Mirko Slomka be­er­ben.

Jetzt folgt die Rolle rückwärts: Der Schweizer hat keine Lust auf den Hannover-Job und 96 ab­ge­sagt. Er will lieber in Ba­sel bleiben und das Ju­gend­team coachen statt in der 2. Liga in Deutschland. Jetzt geht das 96-Trainercasting in den Recall.

Frei fühlt sich "geehrt" - sagt aber ab

Am Mittwoch war Frei noch für Gespräche nach Hannover gekommen. Er stellte seine Ideen vor und machte einen guten Eindruck auf die 96-Entscheider: jung, sympathisch, eloquent. Frei passte perfekt ins neu formulierte Anforderungsprofil. Gestern sagte er ab.

„Ich fühle mich geehrt, dass ich bei einem Traditionsverein wie 96 als Trainerkandidat ge­han­delt wurde“, ließ der Trainer wissen, „es ist für mich selbstverständlich, dass ein Verein von diesem Format in einer attraktiven Liga für jeden Trainerkandidaten eine Überlegung wert sein sollte.“ Trotzdem habe er 96-Sportdirektor Jan Schlaudraff „mitgeteilt, dass ich nicht für das Amt des Cheftrainers zur Verfügung stehen werde“.

Die Trainer von Hannover 96 mit den kürzesten Amtszeiten

<b>Hans Siemensmeyer</b> (September 1988 bis März 1989): 183 Tage, 14 Spiele (0,93 Punkte im Schnitt) Zur Galerie
Hans Siemensmeyer (September 1988 bis März 1989): 183 Tage, 14 Spiele (0,93 Punkte im Schnitt) ©
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Weiterhin frische Lösung favorisiert

Der Favorit ist raus, bei null fängt 96 in der Trainersuche deshalb nicht an. Und das Profil bleibt dasselbe: Hannovers Entscheider wollen lieber eine frische Lösung, statt in die bekannte Trainerschublade zu greifen. Sie wollen nicht den nächsten Thomas Doll oder einen Kandidaten wie Slomka. Schlaudraff: „Am Ende des Tages geht es um die Qualität. Wir wollen für den Verein die bestmögliche Entscheidung treffen.“

Ein halbes Dutzend Namen stehen noch auf der internen Liste, mit einigen der Kandidaten gab es bereits Gespräche. Castingchef ist Schlaudraff, darüber steht nur Martin Kind. Der Profiboss muss die Trainer-Entscheidung am Ende abnicken. Schlaudraff: „Ich bin sportlich verantwortlich dafür und auch dafür, wie die Leistung des Trainers bewertet wird. Trotzdem entscheidet am Ende Martin Kind.“

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Die Kandidaten: Wolf, Zorniger und Co.

Der Sportdirektor wünscht sich für den nächsten Trainer, „dass die Haltbarkeit hoffentlich deutlich länger ist als die von Mirko Slomka. Die Entscheidung soll so aussehen, dass der Verein langfristig sportlichen Er­folg ha­t.“ 96 will sich da­her nicht zu sehr hetzen lassen, man hat die Länderspielpause auf seiner Seite. Klar ist trotzdem: Der Slomka-Ersatz soll spätestens Mitte nächster Woche feststehen, gern früher. Wenn es denn passt.

Einer, der schon Erfahrung hat, aber trotzdem ins frische Profil passt, ist Hannes Wolf. Der 38-Jährige aus Bochum kann 2. Liga, er stieg mit Stuttgart auf und mit dem Hamburger SV fast. Seit Sommer ist er vereinslos. Oder macht’s ein anderer Alexander? Der frühere Leipziger Trainer Alexander Zorniger (52, zuletzt Brøndby Kopenhagen) steht weit oben auf der 96-Liste. Anfang der Woche gab’s ein Treffen mit Schlaudraff, der Kicker berichtete zuerst von den Gesprächen.

Außenseiter-Chancen werden auch Da­ni­el Meyer zugerechnet, der zuletzt in Aue trainierte. Kurios: Er flog dort zwar schon im Sommer aus dem Amt, löste aber erst in dieser Woche den Vertrag auf. Der 40-Jährige soll aber auch in Nürnberg Kandidat sein. Kenan Kocak (38, früher Sandhausen) war zwar im Sommer weit vorne im Trainercasting und passt ins Profil, ist nach SPORTBUZZER-Infos dieser Zeitung aber jetzt nicht im engen Favoritenkreis.

96-Trainer seit dem Aufstieg 2002 - und ihr Punkteschnitt in der Bundesliga:

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