26. April 2018 / 12:58 Uhr

Hannover 96 und Kevin Wimmer: So tickt der neue Pogatetz

Hannover 96 und Kevin Wimmer: So tickt der neue Pogatetz

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf dem Sprung: Kevin Wimmer will von Stoke City zu Hannover 96 wechseln.
Auf dem Sprung: Kevin Wimmer will von Stoke City zu Hannover 96 wechseln. © imago/Action Plus
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Noch ist der Transfer nicht fix. Wenn alles glatt geht, wagt der Innenverteidiger Kevin Wimmer (25) den Neustart seiner Karriere bei Hannover 96, als Leihspieler mit Kaufoption. Der Sportbuzzer erklärt seine Stärken, den Fitnessstand und den Karriereknick in England.

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Sie nennen ihn "Hacki". Seit seinem Wechsel zum 1. FC Köln rufen die Kollegen den Österreicher Kevin Wimmer beim Spitznamen. Pate ist Herbert "Hacki" Wimmer, der frühere Wasserträger von Günter Netzer in den guten Gladbacher 70er-Jahren. Wimmer (73) und Wimmer (25) haben sich auch schon mal in Köln getroffen. Verwandt sind die beiden nicht.

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Wimmer machte seinem Spitznamen in Köln Ehre. Mit seinen robusten Zweikämpfen half er dem Effzeh beim Bundesliga-Aufstieg. Er spielte derart stabil, dass der damalige Sportchef Jörg Schmadtke den Linksfuß zu Tottenham Hotspur verkaufen musste. Über fünf Millionen Euro Gehalt, die große Premier League? Da konnten die Kölner nicht mithalten. Als Trost bekamen die Kölner sechs Millionen Euro Ablöse.

Das waren die (bisher) teuersten Zugänge der Vereinsgeschichte von Hannover 96

Jonathas wechselte 2017 für neun Millionen Euro in die Landeshauptstadt. Damit ist er der teuerste Neuzugang, den Hannover 96 je verpflichtet hat. Zur Galerie
Jonathas wechselte 2017 für neun Millionen Euro in die Landeshauptstadt. Damit ist er der teuerste Neuzugang, den Hannover 96 je verpflichtet hat. ©

​Wimmer will sich für 96 fitmachen

Der Marktwert des österreichischen Nationalspielers explodierte, obwohl er in der Premier League zunächst nur neunmal in der Startelf stand. Im Pokal und in der Europa League war er zunächst Stammkraft in der ersten Tottenham-Saison. Im zweiten England-Jahr kamen ein Champions-League-Auftritt gegen Monaco und vier Startelfeinsätze dazu. Für Wimmer, damals vor dem Wechsel erst 22 Jahre jung, kam der Schritt nach England zu früh.

Dennoch zahlte Stoke City, der Club mit dem früheren 96-Stürmer Mame Diouf, vor der aktuellen Saison fast 20 Millionen Euro für den Transfer. Wimmer kam sportlich keinen Schritt weiter. Nach einer Hinrunde als Stammspieler versetzte Trainer Mark Hughes den Verteidiger in die zweite Mannschaft. Wimmer wurden öffentlich Fitness-Defizite nachgesagt und in den Kraftraum verbannt. Er habe kein Übergewicht, hieß es, aber sei nicht ausreichend trainiert für das aggressive Pressing bei Stoke City. Den Fitnessstand will Wimmer nun in Eigenregie verbessern. Sein Plan: Er macht sich nach dem fixen Transfer in Hannover für die Saisonvorbereitung im Juli fit.


Applaus: Emanuel Pogatetz hatte starke Einsätze für 96, hier nach dem Europa-Traumauftakt gegen Sevilla.
Applaus: Emanuel Pogatetz hatte starke Einsätze für 96, hier nach dem Europa-Traumauftakt gegen Sevilla. © Florian Petrow
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​Wird Wimmer der neue Pogatetz?

Kenner und Kritiker seiner Kölner Karriere wundern sich, sprechen voller Bewunderung von einem Verteidiger mit großer Wucht und Zweikampfhärte. Sein Passspiel sei klar und solide und wilde Sachen sind nicht sein Ding. Was Wimmer schon mal unterscheidet von Salif Sané, bei dem die Grenzen zwischen Risiko und Sicherheit verschwimmen. Ein Nachfolger für den Alleskönner Sané kann Wimmer also nicht sein. "Hacki" lässt sich dafür mit seinem Landsmann Emanuel Pogatetz vergleichen, mit dem 96 allerdings auch gut fuhr in der Europa-Zeit.

Und was kostet der neue Pogatetz? 20 Millionen Euro wird 96 nicht für Wimmer zahlen können. Es läuft auf eine Leihgebühr plus Kaufoption hinaus.