19. März 2020 / 07:31 Uhr

Hannover 96: Unterschreibt Trainer Kocak schon bald seinen neuen Vertrag?

Hannover 96: Unterschreibt Trainer Kocak schon bald seinen neuen Vertrag?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Kenan Kocak wird seinen Vertrag voraussichtlich verlängern.
96-Trainer Kenan Kocak wird seinen Vertrag voraussichtlich verlängern. © Swen Pförtner/dpa
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Wie plant ein Verein in unplanbaren Zeiten? Am besten doch, in dem man Pflöcke für die Zukunft einschlägt. Die Anzeichen verdichten sich, dass Kenan Kocak dazu bereit ist – und womöglich schon am Donnerstag oder in den nächsten Tagen seinen neuen 96-Vertrag unterschreiben will.

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96-Profichef Martin Kind bittet ja am Donnerstag zum Zukunftsgipfel. Kocak und Sportchef Gerhard Zuber sind geladen. Der Coach reist aus Mannheim an, er hat die vergangenen Tage bei seiner Familie verbracht.

Eigentlich hatte der Trainer gebremst und die vorzeitige Verlängerung seines Vertrages verschoben – so lange, bis die „Mission erfüllt“, mithin der Klassenerhalt geschafft wäre. Kind hatte angesichts der Corona-Krise aber aufs Gaspedal gedrückt: „Die Spielregeln haben sich verändert. Wir können ja nicht bis in den Juni oder Juli warten.“

Keiner weiß, ob und wann die Saison fortgesetzt werden kann. 96 ist zwar noch nicht unabsteigbar, aber der Trend der vergangenen Wochen ist eindeutig. Glücklicherweise gewann die Mannschaft in der letzten gespielten Woche zwei Partien (3:1 gegen Kiel, 3:0 in Nürnberg) und sprang dadurch erstmals in dieser Saison auf einen einstelligen Tabellenplatz.

Darum geht es beim 96-Planungsgipfel mit Kocak, Zuber und Kind

96-Profiboss Martin Kind (eingeklinkt), Trainer Kenan Kocak (links) und Sportchef Gerhard Zuber (rechts) treffen sich in dieser Woche zum Planungsgipfel. Dabei stehen vor allem vier Punkte auf der Agenda. Zur Galerie
96-Profiboss Martin Kind (eingeklinkt), Trainer Kenan Kocak (links) und Sportchef Gerhard Zuber (rechts) treffen sich in dieser Woche zum Planungsgipfel. Dabei stehen vor allem vier Punkte auf der Agenda. ©

Kocak erweckt Mannschaft zum Leben

Die Trendwende scheint geschafft, Kind schreibt den Erfolg „der Arbeit von Kocak“ zu. „Man sieht seine Handschrift und die Entwicklung der Mannschaft, sie ist stabil und hat die für die zweite Liga notwendige Mentalität.“ Kocak erweckte eine träge, negative und konditionell nicht fitte Mannschaft zum Leben – das ist seine größte Leistung.

Wäre die Saison nicht gestoppt worden, hätte sich 96 mit Siegen im Heimspiel gegen den Letzten aus Dresden und beim Zwölften aus Osnabrück auch rechnerisch bis Ende März vorzeitig sichern können. An Kinds positiver Meinung über Kocak ändert die kleine, verbliebene Unsicherheit über den Klassenerhalt nichts. Und der Trainer ist nun auch bereit, vorzeitig dem längeren 96-Engagement zuzustimmen.

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Vertrag wohl bereits ausgehandelt

Mitte November hatte Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka einen Vertrag nur bis zum 30. Juni unterschrieben. Dazu musste er seinen Vertrag in Sandhausen auflösen, finanziell hat er sich in Hannover nicht verbessert. Es wird kaum Spieler bei 96 geben, die so wenig kassieren wie der verantwortliche Trainer.

Das ändert sich aber zur neuen Saison, Kocaks Gehalt wird aufgestockt. Nach SPORTBUZZER-Informationen ist der Vertrag auch bereits ausgehandelt. Der 39-Jährige soll auch eine Aufstiegsprämie bekommen – denn das wird das Ziel sein: Kocak soll Hannover in der nächsten Saison zurück in die Bundesliga führen.

Das sind die Trainer von Hannover 96 seit dem Aufstieg 2001

Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka. Zur Galerie
Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka. © imago/

Was wird aus Zuber?

Unterschreibt der Trainer, dann liegt der Ball beim Sportchef. Zieht Zuber nach? 96 bastelt an Modellen, den nach einem Gerichtsurteil unbefristeten Vertrag des Österreichers in einen neuen befristeten Vertrag umzuwandeln.

Es bleibt jedoch fraglich, ob Zuber das Angebot annimmt – er hat ein noch zweites Eisen im Feuer. Er könnte wieder seinem Langzeitchef Horst Heldt folgen – das ist jetzt der 1. FC Köln. Wie früher in der zweiten Reihe hinter Heldt oder selbst Chef bei 96 – das ist die Frage, die Zuber beantworten muss.

Entscheidet sich Zuber für 96, hätte das für Kocak einen Vorteil: Er hätte einen Sportchef an seiner Seite, mit dem er sich gut versteht und auf den er sich verlassen kann.