03. April 2020 / 12:46 Uhr

Montag soll's wieder losgehen: Aber wo und wie kann und darf 96 überhaupt trainieren?

Montag soll's wieder losgehen: Aber wo und wie kann und darf 96 überhaupt trainieren?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Echtes Mannschaftstraining bei Hannover 96? Gefühlt eine Ewigkeit her...
Echtes Mannschaftstraining bei Hannover 96? Gefühlt eine Ewigkeit her... © Florian Petrow
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Die Zeit in der Quarantäne ist vorüber, Joggen um den Maschsee ist möglich. Am Montag würde Hannover 96 gern den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen. Aber in welcher Form und wo ist das überhaupt möglich? Gerhard Zuber, der Sportliche Leiter, prüft zurzeit alle Voraussetzungen.

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Eine Maschseerunde ist gut und wirklich schön. Besonders wohltuend nach 14 Tagen Quarantäne. Ein wenig dehnen, ein wenig mehr als eine halbe Stunde herumlaufen, ein bisschen plaudern. So haben es Sebastian Jung und Marc Stendera gemacht und es gibt weitere Minilaufgrüppchen in der Profimannschaft von Hannover 96.

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Von allem ist es ein bisschen zu wenig, wenn im Mai die Saison mit Vollgas losgehen soll. Die Liga hat empfohlen, den Trainingsbetrieb am 6. April wieder aufzunehmen. Am Montag soll es soweit sein. Aber theoretisch ist ein „normaler“ Trainingsbetrieb noch nicht möglich.

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Die Politik

Es gilt das Trainingsverbot auf Sportplätzen. In NRW erlaubt die Politik Profis immerhin die Ausübung ihres Berufs. Sie dürfen trainieren, allerdings nur in Zweiergruppen. Der Sportliche Leiter von 96 Gerhard Zuber prüft zurzeit alle Voraussetzungen. In Zweiergruppen ließe sich eine Vorbereitung für den Neustart der Profiligen im Mai jedenfalls nicht organisieren.

Die Fitness

Mit gewohntem Mannschaftstraining darf am Montag kein Spieler rechnen. 20 Tage gab es dergleichen nicht. „Wenn ich zwei Wochen auf dem Rad sitze, ist es was anderes, wenn ich wieder Fußball spielen muss“, erklärt Athletiktrainer Tobias Stock. Eine Woche wird es dauern, bis die Spieler wieder fußballspezifisch voll belasten können.

Zweikämpfe, Richtungswechsel, Koordinationsfähigkeiten – fast drei Wochen lang kam alles zu kurz. Fitmacher Stock erklärt das Hauptziel der vergangenen Wochen: „Wir wollten den Abbauprozess aufhalten.“ Montag soll eigentlich der Wiederaufbau beginnen.

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Das 96-Stadion am Maschsee wurde 1954 eröffnet – und seither mehrfach umgebaut. Zur Galerie
Das 96-Stadion am Maschsee wurde 1954 eröffnet – und seither mehrfach umgebaut. ©

Die Zuschauer

So sehr sich die Fans danach sehnen, die zuletzt erfolgreiche 96-Mannschaft im Training wiederzusehen: Die Einheiten werden nicht-öffentlich bleiben. Nicht nur, um die Spieler vor Ansteckung zu bewahren, sondern um die Fans vor sich selbst zu schützen. 96 lockt zu viele an, gerade in der schulfreien Zeit.

Der Ort

Um die geschlossene Gesellschaft zu sichern, braucht 96 Sicherheitspersonal und überschaubare Wege. In der Eilenriede an der Akademie bleibt der Mannschaft mehr Platz als im Stadion, um sich aufzuteilen. Das Nachwuchsleistungszentrum steht aktuell leer. Es rechnet kaum jemand damit, dass die Talente – anders als die Profis – ihre Saison noch zu Ende spielen dürfen.

Welche Variante bevorzugt Zuber für die Profis? „Beides möglich“, antwortet der Sportliche Leiter. Aber der Trainingsort ist nicht das größte Problem. 96 braucht die Erlaubnis der Politik. Daran arbeitet Zuber. Er tauscht sich mit anderen Managern der Liga aus. Der Sportliche Leiter macht den Krisencheck für Hannover – dazu gehört auch der medizinische Umgang mit der Mannschaft in Zeiten von Corona.

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Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag läuft zum Saisonende aus ©

Der Schutz

Um die Profis intern zu schützen, braucht 96 eine eigene medizinische Taskforce – ähnlich wie die DFL dies plant. Regelmäßige Schnelltests müssen organisiert werden. Außerdem stellt sich die Frage, wie 96 reagieren muss, sollte ein weiterer Spieler positiv auf das Coronavirus getestet werden. Bisher galt strikte Quarantäne für alle Beteiligten, die Erstkontakt zu Infizierten hatten. Tritt dieser Fall ein, kann jede Mannschaft die Trainingsklamotten wieder einpacken.