04. Juli 2020 / 12:00 Uhr

Hannover 96: Waldemar Anton unverkäuflich - Dursun soll aus Darmstadt kommen

Hannover 96: Waldemar Anton unverkäuflich - Dursun soll aus Darmstadt kommen

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Kenan Kocak und Abwehrspieler Waldemar Anton.
96-Trainer Kenan Kocak und Abwehrspieler Waldemar Anton. © Florian Petrow
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Durch den möglichen Zweitliga-Saisonstart Ende August ist Hannover 96 bei der Kaderplanung unter Druck geraten. „Wir brauchen jetzt zü­gig Transferentscheidungen“, fordert Profiboss Martin Kind. Erste Entscheidungen könnten längst gefallen sein: Aus dem Umfeld des Trainers heißt es, dass Waldemar Anton unverkäuflich sei - Kocak plant für die neue Spielzeit mit ihm.

Alles hatte 96 darauf ausgerichtet, relativ entspannt und gelassen die neue Mannschaft zu planen. Dann aber kam die DFL am vergangenen Mittwoch mit ihrem frühen Starttermin um die Ecke. Nicht erst Mitte September, sondern bereits am 28. August sollte die Zweitligasaison beginnen.

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Das ist zwar noch nicht amtlich und auch nicht der 96-Wunschtermin, „aber wenn der TV-Vertrag das so vorsieht, werden wir das respektieren müssen“, sagt 96-Chef Martin Kind.

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Zweitligisten sprechen sich für Saisonstart im September aus

Bevor die Bundesliga am 18. September loslegt, hat Sky einen vorgezogenen exklusiven Start der 2. Liga mit der DFL vereinbart. Das sind drei Wo­chen mehr, um das Programm mit Fußball zu füllen. Die Zweitligisten haben sich zwar bei einer Videokonferenz am Donnerstag für den Beginn im September ausgesprochen. Dass es so kommt, ist aber noch nicht bestätigt. Sollte am 28. August schon wieder gespielt werden, würde das den Zeitdruck bei 96 verstärken.

Die Zeit von Waldemar Anton bei Hannover 96 in Bildern

Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. Zur Galerie
Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. ©

Trainer Kenan Kocak plant ja mit sechs Wochen Vorlauf- und Vorbereitungszeit. Das bedeutet: Schon in zwei Wochen müssten die Spieler ihren Urlaub beenden und bei 96 ihren Dienst antreten. Ärgerlich nur, wenn es dann kaum Spieler gibt. Elf Profis sind verabschiedet worden, weitere könnten 96 verlassen. Kocak müsste mit einer Rumpftruppe beginnen, was alles andere als ideal wäre.

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Riesenumbruch in kurzer Zeit

Es muss ein Riesenumbruch in kurzer Zeit be­wäl­tigt werden – sowieso ein Nachteil gegenüber Mannschaften, die sich nur punktuell verstärken wollen. „Wir brauchen jetzt zü­gig Transferentscheidungen“, fordert Kind. Bis jetzt hat 96 noch keinen Neuen vermeldet. Sicher ist nur, dass der Stürmer Serdar Dursun aus Darmstadt kommen soll. Der Mannheimer und Ex-96er Valmir Sulejmani dagegen nicht.

Die Vertragslaufzeiten der Spieler von Hannover 96

Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag <b>läuft zum Saisonende aus</b> Zur Galerie
Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag läuft zum Saisonende aus ©

Die neue Dynamik in der Planung könnte auch die Entscheidung über Waldemar Anton beschleunigen. 96-Sportchef Gerhard Zuber verhandelt mit dem VfB Stuttgart über eine Anfrage für Anton. „Das ist richtig“, bestätigt Kind. Der 96-Vertrag des 23-Jährigen läuft noch ein Jahr. Der 96-Chef erneuert seine Position: „Kocak hat das letzte Wort, und er hat sich noch nicht verbindlich geäußert.“

Entscheidung um Anton längst gefallen?

Aus dem Umfeld des Trainers heißt es nun aber: Die Entscheidung ist gefallen – Anton ist unverkäuflich. Kocak plant mit ihm.

Der Trainer wird dennoch prüfen müssen, ob es bezahlbare Ersatzkandidaten fürs defensive Mittelfeld gibt. Zu bedenken dabei: Anton ist die Säule im 96-Zen­trum. Bräche sie weg, müsste erstklassiger Ersatz her. Im aktuellen Kader konnte Antons Fehlen schon nicht mehr aufgefangen werden. Um auf etwaige Verletzungen vorbereitet zu sein, müssten sogar zwei starke defensive Mittelfeldspieler verpflichtet werden.

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Stuttgart muss mehr bieten

Zweites Problem bei Anton: Noch ist die finanzielle Basis für den Verkauf nicht ansatzweise vorhanden. Offiziell bietet der VfB nur 3 Millionen Euro Ablöse. Für 96 kein akzeptables Angebot, um über den Anton-Verkauf nachzudenken. 96 will das Doppelte haben.

Sollte Anton doch noch abgegeben werden, hätte das keine Folgen für einen möglichen Verkauf von Linton Maina. „Da stellen wir keinen Zusammenhang her“, sagt der 96-Chef. Wolfsburg hat sein Interesse am 21-Jährigen erklärt – mehr aber noch nicht.

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