08. Mai 2020 / 15:10 Uhr

Schritt in Richtung Normalität: 96 Minuten zum 96-Zweikampfstart

Schritt in Richtung Normalität: 96 Minuten zum 96-Zweikampfstart

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hendrik Weydandt (rechts) wartet auf den Ball.
Hendrik Weydandt (rechts) wartet auf den Ball.
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Die Profis von Hannover 96 brauchten in den vergangenen zwei Monaten jede Menge Geduld, doch seit Donnerstag dürfen sie wieder normal und mit Zweikämpfen trainieren. Trainer Kenan Kocak ließ sein Team, ganz passend, 96 Minuten üben. Zahlreiche Corona-Regeln und Einschränkungen bleiben aber bestehen.

Nach Quarantäne und individuellem Training in der Gruppe ist die Zweikampferlaubnis ein deutlicher Schritt in Richtung Normalität. Am frühen Donnerstagnachmittag legte 96 los – und das vollzählig. Auch der vor der Corona-Pause angeschlagene Marcel Franke ist wieder beim Team.

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Nach dem Warmmachen bat Kocak zum Kleinfeldturnier mit vier Teams im Modus jeder gegen jeden. Kleines Feld – das heißt auch: viele Zweikämpfe. Der ­96-Coach führt sein Team langsam, aber zielstrebig an die volle Belastung heran. Bis zum Liga-Neustart in der nächsten Woche bleibt nicht allzu viel Zeit.

So liefen die bisherigen Spiele von Hannover 96 gegen Dynamo Dresden:

Im Hinspiel der aktuellen Saison gewann Hannover 96 mit 2:0 bei Dynamo Dresden. Damals wurde das Team noch von Mirko Slomka trainiert, der damals einen wichtigen Auswärtssieg einfahren konnte. Die Partie gestaltete sich lange Zeit zäh - Torraumszenen waren Mangelware. Doch in der zweiten Halbzeit schlug 96 zweimal eiskalt zu und stellte die Weichen durch Tore von Julian Korb (72.) und Cedric Teuchert (89.) auf Sieg. Ein weiterer Aufreger der Partie war die 65. Minute, als sowohl Hannovers Miiko Albornoz und Dresdens Niklas Kreuzer mit Gelb-Rot bzw. Glattrot vom Platz flogen.  Zur Galerie
Im Hinspiel der aktuellen Saison gewann Hannover 96 mit 2:0 bei Dynamo Dresden. Damals wurde das Team noch von Mirko Slomka trainiert, der damals einen wichtigen Auswärtssieg einfahren konnte. Die Partie gestaltete sich lange Zeit zäh - Torraumszenen waren Mangelware. Doch in der zweiten Halbzeit schlug 96 zweimal eiskalt zu und stellte die Weichen durch Tore von Julian Korb (72.) und Cedric Teuchert (89.) auf Sieg. Ein weiterer Aufreger der Partie war die 65. Minute, als sowohl Hannovers Miiko Albornoz und Dresdens Niklas Kreuzer mit Gelb-Rot bzw. Glattrot vom Platz flogen.  ©

"Man hat schon gemerkt, dass es nicht ganz so einfach ist, denn wir waren ein paar Wochen nicht in den Zweikämpfen, nicht in den richtig schnellen Bewegungen."

Dominik Kaiser gehörte zum Siegerteam. Nicht der einzige Grund für gute Laune, auch wenn es nach dem langen Verzicht ein ungewohntes Trainingsgefühl für die Profis war. „Man hat schon gemerkt, dass es nicht ganz so einfach ist, denn wir waren ein paar Wochen nicht in den Zweikämpfen, nicht in den richtig schnellen Bewegungen“, erklärt Mittelfeldantreiber Kaiser. Aber: „Es war natürlich eine große Freude, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen“, betont er.

Außerdem freue es den Profi sehr, „dass es generell Lockerungen im Freizeitbereich für alle gibt“. Mit der Zweikampferlaubnis in Corona-Tagen hat sich für Kaiser und Co. einiges geändert – aber nicht alles. Auch weiterhin ziehen sich die Profis im Kabinentrakt mit einigem Abstand um, um den engen Kontakt zumindest zu minimieren. Die diversen Desinfektionsmittelspender bleiben – und jeder Profi darf das Wasser auf dem Trainingsplatz nur aus der zugewiesenen Flasche mit der eigenen Trikotnummer trinken.

Bilder vom Training von Hannover 96 (7. Mai)

Trainer Kenan Kocak hat sichtbar gute Laune beim Training Zur Galerie
Trainer Kenan Kocak hat sichtbar gute Laune beim Training ©

Kaiser nimmt's sportlich

Was ebenfalls geblieben ist: Für die Verlierer des Turniers gab’s Strafschüsse auf die Hinterteile. Das „Arschboken“ hat Kocak schon fest ins 96-Training integriert. Dafür ersparte er seinen Profis die harten Fitnessläufe zum Trainingsabschluss.

Neu für die Profis ist derweil, dass es vorm nächsten Pflichtspiel erst mal in die selbst auferlegte Quarantäne geht. Eine Woche vorm Spiel geht 96 ins Hotel und schottet sich ab, das ist ein Teil der DFL-Strategie gegen Corona. Inzwischen steht fest, dass das komplette 96-Team am Montag das Mariott Courtyard am Maschsee beziehen wird und sich dort auf das Spiel gegen Dresden vorbereitet. Kaiser nimmt’s sportlich. „Das gehört jetzt eben auch dazu“, sagt der Kleinfeld-Gewinner. Das werde ihn und die Kollegen aber „nicht daran hindern, die Woche zu nutzen. Dann bin ich auch überzeugt davon, dass wir am Sonntag in einer Woche gegen Dresden bereit sind, um den Dreier einzufahren."


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Ein Dreier für die Fans

Zwar sei es „megaschade“, gegen Dynamo und wohl bis Saisonende ohne Fans spielen zu müssen. „Für uns Spieler ist es auch sehr ungewohnt, aber wir werden Vollgas geben, um allen 96-Fans den ersten Dreier im Geisterspiel zu schenken“, verspricht Kaiser. „Da müssen wir jetzt leider durch.“