29. Mai 2019 / 07:49 Uhr

Ein Trio für den Vierkampf - Schlaudraff: "Wir kriegen das schon irgendwie hin"

Ein Trio für den Vierkampf - Schlaudraff: "Wir kriegen das schon irgendwie hin"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ein Trio für den Vierkampf: Die Mannschaften mit den höchsten Etats werden folglich als Favoriten auf den Aufstieg gehandelt. Manager Jan Schlaudraff, Profichef Martin und Kind und Mirko Slomka bereiten sich auf die 2. Bundesliga vor. 
Ein Trio für den Vierkampf: Die Mannschaften mit den höchsten Etats werden folglich als Favoriten auf den Aufstieg gehandelt. Manager Jan Schlaudraff, Profichef Martin und Kind und Mirko Slomka bereiten sich auf die 2. Bundesliga vor.  © Florian Petrow
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Es ist angerichtet: Hannover 96 kann die Arbeit aufnehmen, der Umbruch hat seine Basis. Diese verkörpern Trainer Mirko Slomka und Manager Jan Schlaudraff, die Profichef Martin Kind installiert hat. Dessen Anspruch ist ein direkter Wiederaufstieg - doch da sind noch weitere drei Vereine, die ob ihres Haushalts direkt wieder hoch wollen. 

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Das erste Bild – Martin Kind in der Mitte, Mirko Slomka rechts, Jan Schlaudraff links. So geht 96 in die 2. Liga, und dass der Klub da schnell wieder herauskommen soll, stellt der 96-Chef mehrmals klar an diesem Nachmittag in der HDI-Arena. Es gilt zwar, den neuen Sportchef und Trainer vorzustellen. Aber wichtig ist Kind, dass klar wird, wo das neue Team hin soll.

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Zweite Amtszeit: Am 28. Mai 2019 stellte Hannover Mirko Slomka erneut als Cheftrainer und Nachfolger von Thomas Doll vor. Zur Galerie
Zweite Amtszeit: Am 28. Mai 2019 stellte Hannover Mirko Slomka erneut als Cheftrainer und Nachfolger von Thomas Doll vor. © imago/
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Der Aufstieg: das (alternativlose) Ziel

Wenn Zweifel geäußert werden, dass alles ein gutes Ende nehmen kann mit 96 in dieser schwierigen 2. Liga, grätscht Kind dazwischen. „96 ist ein großer Klub“, sagt der 75-Jährige energisch. „Unser Ziel ist der Wiederaufstieg“, auch wenn die Konkurrenz mit Stuttgart, Nürnberg und dem HSV noch so mächtig scheint. „Wir gehören zu den vier Teams mit dem höchsten Haushalt, das muss auch mit den Erwartungen korrespondieren“, fordert Kind. Dass der Wiederaufstieg alternativlos sei wie nach dem Abstieg 2016, sagt er zwar nicht, meint es aber. Damit wissen Schlaudraff und Slomka, wo der Hammer hängt.

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"Jeder kann sich vorstellen, dass das nicht leicht wird."

Schlaudraff versucht das einzufangen, indem er darauf pocht, realistisch zu bleiben. „Es gibt auch eine Zeitachse“, nur „idealerweise“ gelingt der Aufstieg in der ersten Saison. „Wir haben einen sehr großen Umbruch zu bewältigen. Jeder kann sich vorstellen, dass das nicht leicht wird.“ Kind bestätigt zähneknirschend, dass „eine Mittelfristplanung hinterlegt“ sei, warnt aber, es gebe genug Beispiele von Klubs, die nicht wieder herausgekommen sind aus der Kellerliga. „Die Chance aufzusteigen ist im ersten Jahr am größten“ für Kind.

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Torwart: Michael Esser ©

Stallgeruch und verheißungsvolles Konzept

Stemmen soll es ein Duo, das den Verein kennt. „Dass Jan und ich einen gewissen Stallgeruch haben, tut in dieser Situation gut“, meint Slomka. „Dann gehen gewisse Dinge vielleicht etwas schneller, als wenn man neu in einen Verein kommt.“ Das unterstreicht Kind. „Beide identifizieren sich mit Hannover und mit 96. Und sie haben gemeinsam ein überzeugendes Konzept erarbeitet. Ein erfolgreicher Trainer und ein junger, hungriger Sportdirektor: Das ist die Synthese, die wir brauchen.“

Schlaudraff gibt aber zu, „dass es anders geplant war“. Er sollte und wollte als Assistent in die Chefrolle langsam hineinwachsen. Jetzt ist er Boss, und das macht er auch gegenüber Slomka klar. „Die Situation ist natürlich speziell, dass ein ehemaliger Spieler von Mirko jetzt zu seinem Chef geworden ist“, sagt der 35-Jährige selbstbewusst, „aber das wird kein Problem sein.“ Was Slomka umgehend bestätigt.

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Slomka zieht Lehren aus Schmadtke-Disput

Damit wäre das so weit geklärt, Schlaudraff kennt aus seiner aktiven Zeit die Probleme, die zwischen dem damaligen Sportdirektor Jörg Schmadtke und Slomka öffentlich ausgetragen wurden. Slomka versichert, er hat aus der Zeit „ein ganze Menge dazugelernt“. Der Umgang, die Kommunikation, „man kann vieles verändern“. Der Trainer spürt „eine hohe Akzeptanz und Zuversicht“ und wünscht sich, „dass es dabei bleibt“.

Die Aufgabe ist schwer genug, erst recht für einen, den Kind so vorgestellt hat: „96 ist seine große Liebe.“ Slomka spricht von 96 als seiner Heimat. „Ich fühle mich angekommen.“ Fürs große Ganze aber mag Kinds für Schlaudraff gemeinte Aufmunterung gelten: „Wir kriegen das schon irgendwie hin.“

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Sommer 2019: Oliver Sorg (Hannover 96 -> 1. FC Nürnberg, ablösefrei) Zur Galerie
Sommer 2019: Oliver Sorg (Hannover 96 -> 1. FC Nürnberg, ablösefrei) ©

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