30. November 2021 / 10:07 Uhr

96 sucht "einen erfahrenen Trainer", einen harten Retter: Das sind die drei Favoriten

96 sucht "einen erfahrenen Trainer", einen harten Retter: Das sind die drei Favoriten

Dirk Tietenberg und Uwe von Holt 
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf der Suche nach einem neuen Trainer: Sportdirektor Marcus Mann und 96-Profichef Martin Kind (eingeklinkt).
Auf der Suche nach einem neuen Trainer: Sportdirektor Marcus Mann und 96-Profichef Martin Kind (eingeklinkt). © Florian Petrow
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Nach der Trennung von Jan Zimmermann sucht 96 als Nachfolger "einen erfahrenen Trainer", wie es Boss Martin Kind formuliert, einen harten Retter. Die Kandidatenliste von Manager Marcus Mann ist mittlerweile auf drei Favoriten reduziert.

161 Tage hat das Projekt Jan Zimmermann gedauert. Zu kurz, um es ein Projekt zu nennen. Es blieb bei einem Versuch, der scheiterte. Am Sonntag, dem Tag nach dem 0:4 in Karlsruhe, fiel die Entscheidung. Am Montag trafen sich Profichef Martin Kind, Manager Marcus Mann und Zimmermann bei Kind und regelten die Trennung: Hannover 96 stellte den Trainer frei.

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Wer folgt? Daniel ­Thioune? Uwe Neuhaus? Uwe Rösler? Der Reihe nach. Die Trennung von Zimmermann soll die friedlichste der vergangenen Jahre gewesen sein. Um 16.32 Uhr vermeldete der Klub die Freistellung Zimmermanns. Zuvor hatten der 96-Profichef mit dem Trainer und dem Manager „ein harmonisches und menschlich sehr gutes Ge­spräch“ geführt, sagte Kind. Der 96-Chef lobte Zimmermann als „zuverlässigen Gesprächspartner“. Ein Kuschel-Aus, sein Bedauern über die Trennung war zu vernehmen. Zimmermann bekommt weiter sein Gehalt, sein Vertrag läuft bis 2023. Eine Abfindung gibt es nicht.

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Die einvernehmliche Trennung war notwendig geworden. Der 42 Jahre junge Trainer scheiterte an einer Mannschaft, die nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten konnte und offensichtlich auch nicht wollte. Mit der schlechtesten Torausbeute der Klubgeschichte stürzte 96 bis auf den Abstiegsrelegationsplatz der 2. Liga ab. Das 0:4 zuletzt lieferte das letzte Argument, um auf dem Trainerposten et­was zu verändern.

Nun muss Marcus Mann (37) – der selbst erst vor 164 Tagen als Profimanager unterschrieb – sportlich retten, was zu retten ist. Von einer zwei Seiten langen Liste potenzieller neuer Trainer blieben am Montag fünf Favoriten übrig. Kind hat nach dem Zimmermann-Experiment „das Gefühl, dass die Mannschaft in dieser Situation einen erfahrenen Trainer braucht“, ausgestattet mit einer gewissen Rettungshärte.

Hofft Neuhaus auf Job in Düsseldorf?

Auf der „Long List“ standen Bruno Labbadia (55) oder Uwe Neuhaus (62). Labbadia wird es nicht, Neuhaus war nicht bereit für 96. Dem Vernehmen nach hofft der Bielefelder Aufstiegstrainer auf einen Job in Düsseldorf. Dort steht Christian Preußer in der Kritik. Auch Ole Werner (jetzt Bremen-Trainer) stand auf der ersten Fahndungsliste – was zeigt, dass die Trainersuche nicht erst zum Zeitpunkt der Freistellung Zimmermanns begann.

Nicht aus dem Rennen ist Thioune. Der Hamburger SV soll bereit sein, den gültigen Vertrag des 47-Jährigen (bis 2022) aufzulösen. Thioune könne sogar bis Sonntag die Freigabe bekommen, heißt es aus Hamburg. Dann spielt 96 in der HDI-Arena gegen den HSV.


Das sind die Trainer von Hannover 96 seit dem Aufstieg 2001

Am 28. April 2021 hat Hannover 96 die Trennung von Kenan Kocak zum Saisonende verkündet. Rund zwei Wochen später (10. Mai) haben die Roten Jan Zimmermann als neuen Trainer vorgestellt. Der Coach kommt vom Regionalligisten TSV Havelse. Zur Galerie
Am 28. April 2021 hat Hannover 96 die Trennung von Kenan Kocak zum Saisonende verkündet. Rund zwei Wochen später (10. Mai) haben die Roten Jan Zimmermann als neuen Trainer vorgestellt. Der Coach kommt vom Regionalligisten TSV Havelse. © imago/

Weitere Kandidaten sind Dietmar Kühbauer (50, vorher Rapid Wien) und der erfahrene Ex-Düsseldorfer Rösler (53). Rösler war am vergangenen Samstag in Hannover, allerdings als TV-Experte vor dem Bundesliga-Spitzenspiel in Wolfsburg. Röslers Name tauchte in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit Hannover häufiger auf.

96 gibt sich zunächst bis Mittwoch Zeit. Ist bis dahin kein Kandidat gefunden, wird es eine Interimslösung geben. Christoph Dabrowski (Reserve) und Stephan Schmidt (U19), die Fußballlehrer aus der Talenteakademie, wurden bis bis Montag nicht angesprochen.

Es sind schwierige Zeiten für 96 und für den Ma­na­ger. Mann erklärte: „Es ist bekannt, dass ich mit Jan Zimmermann sehr gerne und gut zusammengearbeitet habe.“ Aber er habe „frei von Emotionen“ handeln müssen. Immer schwierig beim Thema 96.