19. September 2018 / 10:51 Uhr

Hannover 96 und die Japaner: Sind Asano und Haraguchi gemeinsam besser?

Hannover 96 und die Japaner: Sind Asano und Haraguchi gemeinsam besser?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Takuma Asano und Genki Haraguchi harmonierten gemeinsam auf dem Platz. Vielleicht sollte Breite diese Option in Betracht ziehen.
Takuma Asano und Genki Haraguchi harmonierten gemeinsam auf dem Platz. Vielleicht sollte "Breite" diese Option in Betracht ziehen. © Petrow/Collage
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Sie bewiesen, dass sie auf dem Platz harmonieren, doch bisher kam es zu keinem gemeinsamen Einsatz auf dem Rasen für Hannover 96 in der Bundesliga. Die Japaner Takuma Asano und Genki Haraguchi haben Anlaufschwierigkeiten, obgleich Ersterer schon viel Zeit bekam. Für Haraguchi war bisher nur die Joker-Rolle vorbehalten.

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Sie haben immer ihren Begleittross dabei – auch nach der Niederlage in Leipzig sprachen Takuma Asano und Genki Haraguchi wieder mit vier japanischen Reportern. Der eingewechselte Haraguchi hatte nichts Entscheidendes beizutragen, Asano dagegen schon. Er hatte defensiv einen verheerenden Fehler gemacht und offensiv zwei gute Torchancen leichtfertig vergeben. Er nehme das Gegentor zum 1:2 auf seine Kappe, erzählte Asano. Und er gab zu, gute Torchancen ausgelassen zu haben, was ihm für die Mannschaft leidtue. Er müsse nun weiter hart arbeiten.

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"Wir werden den Jungen wieder aufrichten"

Der 96-Trainer zeigte sich auch sehr rücksichtsvoll. „Wir werden den Jungen wieder aufrichten“, kündigte André Breitenreiter an, „er soll den Kopf nicht hängen lassen.“ Breitenreiter weiter nachsichtig: „Wir können Fehler machen, die können auch immer mal zu Gegentoren führen.“ Und wenn Asano „weitermacht, wird er sich auch mit Toren belohnen“.

Asano glänzt im Training, aber nicht im Spiel

Noch im Abschlusstraining vor der Partie hatte der 23-Jährige den Trainer „dermaßen überzeugt und Tore ge­schossen“, dass der ihn wieder aufstellte. Im Spiel konnte Asano sich dann nicht durchsetzen. „Er hatte aber auch einen Büffel gegen sich“, entschuldigte Breitenreiter seinen Angreifer. Der körperlich weit überlegene Ibrahima Konaté ließ Asano meist abprallen wie einen Gummiball von der Mauer. Womöglich waren es solche Szenen, die dazu geführt haben, dass Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut Asano nicht eingesetzt hat.



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Japaner harmonierten in Testspielen

Als Asano vom Platz ging, kam Haraguchi. Überhaupt verlief ihre 96-Zeit sehr unterschiedlich. Asano stand immer in der Startelf und wurde zwischen der 46. und der 75. Minute ausgewechselt – Haraguchi zweimal jeweils etwa nach einer Stunde eingewechselt. Von Beginn an stand die Sushi-Fraktion noch nicht gemeinsam auf dem Platz – wird sich das jetzt in Nürnberg än­dern? Haraguchi könnte für den in Leipzig nicht überzeugenden Linton Maina ins Team rücken. Der 19-Jährige empfiehlt sich nach drei Startelfeinsätzen für eine Pause.

In den Testspielen im Trainingslager fielen die Japaner durch ihr gutes Zusammenspiel auf – das könnte ein Weg sein, sie gemeinsam besser einzubauen. Asano konnte die auffällig guten Leistungen zum Start der Vorbereitung in der Bundesliga noch nicht bestätigen.

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"Ich kann einen oder zwei Gegenspieler hinter mir lassen"

Haraguchi kam nach seinen WM-Einsätzen später dazu, eine Verletzung bremste ihn auch noch aus. „Es gab Gründe, warum ich nicht dabei war“, sagte Haraguchi im SPORTBUZZER-Interview, „aber ich weiß, was ich kann.“ Sein ambitioniertes Ziel nannte er dabei auch: „Die Zehn ist zusammengenommen in Toren und Assists die Marke, die ich mir als Ziel setze.“

Noch steht die Null, aber die Saison hat ja auch für Haraguchi noch gar nicht richtig begonnen. Er scheint jedenfalls durchsetzungsfähiger zu sein als Asano, der mehr freien Raum vor sich braucht. „Meine Stärke ist schon das Dribbling, ich kann einen oder zwei Gegenspieler hinter mir lassen“, sagt der Ex-Berliner. 4,5 Millionen Euro zahlte 96 für den 27-Jährigen.

Haraguchis Rückennummer ist die 10, Asano trägt die 11. Allzu einträchtig will es der ältere Haraguchi aber nicht mit dem jüngeren Landsmann halten. Er spricht viel mit ihm, achtet aber „darauf, dass es nicht zu viel wird“ im Privatleben. Im Profileben könnte mehr Gemeinsamkeit nicht schaden.

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