09. Juli 2021 / 07:11 Uhr

96-Sportdirektor Mann zum wackelnden Börner-Transfer: "Aktuell ist er Spieler in Sheffield"

96-Sportdirektor Mann zum wackelnden Börner-Transfer: "Aktuell ist er Spieler in Sheffield"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mehr als abzuwarten ist aktuell für 96-Sportdirektor Marcus Mann bei der Personalie Julian Börner (eingeklinkt) nicht drin.
Mehr als abzuwarten ist aktuell für 96-Sportdirektor Marcus Mann bei der Personalie Julian Börner (eingeklinkt) nicht drin. © Florian Petrow/IMAGO/Colorsport
Anzeige

"Beide Seiten gehen im Augenblick davon aus, dass sie im Recht sind", sagt Julian Börner, der zu 96 wechseln will, am Mittwoch aber in einem Test für Sheffield auf dem Platz stand. Der englische Verband wird den Fall lösen müssen. Nur wann? Sportdirektor Marcus Mann sagt: "Aktuell ist er Spieler in Sheffield."

Anzeige

Das Thema ist nicht angenehm für Marcus Mann. Der 96-Sportdirektor möchte der neue Macher sein. Aber Mann kann nichts machen … Den Transfer von Julian Börner hatte be­reits sein Vorgänger Gerhard Zuber eingetütet. Der 30-Jährige hat bereits eine Transfervereinbarung mit 96 getroffen, aber der Innenverteidiger ist immer noch nicht da.

Anzeige

Schlimmer noch: Am Mittwoch drehte Sheffield Wednesday das nächste linke Ding mit dem Linksfuß. Börner spielte im Test gegen Celtic Glasgow (1:3) in Wales. Beim Stande von 1:1 wurde er nach 45 Minuten ausgewechselt – nicht zur Pause, sondern mitten im zweiten Drittel (dreimal 30 Minuten). Hat er sich etwa noch verletzt? „Nein, nix passiert“, sagt Mann, der mit dem Wunschspieler in Kontakt steht.

Mehr über Hannover 96

Der Fall Börner bleibt dennoch kompliziert. 96 hat alles geregelt und sogar den Termin fixiert, wann Börner spätestens zu Hannovers Mannschaft stoßen soll. Am 1. Spieltag soll die Frist ablaufen. Gegen Werder am 24. Juli sollte Börner also da sein. 15 Tage bleiben noch. Es ist nicht sicher, ob er den Termin einhalten kann.

Börner kassiert derzeit ein "Alibigehalt"

„Beide Seiten gehen im Augenblick davon aus, dass sie im Recht sind“, sagt Börner. Wegen ausbleibender Gehaltszahlungen hatte der Profi den Vertrag mit dem Absteiger gekündigt. Der zu­künf­ti­ge Drittligist widersprach und zahlte Börner ein wesentlich geringeres Alibigehalt, laut Gerüchten aus England sollen es 1500 Pfund gewesen sein. Der ursprüngliche Vertrag lief bis 2022.

96-Sportdirektor Mann geht davon aus, dass der englische Verband den Fall lösen muss. Aber wann soll das sein? Bis Ende August kann 96 streng genommen nicht warten.

Nun stellt sich 96 die Frage, ob die Mannschaft Börner überhaupt braucht. Ja, denn zumindest ein gestandener Innenverteidiger muss noch kommen. Marcel Franke und Simon Falette bilden ein ordentliches Abwehrpärchen, Ersatzmann Baris Basdas fällt schon ein wenig ab, der junge Marc Lamti ist noch nicht so weit.

Bilder vom vierten Tag des Trainingslagers von Hannover 96 in Rotenburg (Wümme)

Hoch das Bein: Sebastian Kerk spielt den Ball zurück übers Netz. Zur Galerie
Hoch das Bein: Sebastian Kerk spielt den Ball zurück übers Netz. ©

Mutmaßlich wird sich Trainer Jan Zimmermann aber mit der dünnen Personalbasis arrangieren müssen. Mit Börner wäre zumindest die Besetzung für die Innenverteidigung komplett. Im besten Fall weicht 96 in der Transferplanung aus und holt einen langen defensiven Mittelfeldspieler, der auch in einer Abwehrkette spielen kann.

Nun setzte Wednesday-Trainer Darren Moore den früheren Bielefelder also zum Abschluss des Trainingslagers im Test gegen Celtic ein. Das erhöht den Druck auf den Spieler und 96. Das Signal nach Hannover ist klar: Börner gehört uns, wenn ihr ihn wollt, müsst ihr Ablöse zahlen. Mann spielt das Spiel aber nicht mit. „Wir zahlen keine Ablöse“, sagt er. Eine Einschränkung: „Davon ge­hen wir zum jetzigen Zeitpunkt aus.“

Den Ärger über den Einsatz des Spielers lässt sich Mann nicht anmerken: „Aktuell ist er Spieler in Sheffield.“ Abgesehen von der Verletzungsgefahr für den Spieler, immerhin gegen den schottischen Vizemeister, droht aber der Transfer zu platzen. Dann muss Mann etwas ma­chen, aber etwas anderes als den Börner-Transfer.