11. Juni 2019 / 07:44 Uhr

Transferstau bei Hannover 96: Wann drücken sie endlich den Knopf?

Transferstau bei Hannover 96: Wann drücken sie endlich den Knopf?

Tobias Manzke und Dirk Tietenberg
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hannover 96 konnte für die kommende Saison noch keine Neuzugänge vermelden.
Hannover 96 konnte für die kommende Saison noch keine Neuzugänge vermelden. © dpa/Petrow/SPORTBUZZER
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Sieben Tage vor Trainingsstart klemmt es bei den 96-Transfers. Profi-Chef Martin Kind lobt den neuen Sportdirektor Jan Schlaudraff trotzdem. Aber worauf wartet der Absteiger noch?

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Das Profil ist ja klar. Mit schnellem, attraktivem Fußball will Hannover 96 nach dem Abstieg wieder in die erste Liga. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie in Stuttgart, Hamburg oder Nürnberg, alle haben dasselbe Ziel, nur 96 steht bei Transfers auf der Bremse.

„Wir wollen 80 bis 90 Prozent der Mannschaft, wenn möglich, zum Trainingsbeginn auch hier haben“, hatte Profichef Martin Kind vor zwei Wochen gesagt. Aber welche Mannschaft soll das sein? 96 startet in sieben Tagen mit dem ersten Training.

Wenn am Wochenende Saisonstart wäre: Das ist der aktuelle 96-Kader.

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Torwart: Michael Esser ©
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„Bei bestimmten Dingen können wir auf den Knopf drücken“, hatte auch 96-Sportdirektor Jan Schlaudraff optimistisch erklärt. Aber der Transferknopf klemmt. An welcher Stelle er genau hakt, wollte Kind am Montag nicht sagen. Er gebe „keine Wasserstandsmeldungen“, erklärte Kind. Dafür drückt er die Lobtaste für Sportdirektor Schlaudraff: „Er macht einen super Job, arbeitet professionell und hat die Vorbereitungen weitgehend abgeschlossen, jetzt geht es an die gezielte Umsetzung.“

50 Spieler auf der 96-Einkaufsdatei

Schlaudraff scheint aus Kinds Sicht die richtigen Knöpfe zu drücken. Knapp über 50 Spieler sollen auf der 96-Einkaufsdatei geblinkt haben. Den Schattenkader sortierte Schlaudraff gemeinsam mit Trainer Mirko Slomka nach Priorität, Position, Kosten, Mentalität und Machbarkeit. Der entscheidende Hebel liegt jetzt bei Kind. Er muss die Kombination für den 96-Geldschrank freigeben, sonst wird sich bis zum Trainingsstart kaum etwas tun.

96 liegt im Vergleich der „Big Four“, der Großen Vier der 2. Liga, beim Kaderplan abgeschlagen hinten. Zwei Talente (Justin Neiß, Niklas Tarnat) wurden verpflichtet, ein Torwart (Philipp Tschauner) kehrt zurück, und Edgar Prib hat verlängert. Der Prib-Knopf hat ein Signal gesendet. Aber sonst gingen 96 bisher keine großen Lichter auf – bei streng genommen 14 Abgängen. Slomka und Schlaudraff stecken nun in der Zeitklemme.

Stuttgart, Hamburg, Nürnberg: So weit ist die 96-Konkurrenz bei der Kaderplanung

Während der 96-Knopf bei Entscheidungen noch hakt, ist die vermeintliche Aufstiegskonkurrenz schon weiter. Ein Überblick über die schärfsten 96-Konkurrenten der 2. Liga.
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Während der 96-Knopf bei Entscheidungen noch hakt, ist die vermeintliche Aufstiegskonkurrenz schon weiter. Ein Überblick über die schärfsten 96-Konkurrenten der 2. Liga. ©

Bis zum 17. Juni wird es nach gestrigem Stand nicht mehr viele neue Spieler geben bei 96 – eventuell gar keinen. In der Sommer-Transferperiode 2016 nach dem Abstieg war 96 zum ähnlichen Zeitpunkt besser aufgestellt. Marvin Bakalorz war schon da, genau wie Florian Hübner und Sebastian Maier. Die Königstransfers Martin Harnik und Niclas Füllkrug kamen allerdings erst kurz vor dem Saisonstart (17. Juli 2016).

Zunächst sollen in Hannover Spieler verkauft werden

Die Vorgabe ist offenbar, zunächst Spieler zu verkaufen. Für Iver Fossum, Jonathas, Matthias Ostrzolek, Genki Haraguchi, Josip Elez und Miiko Albornoz gebe es aus unterschiedlichen Gründen „keinen Markt“, sagte Kind selbst.

Erst recht nicht für die festgeschriebene Ablösesumme (knapp 30 Millionen) bei Walace, der natürlich für viel weniger gehen dürfte. Den Brasilianer will Slomka sich vor dem Verkauf erst noch ansehen. Leistungsträger wie Waldemar Anton, Hendrik Weydandt oder Linton Maina wären vermittelbar, sollen aber bleiben. Irgendwo zwischen Ansprüchen, fehlender Risikobereitschaft und Marktgesetzen hakt es.

Noch scheint es zu früh zu sein, um den hektisch den roten Panikknopf zu betätigen. Aber Alarmstufe Gelb leuchtet bereits auf.

So genießen die Spieler von Hannover 96 ihre freie Zeit:

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96-Spieler im Urlaub. ©
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