08. Oktober 2021 / 20:19 Uhr

Duell unter Freunden: Hannover 96 zittert sich beim TSV Havelse zu einem 1:0

Duell unter Freunden: Hannover 96 zittert sich beim TSV Havelse zu einem 1:0

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hendrik Weydandt (rechts) tätschelt Havelses Fynn Lakenmacher.
Hendrik Weydandt (rechts) tätschelt Havelses Fynn Lakenmacher. © Debbie Jayne Kinsey
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Frischer Dorffußball, junge Stimmung in Havelse. Die Kinder der TSV-Jugend feuerten den Drittligisten gegen Hannover 96 an. Jan Zimmermann hatte die Garbsener in die 3. Liga geführt und quälte sich nun mit dem Zweitligisten Hannover 96 im Testspiel zu einem 1:0. 

Sein gutes altes Havelse war im Derby vor 1502 Fans im Wilhelm-Langrehr-Stadion das zielstrebigere Team. Bei 96 fiel das Tor ausgerechnet nach einer Ecke. Standards waren bis gestern Abend kein Trumpf bei 96 gewesen. 

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96 machte buchstäblich einen Schritt zurück im Vergleich zu den vergangenen Spielen. Die Profis trauten sich zu oft erst gar nicht, den Ball zielstrebig nach vorne zu bringen. Dabei  spielte Havelse ohne die Stamm-Dreierabwehr – dennoch bekam der 96-Angriff kaum was auf die Kette. Dann verletzte sich auch Havelses Nummer eins Norman Quindt beim Warmmachen.

Bilder vom Testspiel zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96

Bilder vom Testspiel zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96 Zur Galerie
Bilder vom Testspiel zwischen dem TSV Havelse und Hannover 96 © Debbie Jayne Kinsey

Der Drittligist spielte demnach mit komplett neuer Hintermannschaft. Aber vom Klassenunterschied keine Spur, obwohl 96 in der Formation auch gegen Schalke hätte spielen können. 

Havelse umspielte clever das stark besetzt 96-Zentrum mit Tom Trybull und Gael Ondoua. Damit war die Doppelsechs nur die Hälfte wert. Havelse spielte die ebenfalls doppelt besetzten 96-Flügel mit Tempo aus. Luka Krajnc sah einige Male als Linksverteidiger nicht gut aus, Jannik Dehm erwischte rechts einen schwarzen Tag, genau wie rechts vorne Sebastian Stolze. Stolze und Dehm waren die Zielspieler der Havelser, die zielstrebiger attackierten und bessere Chancen hatten. 

„Jannik, vorwärts, vorwärts, meine Güte“

Fynn Lakenmacher (stark gegen Marcel Franke) jagte den ersten Schuss drüber (9. Minute). Kianz Froese traf das Außennetz (13.) und Julius Düker vergab frei vor Martin Hansen sogar eine 100-prozentige Chance (15.). 96 hatte Glück, dass Hansen in der Situation aufpasste. 

96 hatte Chancen, spielte sie aber schlecht aus. Hendrik Weydandt stürmte für den angeschlagenen Lukas Hinterseer, bemühte sich, aber viel gelang nicht, weil nicht viel nach vorne kam. 96-Trainer Zimmermann rief seinem Rechtsverteidiger ungeduldig zu: „Jannik, vorwärts, vorwärts, meine Güte.“


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Es wurde nach der Pause nicht viel besser. Sogar Stürmer Patrick Twumasi durfte zum ersten mal wieder spielen. Aber die Chancen hatte zunächst Havelse – Deniz Cicek nutzte einen Fehler von Franke fast zum Treffer (48.). 

Frantz gelingt das Tor des Tages

Ein Standard musste für den ersten Treffer im Derby herhalten. Mike Frantz stellte seinen Körper in den Eckstoß von Dominik Kaiser – 1:0 (61.). Fast köpfte Krajnc noch das 2:0 nach einer Ecke. Die 96-Leistung blieb allerdings unter Zweitligastandard. 

Was Zimmermann kritisierte: „Ich wusste schon, dass es zäh wird, aber das es so schwer wird, hätte ich auch nicht gedacht. Wenn wir schlecht spielen und gewinnen, beschwere ich mich nicht, aber wir werden einige Dinge intern klar ansprechen. Einige haben ihre Chance nicht genutzt.“

Havelse: Stirl – Riedel (46. Schleef), Kina, Teichgräber (46. Ighbane) – Damer, Düker (46. Cicek), Daedlow (46. Henschel/48. Plume), Froese (73. Rufidis) , Piwernitz – Jaeschke (46. Meyer), Lakenmacher (46. Qela).

96: Hansen – Dehm, Franke, Börner, Krajnc – Ondoua (46. Frantz), Trybull (46. Kaiser) – Stolze (46. Twumasi), Ernst (46. Sulejmani), Maina (46. Ennali) – Weydandt.