17. Mai 2019 / 11:15 Uhr

Ihlas Bebou erobert Spitze der 96-Ablösetabelle - Kind und Hopp führten Verhandlungen

Ihlas Bebou erobert Spitze der 96-Ablösetabelle - Kind und Hopp führten Verhandlungen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ihlas Bebou wird in der kommenden Saison für die TSG 1899 Hoffenheim spielen.
Ihlas Bebou wird in der kommenden Saison für die TSG 1899 Hoffenheim spielen. © imago images / Joachim Sielski
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Der Wechsel von Ihlas Bebou zur TSG 1899 Hoffenheim ist seit Donnerstagnachmittag perfekt. Der Flügelflitzer beschert Hannover 96 die höchste Ablösesumme jemals. Die Verhandlungen führten 96-Profiboss Martin Kind und 1899-Besitzer Dietmar Hopp, die ein freundschaftliches Verhältnis pflegen. 

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Typisch Ihlas Bebou: Am Donnerstag ging es ganz schnell mit dem schnellsten Profi der Bundesliga. Am Vormittag nach dem einstündigen Training wollte Bebou sich auf SPORTBUZZER-Nachfrage nicht zu seiner aktuellen Situation äußern. Dabei hatte Hoffenheim den Rivalen Borussia Mönchengladbach längst abgehängt im Rennen um den 96-Sprinter: Auch deshalb, weil der Draht gut und kurz ist zwischen Hoffenheim-Besitzer Dietmar Hopp und 96-Mehrheitsgesellschafter Martin Kind. Gestern Nachmittag gaben beide Klubs den Wechsel bekannt. Bebou unterschrieb einen Vertrag bis 2023 mit den Hoffenheimern.

Bebou verdrängt Joselu

Geeinigt hatten sich Bebou und TSG-Manager Alexander Rosen schon vor einigen Tagen. Die Verhandlungen führten Kind und Hopp. „Es waren gute Verhandlungen mit Hoffenheim. Mit dem Ergebnis sind wir vollumfänglich zufrieden“, erklärte der 96-Profichef. Die festgeschriebene Ablösesumme nach dem Abstieg liegt bei 10 Millionen Euro. Bei Bebou fiel der Preis nicht drastisch ab wie bei Niclas Füllkrug, der für 6,3 Millionen Euro zu Werder wechselt.

Bebou erobert damit auch die Spitze der Ablösetabelle bei 96. Er verdrängt Joselu, der für 8 Millionen Euro nach Stoke City ging.

Die Karriere von Ihlas Bebou in Bildern:

Ihlas Bebou wechselte 2011 aus der B-Jugend des VfB Hilden zu Fortuna Düsseldorf. Im April 2013 machte er mit 19 Jahren sein erstes Spiel für die U23 in der Regionalliga West. Dieses Bild zeigt ihn einen Monat später beim Spiel gegen die Sportfreunde Siegen, bei dem ihm zwei Vorlagen gegangen.   Zur Galerie
Ihlas Bebou wechselte 2011 aus der B-Jugend des VfB Hilden zu Fortuna Düsseldorf. Im April 2013 machte er mit 19 Jahren sein erstes Spiel für die U23 in der Regionalliga West. Dieses Bild zeigt ihn einen Monat später beim Spiel gegen die Sportfreunde Siegen, bei dem ihm zwei Vorlagen gegangen.   ©
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Bebou für Gladbach zu teuer

Dass der Deal so schnell ablief, liegt auch an dem freundlichen Verhältnis zwischen Hopp und Kind. Mönchengladbach war offenbar nicht bereit, die festgeschriebenen 10 Millionen Euro zu überweisen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bebou war in dieser Saison lange verletzt und spielte nur elfmal. Aber beim 3:0 gegen Freiburg schoss er das 2:0 und war der beste Spieler auf dem Platz. Seine Qualität und die Fantasie, mit dem gesunden Bebou erfolgreicher zu sein als ohne, haben Hoffenheim überzeugt.

Schade andererseits, dass 96 nicht mehr mit ihm planen kann. Bebou erklärte gestern offiziell selbst: „Ich hätte den Verein natürlich sehr gern unter ganz anderen Umständen verlassen. Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich mir gewünscht habe, in dieser Saison viel mehr eingreifen zu können um dabei mitzuhelfen, dass wir unser Ziel, den Klassenerhalt, erreichen.“

"Es gibt keine DFL-Auflage"

Sein Wert und sein Verkauf helfen natürlich dabei, die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu erfüllen. Die Frist endet am 31. Mai. Kind betonte gestern noch einmal: „Es gibt keine DFL-Auflage, Spieler zu verkaufen.“ Aber je mehr Geld 96 durch Spielerverkäufe zusammenbekommt, desto mehr steht zur Verfügung, um neben den Auflagen die Voraussetzungen zu erfüllen, um eine neue Mannschaft aufzubauen.

Bei Bebou liegt der Fall klar. Der 25-Jährige ist ein erstklassiger Spieler und gehört in die oberste Spielklasse. Hoffenheims Manager Alexander Rosen spricht von ihm als einem „echten Unterschiedsspieler“. Bebou glaubt, „dass ich mich hier super entwickeln kann“. In Hoffenheim, nicht mehr in Hannover, wo er, wenn er spielte, die Fans begeisterte.

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Bleibt Anton?

Zur Transferentwicklung bei 96 gehört durch die Erlöse bei Bebou, dass der Wechsel von Waldemar Anton nicht wahrscheinlicher wird. Schalke macht sich angeblich Hoffnung, Werder und Mainz hatten im Frühjahr unverbindlich angefragt. Aber nach wie vor soll der 22-Jährige in Hannover bleiben, geht es nach Kind oder Kaderplaner Jan Schlaudraff. Anton und Bebou sind ziemlich beste Freunde. Ihre Karriere wird vorerst auf getrennten Wegen weitergehen. Mutmaßlich erfolgreich.

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