10. Juni 2021 / 06:59 Uhr

Ab in den Zimmermann-TÜV: Kein 96-Abschiedsplan nötig bei Falette und Twumasi?

Ab in den Zimmermann-TÜV: Kein 96-Abschiedsplan nötig bei Falette und Twumasi?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Jan Zimmermann will sich erst einmal selbst ein Bild von Simon Falette (eingeklinkt, links) und Patrick Twumasi (eingeklinkt, rechts) machen.
96-Trainer Jan Zimmermann will sich erst einmal selbst ein Bild von Simon Falette (eingeklinkt, links) und Patrick Twumasi (eingeklinkt, rechts) machen. © Christian Hanke/IMAGO/HMB-Media
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Von Simon Falette und Patrick Twumasi hatte man sich bei 96 deutlich mehr erhofft, Anfragen anderer Vereine für die Transferflops gibt es bisher aber nicht. Neu-Trainer Jan Zimmermann will das Duo nun erst einmal auf Herz und Nieren prüfen. Fallen sie durch, soll ein Abschiedsplan aktiviert werden.

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Was anfangen mit Spielern, die man für drei Jahre verpflichtet hat, aber schon nach dem ersten Jahr feststellt: Das war leider ein Fehler. Sind ja keine Autos, die man in die Werkstatt zurückgeben kann, wenn sie nicht die versprochenen PS auf die Straße bringen. Wobei, schnell ist Patrick Twumasi schon, einen guten Schuss hat er auch – wenn bloß diese Zweikämpfe nicht wären. Auf die es auch noch in der 2. Liga ankommt.

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Ein Blick in eine Datenbank, es gibt solche für Transfers relevanten sogar bei Hannover 96, hätte genügt, um zu erkennen: Finger weg von dem Transfer. Sportchef Gerhard Zuber war aber anderer Meinung, er sah in dem Ghanaer die nötige Verstärkung für den Sturm. Trainer Kenan Kocak stimmte zu – und nun hat 96 ein Problem.

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Doch nicht allein mit Twumasi. Auch Innenverteidiger Simon Falette bleibt ein Sorgenkind. Ebenfalls bis 2023 verpflichtet, immerhin ablösefrei. Für Twumasi wurden 800.000 Euro Ablöse fällig. Beide sind 96-Topverdiener, kratzen an der Gehaltsmillion. „Der ein oder andere hat die Erwartungen leider noch nicht erfüllt“, räumte Kocak zum Abschied mit Blick auf Falette selbstkritisch ein. Der Trainer wollte den Frankfurter unbedingt als Abwehrchef haben.

Keine Anfragen für Falette und Twumasi

Die Rolle konnte Falette jedoch nicht ausfüllen. Kocak hatte sogar „angedeutet“, wie 96-Chef Martin Kind sagt, einen neuen Verein für Falette suchen zu wollen. Sozusagen an der Trainerehre gepackt, wollte Kocak seinen Fehler und das Missverständnis bereinigen. Davon ist aber nichts zu spüren. Davon unberührt sagt Kind: „Wir wären gesprächsbereit, wenn ein Verein Falette verpflichten will. Das gilt auch für Twumasi.“

Noch hat aber kein Klub angefragt. Falette urlaubt gerade in Sansibar und hält seine Freunde bei Instagram auf dem Laufenden. Unter anderen mit einem Video vom Baden mit Riesenschildkröten. Klopft weiter kein Verein an, wird 96 die Kröte schlucken und die Topverdiener bezahlen müssen.

Der neue Trainer wird die Problemfälle zum Trainingsauftakt am 21. Juni in Hannover begrüßen können. „Jan Zimmerman will sich die beiden auch erst mal ansehen“, sagt Kind. „Wir haben ja sehr viele Testspiele vereinbart.“

Bilder vom 133. NP-Anstoß mit Christian Schulz und Peter Neururer

Bilder vom 133. NP-Anstoß mit Christian Schulz und Peter Neururer Zur Galerie
Bilder vom 133. NP-Anstoß mit Christian Schulz und Peter Neururer © Florian Petrow

Falette und Twumasi müssen also gleich zum Zimmermann-TÜV. Fallen sie durch, wird der Abschiedsplan aktiviert. „Wir haben bis Ende August für Entscheidungen Zeit“, weiß Kind – erst dann schließt sich das Transferfenster.

Nicht nur der 77-Jährige vermutet, dass erst zum Ende der Transferperiode Bewegung in den Markt kommt. Viele Klubs sind klamm nach der Corona-Krise, das TV-Geld schrumpft. „Der Markt ist tot“, meint der 96-Chef. Bei ihm laufen zurzeit alle Fäden zusammen. Sportchef Gerhard Zuber ist nur noch bei Randthemen eingebunden. Ein Neuer hat nicht unterschrieben.