19. November 2021 / 20:28 Uhr

Ordentlich, aber zu wenig: 96 trennt sich torlos vom SC Paderborn 07

Ordentlich, aber zu wenig: 96 trennt sich torlos vom SC Paderborn 07

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zu spät gekommen: Julian Börner foult Paderborns Sven Michel - und fliegt vom Platz.
Zu spät gekommen: Julian Börner foult Paderborns Sven Michel - und fliegt vom Platz. © picture alliance/dpa
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In einer unterhaltsamen Partie hat sich Hannover 96 torlos vom SC Paderborn 07 getrennt. Die Mannschaft von Jan Zimmermann lieferte zwar eine ordentliche Leistung und spielte nach Rot für Börner 25 Minuten in Unterzahl, dennoch ist dieser eine Punkt zu wenig.

Heimvorteil - was ist das? Wenn von den nur 10.400 Zuschauern noch 1000 vom Gegner kommen und das Schriftzeichen HDI-Arena auf der Westtribüne komplett zu lesen ist, dann spielt 96 mal wieder im eigenen Stadion.

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Und dann war es ja auch so, als wenn die Paderborner mit Kanonenkugeln schießen, und die von der Mannschaft Jan Zimmermanns mit Platzpatronen. Mit 28 Treffer reist der Tabellendritte an, 96 hatte nur zehnt Tore erzielt. Beide hatten nicht richtig durchgeladen und trennten sich nach einer unterhaltsamen Partie schiedlich-friedlich 0:0, was für 96 trotz ordentlicher Leistung zu wenig ist.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem SC Paderborn 07

Gaël Ondoua klärt per Kopf gegen zwei Paderborner. Zur Galerie
Gaël Ondoua klärt per Kopf gegen zwei Paderborner. ©

Aber 96 legte los, als wollte die Mannschaft zeigen, dass sie es auch kann. Beim Schuss von Sei Muroya war Torwart Jannik Huth schon aus dem Spiel, doch Robin Yalcin wehrte ab (15.). Nach schönem Doppelpass mit Sebastian Stolze schlenzte Sebastian Kerk den Ball am langen Pfosten vorbei. Und noch ein Sebastian - Ernst legte Maximilian Beier den Ball perfekt in den Lauf. Doch der entschied sich falsch, wollte den Torwart im kurzen Eck überraschen, aber Huth war auf der Hut. In der Mitte warteten mit Lukas Hinterseer, Stolze und Kerk drei Spieler vergeblich auf den Zuschlag (29.). 

Beim folgenden Eckball kam Stolze frei aus fünf Metern zum Kopfball - drüber (30.). So viele Leute Gelegenheiten hat sich die Mannschaft selten erspielt. Auch 6 zu 0 Ecken nach einer halben Stunde halfen nicht - 96 schien mal wieder nur mit Platzpatronen unterwegs zu sein. Der Einsatz, Torchancen - alles da, nur sie belohnten sich mal wieder nicht.

Paderborner und Michel zünden nicht

Die Paderborner wirkten bei ihren jederzeit gefährlich, zündeten aber auch nicht. Sie fielen zwar wiederholt über die 96-Defensive her, aber der berühmte letzte Pass kam nicht. Halb-Chancen nach eher harmlosen Torschüssen blieben die einzige Ausbeute - die Kanonenkugel blieben im Rohr. Sven Michel, mit zwölf Treffern erfolgreicher als alle 96-Spieler zusammen, beschwerte sich mehrfach über ungenaue Zuspiele.

Auch Marcus Mann hatte was zu meckern, und das fiel diesmal auch auf. Denn erstmals hatte der 96-Sportchef auf der Bank Platz genommen, zuvor sah er sich die 96-Spiele von der Tribüne an. Das Vorrücken des Managers dürfte ein Zeichen für die brisante sportliche Lage bei 96 sein. Jedenfalls beschwerte sich Mann beim Vierten Offiziellen über die aus seiner Sicht ungerechte Verteilung der Gelben Karten durch Schiedsrichter Christian Dingert.


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Eine gute erste Hälfte von 96, da durfte man gespannt sein, ob die zweite wieder eine schlechtere werden würde - dieses Halb-und-Halb sind die 96-Fans ja gewöhnt. Tatsächlich kam jetzt Paderborn, der Druck wurde immer stärker. Dennis Srbeny scheiterte völlig frei aus sieben Metern an 96-Torwart Martin Hansen (58.). 96 konnte sich immer seltener befreien, jetzt war Paderborn das überlegene Team. Und dann kam Julian Börner zu spät, grätschte Michel weg - und sah Rot. Die Entscheidung geht in Ordnung (67.). Börner war gerade zurück nach einer Muskelverletzung aus dem Aue-Spiel, hatte bis dahin gut gespielt, wird nun sicher gegen in Karlsruhe und dem HSV fehlen. 

Wieder ein Rückschlag - aber 96 gab sich auch in Unterzahl nicht auf. Der eingewechselte Hendrik Weydandt traf per Kopf nur die Latte, die Paderborner noch zweimal den Pfosten.