18. April 2019 / 17:25 Uhr

Hannover 96: Kramer, Nestler, Kind und Krause - die "Neuen" treffen ihre Vorgänger

Hannover 96: Kramer, Nestler, Kind und Krause - die "Neuen" treffen ihre Vorgänger

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vorstandschef Sebastian Kramer (links) und Aufsichtsratschef Ralf Nestler (Mitte) trafen erstmals auf ihre Vorgänger Martin Kind (rechts) und Uwe krause (unten rechts).
Vorstandschef Sebastian Kramer (links) und Aufsichtsratschef Ralf Nestler (Mitte) trafen erstmals auf ihre Vorgänger Martin Kind (rechts) und Uwe krause (unten rechts). © Hannover96/Vosshage/Lobback/Sielski
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Als "sehr offen, sehr konstruktiv" hat Martin Kind, ehemaliger Vorsitzender des Hannover 96 e.V., das erste direkte Gespräch mit seinem Nachfolger Sebastian Kramer bezeichnet. Ebenfalls dabei in Großburgwedel: Kinds früherer Stellvertreter Uwe Krause sowie der neue Aufsichtsratsvorsitzende des e.V., Ralf Nestler.

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Der neue Vorstands-Chef Sebastian Kramer und der neue Aufsichtsrats-Chef Ralf Nestler haben sich am Mittwoch mit Ex-Klubchef Martin Kind und Ex-Vize Uwe Krause getroffen – in Kinds Büro in Großburgwedel. „Sehr offen, sehr konstruktiv“, lobte Kind die Gespräche zur Amtsübergabe im e.V.

Ungewohnte Konstellation

An die Konstellation – hier Profiboss Kind und dort seine Gegner der 50+1-Abschaffung im Vereinsvorsitz – müssen sich aber dennoch beide Seiten erst gewöhnen. Nestler gibt die Richtung für die neue Führung vor. „Profifußball und 96 als Verein, das bildet eine Einheit“, glaubt Nestler, „ich sehe da keine Differenzen, auch nicht zu den Gesellschaftern.“

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Nestler baut aber eine Drohkulisse gegen Kind auf: „Wir hätten den Ge­schäfts­füh­rer auch abberufen können, das ist nach Satzung möglich.“ Die Satzung könnte dahingehend auf jeden geändert werden. Die Konsequenzen einer Abberufung Kinds wären dramatisch für 96 – die Geldgeber und Gesellschafter würden ihre Mittel von keinem Geschäftsführer verwalten lassen, dem sie nicht vertrauen.

Ziel war nicht, Kind "zu verdrängen"

Nestler deutet das Machtinstrument der neuen Führung gegen Kind aber an. „Wir haben es nicht gemacht“, sagt Nestler, „Ziel war nie, ihn zu verdrängen, Ziel war, die Mitgliederwünsche einzuhalten.“

Dass von Vereinsseite beim Profifußball zu­min­dest versucht werden soll reinzureden, das kündigte Nestler überraschend auch gleich noch an: „Wir müssen deutlich professioneller werden im sportlichen Bereich, wir können und wollen uns auch zu solchen Themen äußern.“ Zum Thema Profifußball nämlich.

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Ausnahme von der 50+1-Regel

Diese Einmischung ist höchst umstritten, verwundert aber insofern nicht, als Nestler und die Aufsichtsräte um Carsten Linke von Fans des Profifußballs gewählt wurden.

Streitpunkt ist auch Kinds Antrag auf eine Ausnahme von der 50+1-Regel für Hannover 96. Der liegt beim Schiedsgericht, die mündliche Verhandlung gab’s vor mehr als vier Monaten. „Wir wollen uns die Zahlen ansehen und sie prüfen“, sagte Linke, „den Antrag wollen wir erst mal sehen.“ Gestellt wurde er von der Privatperson Kind, der KgaA und dem e. V. Den Antrag des Vereins will die neue Führung zunächst ruhend stellen.

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