12. Januar 2020 / 09:52 Uhr

Transferstau bei Hannover 96 sorgt für Unmut bei Kenan Kocak: "Kein Kommentar"

Transferstau bei Hannover 96 sorgt für Unmut bei Kenan Kocak: "Kein Kommentar"

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Kenan Kocak ist genervt.
96-Trainer Kenan Kocak ist genervt. © Getty Images
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Zu unterschiedliche Vorstellungen sorgen bei den Verantwortlichen von Hannover 96 aktuell für Probleme. Die Konsequenz: In Sachen Neuzugänge will es bei den Roten einfach nicht richtig vorangehen. Trainer Kenan Kocak will den Transferstau nicht kommentieren - und sagt damit alles.

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Das klang nicht wirklich zufrieden, wie sich Kenan Kocak am Freitag nach dem Training zu möglichen Transfers äußerte. „Der Verein hat meine Gedanken dazu rechtzeitig schwarz auf weiß erhalten“, erklärte der 96-Trainer. Dann die Nachfrage – und geht’s denn auch gut voran? „Ich sag’s mal so: Kein Kommentar.“

Kocak hätte es gern schneller

Dann denken wir mal so: Kocak hätte es gern schneller und professioneller. Für die ersten beiden von vier Testspielen an diesem Wochenende kann der Coach noch keinen Neuen einbauen. Damit bleiben vor dem Zweitligastart am 28. Januar in Regensburg nur mehr zwei Möglichkeiten, erhoffte Verstärkungen unter Wettkampfbedingungen zu testen. Sonntag in einer Woche spielt 96 noch in Wolfsburg und gegen Viktoria Berlin.

Bilder vom Training von Hannover 96 (10. Januar):

Kämpft mit der Sicht: Waldemar Anton. Zur Galerie
Kämpft mit der Sicht: Waldemar Anton. ©
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"Haben uns auf Namen festgelegt"

Das Transferfenster ist zwar noch bis zum 31. Januar geöffnet, aber so lange wollte Kocak nicht warten. Immerhin hat 96-Profichef Martin Kind erklärt, „wir haben uns auf Namen festgelegt“. Diese Wunschliste „wird nun abgearbeitet“, kündigte Kind an.

Der Auftrag geht an den Sportchef. Jan Schlaudraff soll die Verhandlungen mit den Spielern führen. Dabei kommt er offenbar nicht so richtig voran. „Es ist ein schmaler Grad, bei Transfers kommt es immer auf Balance an“, sagte Kocak – zwischen schnellen Entscheidung und Pokern um die bestmögliche Verstärkung. Und wenn ein Transfer nicht klappt, kommt der nächste Kandidat ins Spiel.

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Schlaudraff denkt in anderen Kategorien

Ein hausgemachtes Problem dabei: Schlaudraff und Kocak haben unterschiedliche Vorstellungen und Listen vorgelegt. Der Trainer möchte offenbar Mentalitätsspieler verpflichten, die sich in der beinharten 2. Liga bewährt haben und sich durchkämpfen können. Schlaudraff denkt in anderen Kategorien und schaut auch in die 1. Liga.

Der Sportchef ist allerdings ohnehin ins Abseits geraten. Kind zählt auf Kocak – der 96-Profichef vertraut nur dem Trainer. Kocak soll sich seine Spieler aussuchen und hat auch viele Vorgespräche mit Beratern und Spielern geführt. Verhandeln soll jetzt aber Schlaudraff. Der dann jedoch wiederum, so an den Rand gedrängt, den Beratern und ihren Spielern kaum feste Zusagen machen kann. Das ergibt eine unklare Gemengelage – die offenbar zum Stillstand bei den Transfers führt.

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Ron-Robert Zieler (61,9 Prozent)  Zur Galerie
Ron-Robert Zieler (61,9 Prozent)  ©

Es steht fest, was 96 will

Immerhin steht fest, was 96 will. Einen Innenverteidiger, einen Mittelfeldspieler, der sowohl defensiv als auch offensiver eingesetzt werden kann (als 6er und 8er) – und einen Stürmer. Am besten alles Spieler mit Perspektive und Langfristverträgen, aber auch Ausleihen sind denkbar.

Gespräche hat es mit dem Darmstädter Serdar Dursun gegeben. Der Stürmer wäre wohl mit 1,5 Millionen Euro Ablöse zu teuer. Nicht bezahlbar wäre der Stuttgarter Philipp Klement. Nicht mehr auf der Liste steht der Verteidiger Anthony Jung von Bröndby Kopenhagen. Sein Berater Klaus Gerster bestätigte, dass es keinen Kontakt mit 96 gibt. Ex-Trainer Mirko Slomka hatte wegen Jung nachgefragt, der Wechsel zerschlug sich aber.

Von Jonas Szemkus, Andreas Willeke und Dirk Tietenberg

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